13. Oktober 2016: Zum Welt-Ei-Tag: „Es gibt keinen Eierkonsum ohne Tierleid“

 

Go vegan!

Ei-Konsum bedeutet immer Tierleid!
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Anlässlich des Welt-Ei-Tags am 14. Oktober 2016 stellt der Bundesverband Menschen für Tierrechte fest, dass die Erzeugung von Eiern immer mit Tierleid verbunden ist. Denn auch die Hennen aus Bio- und Freilandhaltung werden geschlachtet, wenn ihre Legeleistung abnimmt. Hinzu kommen die millionenfache Tötung der männlichen Eintagsküken und das schmerzhafte Kürzen der Schnäbel. Der zweite Freitag im Oktober wird traditionell von der Geflügelindustrie genutzt, um für den Konsum von Eiern zu werben. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte macht anlässlich dieser jährlichen PR-Aktion der Eierproduzenten auf das Leid der Tiere aufmerksam, das mit der Produktion von Eiern verknüpft ist.

In Deutschland ist die Haltung von sogenannten Legehennen in konventionellen Käfigen (Legebatterien) seit 2009 verboten. Seitdem konnten sich andere Haltungsformen wie die Boden- und Freilandhaltung durchsetzen. Doch die Verbesserungen bei den Haltungsformen ändert grundsätzlich nichts an der Ausbeutung der Tiere. „Der Mensch zwingt die Henne zu widernatürlichen Höchstleistungen. Egal ob Bio-, Freiland- oder Bodenhaltung – wenn die Henne durch das ständige Eierlegen ausgezehrt ist und ihre Legeleistung abnimmt, wird sie im jugendlichen Alter von etwa einem Jahr geschlachtet“, gibt Christina Ledermann, stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte, zu bedenken.

Besonders tierschutzrelevant ist zudem die Tötung der männlichen Eintagsküken. Bis zu 50 Million Eintagsküken werden jährlich in Deutschland direkt nach dem Schlupf getötet, weil die männlichen Nachkommen der sogenannten Legehennen für die Unternehmen aus ökonomischer Sicht „wertlos“ sind. Sie legen keine Eier und sie zu mästen lohnt sich ebenfalls nicht, da sie zuchtbedingt viel weniger Fleisch ansetzen als sogenannte Masthähnchen. Das Tierschutzgesetz verbietet zwar das Töten von Tieren „ohne vernünftigen Grund“, doch das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster entschied am 20. Mai 2016, dass die Millionenfache Tötung legal sei, da die Aufzucht der ausgebrüteten männlichen Küken mit einem unverhältnismäßig großen Aufwand für die Geflügelproduzenten verbunden sei.

Was zählt, sind wirtschaftliche Erwägungen

„Es ist aus ethischer Sicht unfassbar, dass das Gericht allein aus wirtschaftlichen Erwägungen die Tötung von Millionen gesunder Hühnerküken als legal im Sinne des Tierschutzgesetzes ansieht. Hier zeigt sich wieder einmal die Macht der Agrarindustrie. Das Staatsziel Tierschutz wird wirtschaftlichen Interessen gnadenlos untergeordnet. Hinzu kommt die Wirkungslosigkeit des schwammig formulierten und von Ausnahmen zerfledderten Tierschutzgesetzes. Wir brauchen endlich ein Verbot dieser barbarischen Praxis und ein Tierschutzgesetz, das diesen Namen auch verdient“, kritisiert Ledermann.

Tierschutzrelevant sind außerdem Praktiken wie das schmerzhafte Schnabelkürzen. Dabei wird den Hennen die empfindsame Schnabelspitze bei vollem Bewusstsein mit einer heißen Klinge abgetrennt, um Federpicken und Kannibalismus zu verhindern. Gemäß Tierschutzgesetz ist das Schnabelkürzen zwar verboten. Doch es werden großzügig Ausnahmegenehmigungen erteilt, was dazu geführt hat, dass die Ausnahme mittlerweile die Regel ist.

Als unbedingt notwendig erachtet der Tierrechtsverband auch die obligatorische Kennzeichnung von eihaltigen Produkten wie Nudeln, Gepäck oder Eierlikör, um Transparenz zu schaffen, aus welcher Haltungsform die verarbeiteten Eier stammen. Doch beim Eier-Kauf nur auf die Haltungsform der Tiere zu achten, ist nach Ansicht des Verbandes zu wenig. „Der beste Tierschutz ist, seinen Speiseplan ganz ohne Eier und Produkte vom Tier auszurichten. Denn es gibt keinen Eierkonsum ohne Tierleid“, schließt Ledermann.

 

 

 

 

 

Quelle: Menschen für Tierrechte

 

 


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