23. Weltvegantag: Eine Million Menschen in Deutschland leben vegan

 

Be vegan!

In der Gesellschaft hält der Trend zur veganen Ernährung an. Dabei sind vegane Kochbücher besonders populär.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            Quelle: (c) VEBU

Am 1. November wird der internationale Weltvegantag gefeiert. Seit 23 Jahren wird der Tag weltweit zelebriert. 1994 wurde er zum fünfzigsten Jahrestag der Gründung der Vegan Society eingeführt. Der VEBU (Vegetarierbund Deutschland) zeigt die aktuellen Entwicklungen rund um das Thema ‘vegan’, stellt pflanzliche Alternativen zum Kochen und Backen sowie ein Rezept für pflanzliches Hack vor. Rund eine Million Menschen in Deutschland leben vegan*, Tendenz steigend.

Statt tierischer Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch, Milch, Eiern und Honig, verwenden sie pflanzliche Alternativen.** Für die meisten geht der vegane Lebensstil über die Ernährung hinaus. Tierleidfreie Kosmetik, lederfreie Schuhe und aus Pflanzenfasern hergestellte Kleidung gehören bei vegan lebenden Menschen oftmals zum Alltag dazu. “Die vegane Lebensweise ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Immer mehr Menschen entscheiden sich im Supermarkt, im Restaurant, bei der Kleiderwahl oder auf Reisen für pflanzliche Alternativen”, so Sebastian Joy, VEBU-Geschäftsführer. “Vor allem die jüngere Generation ist heute offen für Tierschutzthemen und Nachhaltigkeit und lebt diese Werte jeden Tag mit Messer und Gabel”, ergänzt Joy.

Vegane Kochbücher: 211 Neuveröffentlichungen

Auch in der Kochbuchbranche spiegelt sich der Trend wider. Der VEBU beobachtet seit einigen Jahren die Entwicklungen auf dem Markt der veganen Kochbücher. Waren es 2012 noch 23 Neuveröffentlichungen, so betrug die Zahl der veröffentlichten veganen Kochbücher 2013 bereits 50 und im Jahr 2015 dann 119. In diesem Jahr erscheinen insgesamt 211 Neuveröffentlichungen veganer Kochbücher, das sind 77 Prozent bzw. 92 Exemplare mehr als im Vorjahr. Einige der Titel stehen kurz vor der Veröffentlichung, doch der Großteil der 211 Bücher ist bereits im Handel erhältlich.

Vegane Gastronomie boomt

Auch Gastronomie und Hotellerie stellen sich auf den veganen Trend ein. Insgesamt 161 vegane Gastronomiebetriebe gibt es in Deutschlands großen und mittelgroßen Städten. Berlin zählt laut VEBU-Statistik mittlerweile 48 rein vegane Gastronomiebetriebe. In München bieten 14 und in Leipzig bieten 10 Restaurants und Cafés pflanzliche Speisen und Getränke an. Pro Kopf gerechnet gibt es in Leipzig und Jena die meisten veganen Restaurants. In der VEBU-Restaurantdatenbank können Interessierte vegane Restaurants in ihrer Umgebung entdecken. Auf speziellen Onlineportalen finden vegan lebende Menschen weltweit Hotels, die sich auf die pflanzliche Lebensweise spezialisiert haben.

Veganes Angebot besser denn je

“Durch die immer besser werdende Infrastruktur in Deutschland wird es zunehmend leichter, vegan zu leben”, sagt Joy. “Die Gruppe der Verbraucher, die ihren Konsum kritisch hinterfragt, wird größer. Die Wirtschaft reagiert auf diesen Trend. Anbieter von Lebensmitteln, Konsumgütern und Dienstleistungen stellen sich auf die neuen Zielgruppen ein und bieten eine immer vielfältiger werdende Produktpalette pflanzlicher Alternativen an”, so Joy. Laut einer Marktanalyse des Instituts für Handelsforschung (IFH) Köln wurden im Jahr 2015 Umsätze von 454 Millionen Euro mit vegetarischen und veganen Produkten erzielt. Den ersten Studiengang für vegane Ernährung gibt es seit diesem Jahr an der Fachhochschule des Mittelstands.

Gründe für eine vegane Lebensweise

Eine pflanzliche Lebensweise schützt das Klima und die Umwelt. Die Tierhaltung ist Hauptverursacher klimarelevanter Emissionen im landwirtschaftlichen Bereich. Global gesehen ist sie laut FAO, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, für 14,5 Prozent der von Menschen verursachten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Damit emittiert die Tierhaltung mehr als der gesamte Transportsektor. “Vegane Speisen unterstützen die eigene Gesundheit und beugen nachweislich vielen Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Herz- und Kreislauferkrankungen und Diabetes Typ 2 vor. Vegan leben heißt auch, einen Beitrag zum Tierwohl und zur Welthungerproblematik zu leisten. Die Massentierhaltung ist eine extrem grausame Methode, aus Tieren Lebensmittel für den Menschen zu machen. Rund 50 Prozent der jährlichen weltweiten Getreideernte und 90 Prozent der jährlichen globalen Sojabohnenernte werden an sogenannte ‘Nutztiere’ verfüttert. Würden weniger Futtermittel für die tierische Produktion angebaut werden, müssten weltweit viel weniger Menschen Hunger leiden”, erklärt Joy. “Obendrein macht die pflanzliche Küche Spaß und bietet viel Spielraum zum Entdecken und Ausprobieren”, ergänzt Joy.

Vegane Produkte tragen das V-Label

Orientierung beim Einkauf von veganen Produkten bietet das V-Label. Das V-Label ist ein international geschütztes Qualitätssiegel zur Kennzeichnung von vegetarischen und veganen Lebensmitteln. Es wird als Orientierungshilfe auf Verpackungen eingesetzt. Verbraucher können so beim Einkauf auf den ersten Blick erkennen, ob ein Produkt für sie geeignet ist. Das V-Label wird in Deutschland in den Kategorien ‘vegan’ und ‘vegetarisch’ vom VEBU vergeben. Nicht alle Stoffe, die bei der Produktion verwendet werden, tauchen auf der Zutatenliste auf. Nur durch eine Produktanfrage beim Hersteller können Verbraucher bislang ganz sichergehen, dass ein Lebensmittel vegetarisch oder vegan ist. Ist das Produkt mit dem V-Label lizenziert, können Konsumenten sicher sein, dass es sich um ein vegetarisches oder veganes Produkt handelt.

 

* Zur Anzahl der vegan lebenden Menschen siehe:
https://vebu.de/veggie-fakten/entwicklung-in-zahlen/anzahl-veganer-und-vegetarier-in-deutschland/

** Der Begriff ‘vegan’ entstand aus dem englischen Begriff ‘vegetarian’ (vegetarisch). Durch das Weglassen der mittleren fünf Buchstaben entsteht das Wort ‘vegan’.

 

Rezept “Veganes Mett”

Das vegane Mett lässt sich schnell und unkompliziert zubereiten. Gekühlt hält der Brotaufstrich etwa drei Tage.

Zutaten (für 8 halbe Brötchen)

• 100 g Reiswaffeln
• 100 ml Pflanzenöl
• 200 ml Wasser
• 2 Tomaten
• 3 EL Tomatenmark
• 1 mittelgroße Zwiebel
• 1 TL Salz und Pfeffer
• Nach Bedarf etwas Chilipulver

Zubereitung

1. Die Reiswaffeln zerbröseln und in eine große Schüssel geben. Nach und nach 200 ml (kaltes) Wasser hinzugeben, damit sich die Reiswaffeln vollsaugen können. Es sollte aber nicht zu wässrig werden.

2. Zwiebel und Tomaten in feine Würfel schneiden und ebenfalls in die Schüssel geben. Für die richtige Farbe ausreichend Tomatenmark untermengen und mit Öl, Salz und Pfeffer würzen.

3. Die Masse gut mit den Händen durchkneten. Wer es etwas pikanter mag, kann das Mett noch mit Chilipulver abschmecken.Das Mett schmeckt am besten, wenn es noch für ein paar Stunden im Kühlschrank durchziehen kann.

 

Alternativen zu Milch- und Milchprodukten:

Milch: z.B. Soja-, Hafer-, Mandel-, Haselnuss- oder Reismilch

Kochsahne: z.B. Soja-, Hafer-, Cashew- oder Mandelsahne, Kokosmilch

Schlagsahne: aufschlagbare Pflanzensahne

Butter: reine Pflanzenmargarine

Joghurt: Sojajoghurt, in zahlreichen Sorten erhältlich: Natur, Erdbeere, Kirsche, Pfirsich, Waldbeere, Heidelbeere, Zitrone, Vanille, Schoko, Kaffee etc.

Quark: pürierter Tofu mit Pflanzensahne, Seidentofu

Schnittkäse/Frischkäse: vegane (Frisch-)Käsesorten, meist auf Basis pflanzlicher Fette, Stärke und Soja

Käse zum Überbacken: veganer Reibekäse, schmelzende pflanzliche Käsesorten, Hefeflocken mit Pflanzensahne

Käsesoßen: Hefeflocken machen z.B. helle Soßen käsig

Eis: z.B. Lupinen-, Soja-, Reismilcheis oder Fruchtsorbets

Schokolade: Zartbitter-, Reismilchschokolade und viele weitere

 

Alternativen zu Eiern (folgende Angaben ersetzen jeweils ein Ei):

Zum Binden: fertiger Ei-Ersatz; 50 g Seidentofu/Sojajoghurt; 50 g Apfelmus oder 1/2 Banane; 1 EL gemahlene Leinsamen + 3 EL Wasser

Zum Lockern: fertiger Ei-Ersatz; 1 EL Sojamehl + 3 EL Wasser; 50 g Sojajoghurt/Seidentofu; 1 TL Backpulver + 1 EL Stärke + 3 EL Mineralwasser

Rührei: Zerhackte Zwiebeln in einer beschichteten Pfanne mit etwas Olivenöl anbraten. Seidentofu mit der Hand zerkrümeln und zu den Zwiebeln hinzugeben. Mit Kurkuma, Salz und Pfeffer abschmecken.

Honig: Agavendicksaft, Ahorn- oder Zuckerrübensirup

 

 

 

 

 

 

Quelle: VEBU

 

 

 


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