Affenhirnforschung in Tübingen wankt // Ärzteverein begrüßt ersten Etappensieg

Go vegan!

Affen: gehalten für Tierversuche.                                                                                                                                         Fotocredit: (c) Animal Rights Sweden

Der Tübinger Hirnforscher Nikos Logothetis vom Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik (MPI) will aktuellen Meldungen zufolge die viel kritisierten Affenversuche auslaufen lassen. Die bundesweite Organisation Ärzte gegen Tierversuche begrüßt diesen Schritt und fordert die Einstellung sämtlicher Tierversuche am MPI.

„Dass ein Hirnforscher die jahrelang betriebene Affenhirnforschung einstellt, macht einmal mehr deutlich, dass diese qualvollen Versuche entbehrlich sind. Das MPI sollte endlich den Tatsachen ins Auge sehen und im Sinne von Mensch und Tier die tierversuchsfreie Forschung voranbringen“, so Dr. med. vet. Corina Gericke, stellvertretende Vorsitzende der Ärzte gegen Tierversuche. Nach Aussage des Ärztevereins sind Hirnversuche an Ratten, wie Logothetis sie nun plant, wissenschaftlich unsinnig und ethisch nicht zu rechtfertigen. Hirnforschung direkt am Menschen – natürlich ohne diesen zu schaden – zum Beispiel mit modernen, Bild gebenden Verfahren, ist im Gegensatz zum Tierversuch sinnvoll und medizinisch relevant.

Primatenhirnforschung ist Dank Ärzteverein politisches Thema

Seit Langem stehen die Affenversuche in der Kritik. Gleich an mehreren Tübinger Instituten werden Rhesusaffen durch Durst gefügig gemacht, damit sie mit angeschraubtem Kopf und Elektroden im Gehirn nach Forscherwunsch Aufgaben am Bildschirm erledigen. Der Ärzteverein fordert seit sechs Jahren mit seiner Kampagne ein Ende dieser grausamen und wissenschaftlich unsinnigen Versuche und hat die bis dato der Öffentlichkeit unbekannten Missstände ans Licht gebracht. In der Landesregierung haben die Ärzte gegen Tierversuche die Primatenhirnforschung zu einem politischen Thema gemacht, was unter anderem in einer Landtagsdebatte mit Beteiligung der Ärztevereinigung mündete.

Nach Strafanzeige ermittelt die Staatsanwaltschaft

Zuletzt stand das Tübinger Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik im Fokus. Dortige, verdeckt gemachte Filmaufnahmen offenbarten das unermessliche Leid der Tiere sowie offensichtliche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Nach Strafanzeigen durch den Ärzteverein und andere Tierschutzorganisationen ermittelt seit Jahresbeginn die Staatsanwaltschaft. Seither sind die Ärzte gegen Tierversuche mit dem lokalen Verein Act for Animals auch mit einer Vortragsreihe in Tübingen aktiv. Hochkarätige Experten informieren über medizinische, wissenschaftliche, ethische und rechtliche Aspekte zu Tierversuchen. Die Vereine wollen damit verstärkt die Notwendigkeit eines sofortigen Endes der Affenhirnforschung betonen.

 

Quelle: Ärzte gegen Tierversuche

 


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