Agrarausschuss des Bundesrates berät über Putenhaltung – TASSO e.V. erwartet strenge Tierschutzregelung seitens der Politik

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Tasso e.V. erwartet stenge Regelung im Tierschutz seitens der Politik.                                                                                                                                                                                                                 Logo: (c) TASSO

Sulzbach/Ts. – Am Montag, den 7. September 2015 berät der Agrarausschuss des Bundes-rates über zwei den Tierschutz betreffende Anträge des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. begrüßt die vorgeschlagene Änderung des Tierschutzgesetz-es ausdrücklich. 

Es soll das Verbot, Tiere zur Vermeidung wirtschaftlicher Nachteile zu töten, in das Tierschutzgesetz aufgenommen werden. Zudem ist eine Ergänzung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung um Haltungsvorschriften für die Putenmast vorgesehen.

„Das Verbot, Tiere zur Vermeidung wirtschaftlicher Nachteile zu töten, ist lange überfällig und eine wichtige Konkretisierung des im Tierschutzgesetz geforderten vernünftigen Grundes für die Tötung eines Wirbeltieres“, sagt Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO. Leider würden immer noch beispielsweise jährlich systematisch 45 Millionen männliche Eintagsküken oder überzählige Ferkel aus rein ökonomischen Gründen getötet.

Auch der Verordnungsentwurf zur Putenhaltung sei grundsätzlich eine tierschutzpolitische Verbesserung, da es bislang keine rechtsverbindlichen Haltungsvorschriften für Puten gab. Der Entwurf ließe zudem durchaus auch Ansätze zur Verbesserung der Putenhaltung im Hinblick auf die Grundbedürfnisse der Tiere erkennen.

Besatzdichte weiterhin viel zu hoch

„Dennoch vermissen wir bei dem Verordnungsentwurf eine deutliche Verringerung der Besatzdichte sowie ein Verbot der Hochleistungszucht und des routinemäßigen Schnabelkürzens“, so Mike Ruckelshaus. Die im Entwurf vorgeschriebene Besatzdichte von 47 kg/m² Lebendgewicht bei Hennen und 52 kg/m² Lebendgewicht bei Hähnen läge nicht nur über den von Tierschutzverbänden geforderten max. 35 kg/m² bei Hennen bzw. max. 40 kg/m² bei Hähnen sondern sogar noch über den Angaben des freiwilligen Eckpunktepapiers der Geflügelwirtschaft zur Haltung von Mastputen.

„Derart hohe Besatzdichten führen bei den Puten zu Leiden und Stress. Rangniedere Tiere haben keine Möglichkeit, den ranghöheren auszuweichen. Es kommt zu aggressivem Verhalten untereinander mit teils schweren Verletzungen durch gegenseitiges Behacken“, erläutert der Tierschutzexperte.

Tatbestand der Qualzucht

In der Hochleistungsputenmast erreichen die Tiere das Doppelte bis Dreifache des Körpergewichtes einer Wildpute. „Die Zucht auf extrem große, schnell wachsende Brustmuskulatur führt bei den Tieren zu schmerzhaften Skelettschäden, Beinverformungen und Muskelerkrankungen sowie auch zum Reißen der Hauptschlagader und plötzlichem Herztod“, weiß Mike Ruckelshaus. Und weil sie ihr eigenes Gewicht nicht mehr tragen können, lägen sie fast nur noch auf der schweren Brust, was zur Bildung schmerzhafter Brustblasen führe. „Mastputen können sich auch nicht mehr auf natürlichem Wege fortpflanzen. Das allein erfüllt schon den Tatbestand der Qualzucht nach §11b Tierschutzgesetz“, betont der Tierschützer.

Auch ein Verbot des routinemäßigen Schnabelkürzens hätte in den Verordnungsentwurf mit aufgenommen werden müssen. Diese Maßnahme sei zwar laut Tierschutzgesetz nicht erlaubt, werde aber trotzdem bei Mastputen seit Jahrzehnten zur Vorbeugung von Federpicken und Kannibalismus durchgeführt. „Mit dem Zurechtstutzen der Tiere auf die quälerischen Haltungssysteme muss endlich Schluss sein“, so Mike Ruckelshaus. Vielmehr sei es höchste Zeit, die Systeme an die Bedürfnisse der Tiere anzupassen.

 

 

Quelle: TASSO e.V.


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