Aktuelle GfK-Umfrage: Klare Mehrheit der Deutschen lehnt Ponykarussells ab // PETA fordert Verbot der fragwürdigen „Attraktion“

Be vegan!

Stundenlang im Kreis: Ponykarussells bedeuten Leid für Ponys.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    Fotocredit: © PETA

Stuttgart – Stundenlanges Im-Kreis-Laufen ist nicht mehr zeitgemäß: Rund zwei Drittel aller Deutschen, 64,9 %, vertritt die Ansicht, dass Ponykarussells auf Kirmesfesten und Weih-nachtsmärkten nicht tiergerecht sind. Das ergab eine neue Umfrage der GfK, die PETA Deutschland e.V. im August 2015 in Auftrag gegeben hat. Nur 13 % aller Befragten glauben, die Ansprüche der Tiere würden bei der vermeintlichen Attraktion ausreichend erfüllt.

Während lediglich 19 % aller Befragten der Ansicht sind, dass Ponykarussells weiterhin auf Jahr- und Weihnachtsmärkten zugelassen werden sollten, spricht sich eine deutliche Mehrheit von rund 59 % für ein Verbot aus. PETA fordert die Veranstalter von Festen und Märkten sowie die Bürgermeister auf, ein Zeichen für den Tierschutz zu setzen und Ponykarussells künftig nicht mehr zuzulassen.

„Ponykarussells sind, genau wie Elefanten- und Tigerdressuren im Zirkus, ein Relikt aus Zeiten, als Tiere noch nicht als fühlende Lebewesen betrachtet wurden. Diese traurige Art der Unterhaltung muss in unserer aufgeklärten Zeit ein Ende haben“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland e.V. „Die repräsentative Umfrage bestätigt den grundlegenden Wertewandel der Menschen, hin zu mehr Mitgefühl für Tiere und Jahrmarktattraktionen ohne Leid.“

In diesem Jahr haben bereits die Veranstalter der großen Rheinkirmes in Düsseldorf sowie der städtische Betreiber der Beecker Kirmes in Duisburg bekannt gegeben, künftig keine Ponykarussells mehr zuzulassen. Auch der Stadtrat von Dachau sowie der Veranstalter des „Coburger Vogelschießens“ haben vor wenigen Wochen beschlossen, künftig keine Ponykarussells mehr zu genehmigen.

Schwere psychische und physische Schäden

PETA kritisiert den rücksichtslosen Umgang mit den Huftieren aufs Schärfste, denn die Wirbelsäule und die Beine von Ponys und Pferden sind nicht für stundenlanges Im-Kreis-Laufen ausgelegt. Schmerzhafte Gelenk- und Wirbelschäden sind häufig die Folge. Immer mehr Amtstierärzte, Tierärzte und Experten sprechen sich daher gegen die monotonen Ponykarussells aus. Amtstierärztin Dr. Sabine Beckmann vom Kreisveterinäramt Gütersloh sagte 2010 in einem Interview: „Die derzeitige Praxis, die Ponys stundenlang in dieselbe Richtung trotten zu lassen, ist als absolut verhaltenswidrig einzustufen. Die Tiere leiden physisch und psychisch.“[1] Der durch Publikationen und Kolumnen bekannte österreichische Tierarzt Dr. Hans Christ warnt ebenfalls vor den gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Ponykarussells: „Durch die fortgesetzte einseitige Kreisbewegung kommt es unweigerlich, ungeachtet etwaiger Erholungspausen, im Laufe der Zeit zu Schäden im Bewegungsapparat (ungleiche Beanspruchung der Gelenke, Bänder und der Wirbelsäule). […] Die Stereotypie des Tätigkeitsmusters und die damit verbundene Reizarmut stellt für die Tiere eine zusätzliche, psychische Belastung dar!“[2]

Auch das Positionspapier der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz ist eindeutig, insbesondere was die erzieherische Wirkung solcher „Ponykarussells“ anbelangt: „Hervorgehoben werden muss zudem, dass den Kindern durch das stupide Im-Kreis-Laufen der Ponys ein Bild vom Pferd vermittelt wird, das aus der Sicht des ethischen Tierschutzes heute nicht mehr zeitgemäß ist.“[3]

Pferde sind sehr sensible und soziale Lauftiere, die in einer Herde leben möchten. Sie benötigen neben ausreichend Auslauf, vorzugsweise in einer Aktiv- oder Offenstallhaltung, auch gutes Futter und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Selbstverständlich sollten zudem natürliches Sonnenlicht und frische Luft zur Verfügung stehen. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, bedeutet das für die Tiere ein leidvolles Leben und führt auf Dauer zu lebensgefährlichen körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.

 

[1] Osterkamp, L. (2010): Nicht immer rechts herum. Neue Westfälische. http://www.nw.de/lokal/kreis_guetersloh/guetersloh/guetersloh/?em_cnt=3982214 (abgerufen am 21.05.2015)
[2] Christ, H., zitiert nach dem Österreichischen Tierschutzverein, (2013): Ponykarussell: Tierarzt bestätigt Kritik des Österreichischen Tierschutzvereins. www.tierschutzverein.at/news/ponykarussell–tierarzt-bestaetigt-kritik-des-Oesterreichischen-tierschutzvereins_1965 (abgerufen am 21.05.2015)
[3] Franzky, A. (2008): Beurteilung von Ponyreitbahnen. Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT), http://www.tierschutz-tvt.de/fileadmin/tvtdownloads/merkblatt116.pdf (abgerufen am 21.05.2015)

Die GfK Umfrage kann hier eingesehen werden.

 

 

Quelle: PETA Deutschland


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