Antibiotika und Vogelgrippe: Weihnachtsbraten mit Risiken

Go vegan!

Antibiotika, Multiresistente Keime: Fleisch – neben dem Tierleid auch ein Gesundheitsrisiko.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   Foto: (c) vp.de

In letzter Zeit haben erneut zahl-reiche Ereignisse im Bereich der industriellen Massentier-haltung die Republik aufgerüt-telt. Zwei davon – Antibiotika und Vogelgrippe – geben besonders in der Weihnachtszeit für viele Verbraucher Anlass zur Sorge. Wer ein risikofreies Menü für die Weihnachtstage plant, kann auf vegetarische und vegane Bratenalternativen umsteigen. Der VEBU (Vegetarierbund Deutschland) zeigt Alternativen auf und bietet zahlreiche Rezepte für ein tierleidfreies Fest.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Verbraucherministeriums Nordrhein-Westfalen deckte auf: Neun von zehn Puten werden im Laufe ihres Lebens mit Antibiotika behandelt. Diese Studie ist kein Einzelfall. Immer wieder werden in Tests auch Rückstände von Antibiotika in Geflügel und Fleisch nachgewiesen. Massentierhaltungsställe gelten als Brutstätte für multiresistente Keime, die ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko für Verbraucher darstellen.

Multiresistente Keime als akute Gefahr

Die grüne Bundestagsfraktion hat im Frühjahr 2014 die Ergebnisse einer Untersuchung von Wurstwaren veröffentlicht. Dabei waren viele der Proben mit ESBL-Bakterien (ESBL = Extended-Spectrum-Betalaktamasen) belastet. Bei 16 Prozent der Wurst- und Schinkenproben wurden ESBL-bildende Bakterien nachgewiesen. Insgesamt waren bei dem Test Putenprodukte besonders stark betroffen. Hier wurden bei 66 Prozent der Proben die Bakterien nachgewiesen.“Das Bundesamt für Risikoforschung (BfR) sieht im Auftreten von ESBL-bildenden Bakterien in der Nutztierhaltung und in Lebensmitteln ein erhebliches Problem für den gesundheitlichen Verbraucherschutz. Über den Konsum von mit ESBL-bildenden Bakterien belasteten Produkten können diese Bakterien auf den Menschen übertragen werden. Im Fall einer Erkrankung ist diese, aufgrund der Resistenz gegen verschiedene Antibiotika, schlechter zu behandeln“, so die GRÜNEN. Der hohe Verbrauch von Antibiotika in der Massentierhaltung gilt als eine von mehreren Ursachen, warum immer mehr Menschen resistent gegen diese Art von Medikamenten sind. Ställe, in denen Tiere auf engstem Raum gehalten werden, gelten als Brutstätten für multiresistente Keime.

Auswirkungen der Vogelpest in Deutschland noch nicht absehbar

Die Folgen der derzeit in Deutschland grassierenden Vogelpest, auch Vogelgrippe genannt, sind derzeit noch nicht absehbar. Das als besonders gefährlich geltende Influenzavirus vom Subtyp H5N8 ist in Ställen in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden festgestellt worden. Einer Ausbreitung des Virus wird von Seiten der Geflügelindustrie zwar entgegengewirkt, ändert jedoch nichts an dem hohen Risiko, dass die schnelle Verbreitung solcher Viren in der Massentierhaltung birgt.

Risiken aus dem Weg gehen

„Die industrielle Massentierhaltung bringt Leid und Gesundheitsgefahren hervor. Wer den Risiken, die aus dem Fleischkonsum entstehen, aus dem Weg gehen möchte, wählt eine vegetarisch-vegane Bratenalternative zum Fest“, erläutert Sebastian Zösch, Geschäftsführer des VEBU (Vegetarierbund Deutschland). „Der VEBU bietet auf der Seite vegetarische-weihnachten.de viele Rezepte und Produktvorschläge für ein festliches Menü“, so Zösch weiter. Zahlreiche pflanzliche Alternativen zum klassischen Weihnachtsbraten sind in Supermärkten, Reformhäusern oder Internetshops erhältlich. „Viele Menschen nutzen diese Möglichkeit, um bei ihren Essgewohnheiten bleiben zu können und tierleidfrei zu schlemmen“, sagt Zösch.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.