Anzeige vom Deutschen Tierschutzbüro: Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt gegen Tierquäler aus Zeven (bei Bremen)

 

Versteckte Kameras dokumentieren massive Gesetzesverstöße in Ferkelzuchtbetrieb / Über 60.000 Personen beteiligen sich an Online-Petition

Be vegan!

Wegen der viel zu hohen Ferkelwürfe, kommen viele Ferkel bereits tot zur Welt und werden achtlos von den Mitarbeitern eingesammelt und in den Müll geworfen.                                                                                                                                     Fotocredit: (c) Deutsches Tierschutzbüro

Berlin/Zeven (bei Bremen). Über 6 Monate wurden die Vorgänge eines Ferkelzuchtbetriebs in Zeven (bei Bremen) von Tierrechtlern dokumentiert. In dieser Zeit ist über 100 Std. Videomaterial entstanden. Immer wieder schlichen sich die Aktivisten nachts in die Anlage, in der ca. 2.500 Zuchtsauen gehalten werden. Sie installierten versteckte Kameras und konnten so die grausamen Praktiken dokumentieren. 

„Auf den Aufnahmen ist zu sehen, dass ganz offensichtlich kranke Ferkel nicht tierärztlich versorgt worden sind, sondern einfach so lange auf den Boden geschlagen wurden, bis sie vermeintlich tot waren. Diese gesetzeswidrige Praktik führte offenbar dazu, dass ein Tier überlebte und anschließend wohl qualvoll im Mülleimer verendete“, so Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Tierschutzbüros.

Hinzu kommt, dass die Spaltenböden an einigen Stellen zu groß sind, mit der Folge, dass Ferkel in die Spalten fallen und qualvoll sterben. Ganz offensichtlich wird dieser „Verlust“ vom Betreiber der Anlage mit einkalkuliert, denn die zu großen Spalten finden sich überall in dem Betrieb.

Aber auch die Sauenhaltung im so genannten Kastenstand verstößt gegen die Tierschutz-Nutztierverordnung. Dort heißt es, dass der Kastenstand so breit sein muss, wie das Tier hoch ist, damit sich die Sau ungehindert hinlegen kann. Bei dem dokumentierten Betrieb im niedersächsischen Zeven unterschritten die von den Tierrechtlern geprüften Kastenstände diese Vorgabe. Teilweise stand den Tieren 20 % weniger Platz zur Verfügung, als ihnen gesetzlich eigentlich zusteht.

„In diesen Käfigen können sich die armen Schweine noch nicht einmal umdrehen, das ist die reinste Tierquälerei“, kritisiert Peifer.

Über 60.000 PetitentInnen

Das Deutsche Tierschutzbüro e.V. hat der Staatsanwaltschaft Oldenburg vor wenigen Wochen die gesamte Recherche mit allen Dokumenten und über 100 Stunden Videomaterial überreicht. Wie heute bekannt wurde, hat die Staatsanwaltschaft nun auch die Ermittlungen gegen die Verantwortlichen aufgenommen (Aktenzeichen NZS 1102 Js 36509/17).

Unterstützung erhalten die Tierrechtler auch von über 60.000 Menschen, die sich in kürzester Zeit bereits an einer Online-Petition auf Change.org (https://www.change.org/ferkel) beteiligt haben. Sie fordern, dass die Tierquäler eine gerechte Strafe erhalten.

„Laut Tierschutzgesetz § 17 bzw. § 18 müssen Täter mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro rechnen“, so Peifer.

Das Deutsche Tierschutzbüro möchte mit der Veröffentlichung des Bildmaterials auch dazu beitragen, dass erneut über die Probleme in der Massentierhaltung und Tierzucht diskutiert wird. „Immer wieder decken wir und andere Organisationen Missstände bei der Tierhaltung auf, es sind keine Einzelfälle, sondern die Tierquälerei ist systematisch“, so Peifer weiter, der schon hunderte von Mastanlagen von innen gesehen hat.

Verbrauchern rät der Verein, auf tierische Produkte zu verzichten. „Wer dieses System von Tod, Ausbeutung und Tierquälerei nicht unterstützen möchte, der sollte auf pflanzliche Alternativen ausweichen“, so Peifer abschließend.

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Deutsches Tierschutzbüro

 

 


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