Blindflug: Tierquälerei an der Universität Konstanz

 

Be vegan!

Taube bestückt mit Messgeräten und Helm.                                                                                                Fotocredit:(c) Schweizer Tierschutz STS

Durch die Rettung einer völlig erschöpften, orientierungslosen Taube ist der Schweizer Tierschutz STS auf ein tierquälerisches Experiment der Universität Konstanz aufmerksam geworden. Das mit einem Plastikhelm am Kopf und einem Sender am Rücken versehene Tier wurde am vergangenen 2. September bei Mammern im Kanton Thurgau aufgefunden und von Tierschützern in Obhut genommen.

Beim ihrem Auffinden verharrte die Taube unbeweglich am Boden sitzend und wehrte sich gegen das Einfangen nicht. Dieses ungewöhnliche Verhalten verwundert nicht in Anbetracht der tierquälerischen Manipulationen, die dem Vogel zugefügt wurden, bevor er auf den Blindflug entsandt wurde: Der Taube wurde ein Plastikhelm aufgesetzt und mit Schnüren fixiert. Der Helm war so angebracht, dass dem Tier komplett die Sicht genommen wurde und auch die oberen Atemwege zum Teil verdeckt waren. Dadurch musste die Taube blind fliegen und konnte zudem nicht ausreichend Sauerstoff aufnehmen.

Auch wurde damit der für die Orientierung beim Fliegen wichtige Geruchssinn eingeschränkt. Ein ausserdem vor dem Freisetzen in die Nase appliziertes Lokalanästhetikum dürfte zum gänzlichen Verlust des Geruchssinns geführt haben. Am Rücken der Taube war mit doppelseitigem Klettband ein Sender angebracht. Die untere Seite des Klettbands wurde offenbar nach Entfernen der Rückenfedern direkt auf die Haut aufgeklebt. Das Klettband kann ohne grossflächigen, tiefen Gewebeschaden nicht mehr entfernt werden.

Aus Sicht des Schweizer Tierschutz STS liegen hier deutliche Hinweise auf fahrlässiges Handeln der Universität Konstanz vor. Leid, Angst, Schmerz und der mögliche Tod des Tieres wurden billigend in Kauf genommen – für einen höchstwahrscheinlich mehr als zweifelhaften «Erkenntnisgewinn». Das verabscheuungswürdige Freiflug-Experiment sollte die Theorie bestätigen, wonach sich Tauben allein anhand magnetischer Erdstrahlen orientieren können.

Seinen Protest hat der Schweizer Tierschutz STS in einem Schreiben an die zuständige Institutsleitung der Universität Konstanz zum Ausdruck gebracht. Die Taube wird in einer Wildvogel-Pflegestation betreut und gepflegt. Die Rückgabe des gequälten Tieres an die für den Versuch Verantwortlichen lehnt der STS ab.

 

 

 

Quelle: Schweizer Tierschutz STS

 

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.