Britische Wissenschaftler belegen: Affenhirnversuche nutzlos

 

Be vegan! Forscher skalpeliert im Hirn eines fixierten Affen

Affenhirnversuche: Qualvoll und wissenschaftlich nicht wirklich hilfreich.                                                                                                                Fotocredit: (c) »Let the Animals live – Israel«

Eine aktuelle Veröffentlichung in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift ATLA* attestiert der Affenhirnforschung fehlenden Nutzen und empfiehlt, klinische Forschung mit Fokus auf den Menschen zu betreiben, um zu relevanten Erkenntnissen zu kommen. Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche sieht darin erneut bestätigt, dass eine Abkehr von Tierversuchen geboten ist, um den medizinischen Fortschritt nicht länger aufzuhalten.

Tierexperimentatoren rechtfertigen ihre Hirnforschung an Affen regelmäßig mit der Behauptung, die Tiere würden nicht leiden und der medizinische Nutzen sei groß. Die britischen Autoren untersuchten diese Aussagen und kommen zu dem Ergebnis, dass es für den Nutzen keine Belege gibt, sondern dieser vielmehr spekulativen Charakter hat und die Versuche zudem ethisch nicht vertretbar sind.

Tierversuche: „Erkenntnisse irreführend“

Kernaussagen des Artikels sind, dass aufgrund der Unterschiede zwischen Affen- und Menschenhirn die am Tier gewonnenen Erkenntnisse irreführend sind. Die Bedeutung der Erkenntnisse aus der ethisch vertretbaren Forschung am Menschen werde von Affenexperimentatoren unterbewertet und der angebliche Nutzen derartiger Tierversuche überbewertet. Zudem werde fälschlicherweise behauptet, einige medizinische Errungenschaften wie die Funktionelle Magnetresonanztomografie (fMRT) oder die Tiefe Hirnstimulation, die unter anderem im Rahmen der Parkinsonforschung zum Einsatz kommen, gingen auf die Affenhirnforschung zurück. Tatsächlich jedoch wurde beispielsweise die fMRT bereits in den 1980er Jahren durch zwei unabhängige Forschungsgruppen in den USA ohne den Einsatz von Affenversuchen entwickelt.

Die Autoren der Studie folgern, dass es für das Festhalten an der Affenhirnforschung keine Rechtfertigung gibt und fordern eine auf den Menschen bezogene Forschung beispielsweise mittels Transkranieller Magnetstimulation (TMS), Elektroencephalografie (EEG) oder Magnetencephalografie (MEG).

Verstöße gegen das Tierschutzgesetz

In Deutschland werden unter anderem in Bremen, Göttingen, Magdeburg und am Tübinger Max-Planck-Institut Rhesusaffen durch Durst gefügig gemacht, damit sie mit angeschraubtem Kopf und Elektroden im Gehirn nach Forscherwunsch Aufgaben am Bildschirm erledigen. „Diese Hirnversuche dienen dem reinen Ausleben tierexperimenteller Forscherinteressen ohne klinische Relevanz“, erläutert Dipl.-Biol. Silke Strittmatter, Sprecherin des Ärztevereins. Der Verein fordert seit über sieben Jahren ein Ende der Experimente. Im September 2014 hatten von den Tierversuchsgegnerorganisationen Cruelty Free International und Soko Tierschutz verdeckt gemachte Filmaufnahmen aus Tübingen das Leid der Tiere sowie offensichtliche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in die Öffentlichkeit gebracht. Aufgrund von Strafanzeigen der Ärztevereinigung und anderer Verbände wurden staatsanwaltschaftliche Ermittlungen eingeleitet. Ein Ergebnis steht noch aus.

 

*Originalartikel: Bailey J. & Taylor K.: Non-human Primates in Neuroscience Research: The Case Against its Scientific Necessity. ATLA 2016: 44, 43-69

 

Weitere Information:
Stellungnahme zur angeblichen Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit von Hirnversuchen an Affen >>

 

 

 

 

Quelle: Ärzte gegen Tierversuche

 

 


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