„Bruderhahn“ ist PETAs Unwort des Jahres // Tierrechtsorganisation kürt das tierfeindlichste Wort 2016

 

Be smart, be vegan!

Statt gleich in den Schredder geht es in „Bruderhahn“-Projekten nun in die Hühnermastanlage. Geschlachtet wird dann nach ein paar Monaten.                                                                                                                                   Fotocredit: (c) PETA

Stuttgart – Augenwischerei durch Sprache: Analog zur Verkündung der sprachkritischen Aktion „Unwort des Jahres“ veröffentlicht die Tierrechtsorganisation PETA mit „PETAs Unwort des Jahres“ das tierfeindlichste Wort 2016. Die Wahl ist dieses Jahr auf den Begriff „Bruderhahn“ gefallen. Bruderhahn-Projekte wie die Bruderhahn Initiative Deutschland, haehnlein oder Spitz und Bube werben damit, …

…im Rahmen der Eierproduktion eine tierfreundliche Alternative zum Schreddern männlicher Küken zu bieten, indem sie männliche Küken wenige Monate aufziehen und ihr Fleisch anschließend verkaufen. Dadurch wird der Tod der Tiere jedoch nur herausgezögert, denn Bruderhahn-Partner mästen die Tiere, um sie nach wenigen Monaten zu schlachten.

Eine Jury hat entschieden

Über PETAs Veganblog und die Facebook-Seite konnten Interessierte ihre Vorschläge einreichen – eine interne PETA-Jury wählte den zweifelhaften Gewinner aus Hunderten Begriffen.

„Mit dem Wort ‚Bruderhahn’ gaukelt die Industrie Mitgefühl vor. In Wahrheit aber geht es um genauso tierverachtende Tötungsprozesse wie in der regulären Eierproduktion“, so Christiane Steiner, Koordinatorin bei PETA. „Lebewesen werden gemäß den Bedürfnissen der Industrie geschaffen und brutal getötet. Wer Tiere wirklich schützen möchte, wählt statt Eiern eine vegane Alternative.“

Kein wirtschaflticher Nutzen

Jedes Jahr werden in Deutschland rund 50 Millionen männliche Küken vergast oder bei lebendigem Leibe geschreddert, weil sich die Aufzucht der Tiere für die regulären Betreiber wirtschaftlich nicht lohnt: Die Tiere legen weder Eier, noch setzen sie in den Augen der Geflügelindustrie – verglichen mit den Nachkommen aus speziellen Mastlinien – schnell genug Fleisch an. PETA hat bereits 2016 zahlreiche Brütereien angezeigt und eine mediale Debatte um die ethischen Aspekte des Eierkonsums ausgelöst.

Der Begriff „Bruderhahn“ erweckt den Eindruck von Fürsorge und trauter Familienidylle. Dabei werden die Brüder der Hennen schon nach wenigen Monaten getötet, während Verbraucher glauben, den Tieren das Leben zu schenken. Insgesamt haben sich bundesweit nur wenige Höfe angeschlossen. Nur ein Bruchteil der in Deutschland verzehrten Eier stammt aus Bruderhahn-Projekten.

Für das Jahr 2015 kürte die Tierrechtsorganisation „Jagdtrophäe“ zum Unwort des Jahres. Seit 2008 sucht und kürt PETA das tierfeindlichste Wort des jeweils vergangenen Jahres. Ziel der Aktion ist es, auf diskriminierende Begriffe hinzuweisen und den Sprachgebrauch langfristig tierfreundlicher zu gestalten. Tiere werden weltweit nicht nur milliardenfach ausgebeutet, missbraucht und getötet; auch die Sprache setzt sie systematisch herab. Viele Worte oder Floskeln verbergen die wahren Hintergründe der Tierausbeutung und verharmlosen dadurch den rücksichtslosen Umgang mit Kühen, Schweinen, Gänsen, Nerzen und anderen Tieren.

 

 

 

 

 

 

Quelle: PETA

 

 


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