Bundesregierung bringt Wildtierantrag ein

 

VIER PFOTEN kritisiert die vertane Chance, mehr für den Schutz exotischer Heimtiere zu tun

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VIER PFOTEN: Stiftung für Tierschutz.
                                                                 Logo: (c) VIER PFOTEN

Berlin / Hamburg – Im Bundestag wird heute ein Antrag der Regierungsparteien zum besseren Schutz von Wildtieren und der Eindämmung des illegalen Wildtierhandels eingebracht. VIER PFOTEN begrüßt, dass die Regierung hiermit endlich ihrem Versprechen aus dem Koalitionsvertrag nachkommt, den Handel und die Haltung von Wildtieren durch Privatpersonen strenger zu regeln, bedauert aber die vertane Chance, den Schutz von Wildtieren durch konkrete gesetzliche Verpflichtungen wirklich zu verbessern.

So fordern die Parteien in ihrem Antrag, dass sich die Bundesländer auf eine einheitliche Definition gefährlicher Tiere einigen sollen und eine bundeseinheitliche Regelung zur Haltung dieser Tiere schaffen. Bisher gibt es  keine einheitliche Regelung. Einzelne Bundesländer haben eigene, sogenannte Gefahrtier-Regelungen erlassen, womit ein Flickenteppich an Verordnungen entstanden ist.

Daneben soll es eine verpflichtende Sachkunde für private Halter geben und eine Regelung, um die tierschutzgemäße Haltung von Heimtieren sicherzustellen. Dies reicht aber bei weitem nicht aus, kritisiert VIER PFOTEN.

Denise Schmidt, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN:

„Die hohen Ansprüche vieler Tiere in Bezug auf Ernährung, Unterbringung, Raumklima oder Sozialstruktur sind sehr komplex. Oft erfordert die Haltung erhebliche finanzielle Mittel. Viele Arten werden sehr alt und können enorme Körpergrößen erreichen. Dieser jahrzehntelangen Verantwortung sind nicht alle Halter gewachsen. Viele exotische Heimtiere stellen zudem ein enormes Sicherheitsrisiko dar. Giftige Arten, große Würgeschlangen, Schnappschildkröten oder Affen können sehr gefährlich für den Tierhalter sein, aber auch unbeteiligte Personen sind immer wieder durch entkommene Individuen gefährdet. Deswegen fordert VIER PFOTEN die Einführung einer Positivliste, die Tier-, Natur- und Artenschutz, artgemäße Haltung sowie Gesundheit und öffentliche Sicherheit berücksichtigt.“

Die Bundesregierung kommt mit diesem Antrag ihren Versprechungen aus dem Koalitionsvertrag nicht nach. Ankündigungen, wie ein Importverbot von Wildfängen in die EU zu erlassen sowie ein Verbot gewerblicher Tierbörsen für exotische Tiere, sollen laut Antrag nun lediglich „geprüft“ werden.  Auch für die Regulierung des Online-Handels, der größte Markt für illegalen Handel, gibt es keine konkreten Vorschläge.

VIER PFOTEN bedauert die vertane Chance und fordert die Bundestagsabgeordneten auf, den Regierungsantrag dahingehend zu überarbeiten. Nach der heutigen Debatte im Plenum, wird der Antrag zur weiteren Bearbeitung dem Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft zugeleitet.

 

 

 

 

 

Quelle: VIER PFOTEN

 

 


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