Bundesverband Menschen für Tierrechte stellt neue Forschergruppe aus Berlin vor

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„InVitro + Jobs“: Impulse für eine tierversuchsfreie Forschung.                                                                                                                             Quelle: (c) www.invitrojobs.de

Die zehn wichtigsten menschlichen Organe auf einem bankkartengroßen Chip – daran arbeitet die Firma TissUse. Ziel ist es, zukünftig alle Giftigkeitstests ohne Tierversuche durchzuführen. Dies könnte schon heute jährlich etwa 70.000 Tieren* das Leben retten.

Die Human-on-a-Chip-Technologie ist zudem ausbaufähig und könnte zukünftig weitere Tierversuche beenden. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte stellt die Forschergruppe und die tierleidfreie Technologie auf seinem neuen Portal „InVitro+Jobs“ vor.

Wirkung im Gesamtorganismus

„Die Wissenschaft begründet die Notwendigkeit von Tierversuchen vor allem damit, dass die Wirkung von Substanzen nur im Gesamtorganismus beurteilt werden kann. Bisher war die praxisreife Nachbildung des gesamten Stoffwechsels von Mensch oder Tier eine unüberwindbar große Lücke für die tierversuchsfreie Forschung. Die erfolgreiche Arbeit der Forschergruppe um Dr. Uwe Marx ist eine wissenschaftliche Revolution, denn sie zeigt, dass diese Lücke geschlossen werden kann“, so Dr. Christiane Hohensee, Projektleiterin von „InVitro+Jobs“.

Seit 2014 sind die Wissenschaftler von TissUse in der Lage, vier Miniorgane (Darm, Leber, Niere und Haut) auf einem Chip über kleinste Mikrokanäle zu verbinden (”ADME-Chip”). Diese Technologie ermöglicht, systemisch-toxikologische Untersuchungen durchzuführen, die bisher an Tieren vorgenommen wurden. So kann schon jetzt die Zahl der Tierversuche im Bereich der Giftigkeitstests deutlich reduziert werden. Ziel der Forscher ist es, letztlich alle Tierversuche im Bereich der akuten, subchronischen und chronischen Substanztestung beenden zu können.

Mini-Organismus

Bis 2018 will das Unternehmen die zehn wichtigsten menschlichen Organe oder mehr auf einem bankkartengroßen Chip abbilden. Mit diesem Mini-Organismus können die wesentlichen Organreaktionen des menschlichen Organismus in mehrwöchigen Giftigkeitstests simuliert werden. Zur Konstruktion des Mini-Organismus werden die Organe in Form kleinster Funktionseinheiten, den sogenannten Organoiden, auf den Chip aufgebracht. Eine Funktionseinheit besteht aus allen notwendigen Zelltypen mit deren relevanten Eigenschaften. Ein vollständiges Organ setzt sich aus einer immensen Anzahl dieser Funktionseinheiten zusammen. Nach erfolgreichem Transfer auf den Chip kann eine Einheit das, was auch ein vollständiges Organ leistet, hoffen die Entwickler der Human-on-a-Chip-Plattformen von der Firma TissUse aus Spreenhagen bei Berlin.

„InVitro+Jobs“, das Wissenschaftsportal des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte zur Unterstützung der tierversuchsfreien Forschung, informiert seit 2011 in seiner Reihe „Arbeitsgruppe im Portrait“ über Wissenschaftler und ihre innovativen Forschungsprojekte. Im Fokus stehen neu entwickelte Methoden, ihre Evaluation sowie der Ausblick, welche tierexperimentellen Versuchsansätze gemäß dem 3R-Prinzip (reduce, refine, replace) nach Möglichkeit reduziert und bestenfalls abgelöst werden können.

* Laut der offiziellen Versuchstierstatistik des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (2013) wurden von den 154.011 Tieren, die in der Giftigkeitsforschung eingesetzt wurden, 44 Prozent (67.783 Tiere) in Tests auf akute, subakute, subchronische und chronische Toxizität verwendet.

Ausführliche Informationen, inklusive eines Interviews mit Dr. Reyk Horland, Business Development Manager der TissUse GmbH, unter:
www.invitrojobs.de

 

Quelle: Menschen für Tierrechte


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