Centrum für tierversuchsfreie Verfahren: NRW-Wissenschaftsministerin kündigt Förderung an

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Tierversuche sollen möglichst ganz von tierversuchsfreien Verfahren ersetzt werden.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                 Fotocredit: (c) SHAC / Menschen für Tierrechte

NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze hat gestern angekündigt, dass ihr Ministerium das neue Centrum für Ersatzmethoden zum Tierversuch (CERST) mit 200.000 Euro in 2015 und mit einer Million Euro bis 2019 unterstützen will. Damit soll ein wichtiger Beitrag zur Reduzie-rung von Tierversuchen geleistet werden. Die Leitung wird die Humanmedizinerin Prof. Dr. med. Ellen Fritsche vom Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF) der Heinrich Heine Universität Düsseldorf übernehmen.

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte lobt diese Entscheidung als zukunftsorientierten Meilenstein, der dem wissenschaftlichen Fortschritt, dem Tierschutz und dem Forschungsstandort NRW gleichermaßen dient. Der Landtag wird voraussichtlich Mitte Dezember im Rahmen der Haushaltsberatungen über die Finanzierung von CERST abstimmen.

„Seit 2007 kämpfen wir, der Bundesverband Menschen für Tierrechte, für dieses Centrum. Jetzt freuen wir uns außerordentlich, dass es mit Rot-Grün Wirklichkeit wird. Lob geht dabei an Martin-Sebastian Abel, den Sprecher für Tierschutz von Bündnis 90/Die Grünen, und seine Fraktion. Professor Ellen Fritsche ist eine international anerkannte Wissenschaftlerin, die mit ihrem Team tierversuchsfreie Methoden sehr erfolgreich bis zur Anwendungsreife entwickelt und Studierende für tierversuchsfreie Techniken begeistert“, so Dr. Christiane Baumgartl-Simons, stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte. Das Ziel eines aktuellen Projektes von Professor Fritsche ist es, eine Methode zu entwickeln, mit der tierversuchsfrei untersucht werden kann, ob und wie Medikamente und Chemikalien die Entwicklung von Ungeborenen und Kleinkindern beeinflussen können. Dabei kommen menschliche Stammzellen zum Einsatz.

Möglichst vollständig auf tierversuchsfreie Verfahren setzen

Positiv bewertet der Tierrechtsverband auch das Ziel Schulzes, Tierversuche möglichst vollständig durch tierversuchsfreie Verfahren zu ersetzen. Es stelle sich immer öfter heraus, so die Ministerin, dass wichtige Erkenntnisse auch ohne Tierversuche gewonnen werden könnten. Zudem seien neue, alternative Testverfahren häufig auch leichter durchzuführen und finanziell günstiger. Nach Aussagen der Tierrechtsorganisation erfüllt die rot-grüne Landesregierung mit der Einrichtung des Centrums eine Zusage aus ihrem Koalitionsvertrag (2012-2017). NRW wird damit nach Baden-Württemberg das zweite Bundesland mit einem Centrum für tierversuchsfreie Verfahren. Auch Hessen wird mit zukünftig drei Professuren zur Reduzierung der Tierversuche beitragen und stellt dafür in den nächsten fünf Jahren zwei Millionen Euro zur Verfügung.

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte hat einen umfangreichen Maßnahmenkatalog zur Förderung tierversuchsfreier Verfahren erstellt. Die Einrichtung von Forschungszentren, Lehrstühlen und Professuren sowie die studentische Lehre ohne Tierverbrauch haben darin eine hohe Priorität.

 

 

 

Quelle: Menschen für Tierrechte


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