Christine Kaufmann: schön und gesund – ohne Geheimnisse

 

Guido Barth trifft: Christine Kaufmann (2005)

Christine Kaufmann lebt vegetarsich

Christine Kaufmann                                                                  Bild: Petra Stadler

Christine Kaufmann war ein Star in Hollywood. Sie war mit Tony Curtis verheiratet und hat in Filmen mit den ganz großen gespielt. Damals galt sie in Deutschland als „enfant terrible“, als Hippie-Mädchen, und ihre Leistungen wurden von der deutschen Presse weitgehend ignoriert. Erst Jahre nachdem sie aus Amerika zurückgekehrt war, konnte sie mit „Monaco Franze“ wieder erste Erfolge feiern. Sie ist neben der Schauspielerei ein erfolgreiche Buch-Autorin und Geschäfftsfrau.

Lächelnd, mit Handtasche; Christine Kaufmann schreitet in die Hotel-Lounge.
Strahlend begrüßt sie mich und ich sehe sofort bestätigt, was alles über diese Frau
gesagt und geschrieben wurde und immer noch wird, sie ist schön, sehr schön und
sie ist sichtbar gesund. Eine wunderbare Ausstrahlung – trotz, oder vielleicht auch
gerade wegen vieler Termine: Fernsehen, Theater und Bücher schreiben, das Leben ist Bewegung.

Viel Bewegung, vegetarisch Frisches, Kosmetik in Maßen

Im Bistro des Hotels finden wir einen sonnigen Platz. Auffällig ist ihre entspannte,
sehr aufrechte und irgendwie wirklich „korrekte“ Körperhaltung. Sie ist mir sieben
Jahren in München zum Ballett gekommen war. „Das war ganz freiwillig. Ich wollte
da unbedingt hin, ich tanze ja gerne“.

Ob es nicht doch ein Geheimnis gibt, für ihre Schönheit, ihre natürliche Schönheit,
insistiere ich. „Nein“, sagt Sie nonchalant. „Oder, eines vielleicht doch, positives
Denken, sei wohl das Wichtigste. Ansonsten nichts Außergewöhnliches, ich esse viel Obst, Gemüse, am liebsten rohen Karottensalat, na ja, und ich bewege mich viel“. Und Kosmetik? „Je weniger, je besser, ich benutze natürlich Kosmetik, aber, das ist eher ein Ritual – ein Besinnungsritual“.

50 Jahre ist eine lange Zeit

Die Filmkarriere von Christine Kaufmann hat früh begonnen. Sie rührte 1954 als
Rosen-Resli die deutsche Nation zu Tränen und avancierte schnell zum Kinderstar.
„Sonst wäre ich bestimmt Tänzerin geworden“. Sie geht nach Hollywood, spielt mit
den ganz großen, mit Kirk Douglas in „Stadt ohne Mitleid“ und bekommt einen
Golden Globe, als einzige deutsche Schauspielerin – bis heute. Wie ging es dann
weiter? „Also, für mich war es so, ich habe den Golden Globe gekriegt und 1963
Tony Curtis geheiratet und gedacht, jetzt könnte ich eigentlich aufhören zu arbeiten“.

Christine Kaufmann lebt vegetarsich

Christine Kaufmann hatte in ihrem Leben internationalen Erfolg                                                                                        Bild: Petra Stadler

In Ihrem Buch „Christine Kaufmann und ich“ schreiben Sie: Ich bin verliebt, mein Ehemann geht arbeiten und ich bleibe schön alleine zu hause. „Ja, wunderbar. Herrlich. Aber irgendwann reichte das dann nicht mehr“. Die Ehe mit Tony Curtis ist nach fünf Jahren zu Ende und Christine Kaufmann kehrt alleine aus den USA zurück. Ihre zwei Töchter durften erst Jahre später nachkommen.
Wie war das für Sie? „Ich habe natürlich sehr gelitten und zudem bin ich ja auch noch verlacht worden, aufgrund meiner Ansichten zu vegetarischer Ernährung. Es hat auch geheißen, Christine Kaufmann fährt Fahrrad – unterste Stufe quasi. Merkwürdigerweise habe ich aber gerade von den Zeitungen, die mich damals angegriffen haben, etwa von der Bild, in der Zwischenzeit sehr viel Anerkennung für diese Haltung bekommen, die sich als richtig erwiesen hat, im Sinne von ‚besser für uns alle’“.

Viele Reisen und Marokko im Herzen

Viele Jahre hat Christine Kaufmann im Ausland verbracht: in Hollywood und Los Angeles, Wien, Tanger und Mallorca; zwischendurch noch längere Aufenthalte in Italien, Frankreich und Russland und eben immer viele, viele Reisen. Ein Jahrzehnt war ihr Zentrum in München, doch irgendwann war sie immer öfter in Berlin, „bei den Enkelkindern“.
„Ich bin häufig in Miami. Ich fliege da aber nur hin, weil eine meiner Töchter dort lebt. Ehrlich gesagt gefällt es mir dort nicht so sehr“. Aber ihre Lust am Reisen sei noch lebendig wie immer, freut sie sich. Sie habe neben vielen Freunden vor allem ihre Töchter und Enkelkinder, in Berlin und eben in Miami, die sie regelmäßig besuche.

„Marokko steht eigentlich auch immer wieder auf dem Plan, da habe ich, als ich dort gelebt habe, so viele schöne Erlebnisse gehabt“. Ob sie gerne koche, frage ich. „Ja, ich koche sehr, sehr gerne. Ich finde, Kochen ist eines der wunderbarsten Sachen unserer Zivilisation. Das ist etwas, dass die Menschen überhaupt erst miteinander verbunden hat, gemeinsam Essen, sich unterhalten. Das eben mit dem Kochen zu verbinden, finde ich eine sehr schöne Sache“. Sie erzählt mir auch, dass sie seit vielen Jahren mit denselben Töpfen koche, „eigentlich garen, mit nur ganz wenig Wasser. Das wird immer sehr lecker“.

Bio ist natürlich auch Umweltschutz

Natürlich lege sie viel Wert auf Bio-Nahrungsmittel, fügt sie noch hinzu. Und Umweltthemen? „Ja, unbedingt. Ich sagte ja bereits, ich kaufe selber ‚bio‘ ein und informiere mich natürlich über die Qualität dessen, was ich esse. Wenn sie erst mal wissen, wie viele Schadstoffe in herkömmlichen Produkten sein können, dann kommen eigentlich nur noch Naturprodukte in Frage. Das gilt besonders auch für die Kosmetik, die ich verwende. Meinen ersten Kontakt mit Natur-Kosmetik habe ich übrigens bei Anne Börlind gehabt, mit der ich zusammen gearbeitet habe“. Sie erinnere sich auch mit sehr viel Freude an einige Werbefilme für den Umweltschutz, in denen sie dabei gewesen sei, „als Schauspielerin und Prominente und ohne Gage selbstverständlich“.

War da was?

Erst die Rolle der etwas komischen Olga in Monaco Franze (1983) hat sie in Deutschland wieder richtig bekannt gemacht. Eigentlich seltsam, nach Hollywood und Golden Globe – warum wird erst jetzt mehr über den Golden Globe gesprochen? „Den hat man ja verschwiegen, jahrelang. Das ist jetzt bloß, weil der Kerner Mal gesagt hat, ‚was Sie haben den Golden Globe, wieso weiß man das nicht’. Ja, das hat man unter den Tisch fallen lassen; das passte nicht zu dem Bild des Hippie-Mädchens, das ihren älteren Ehemann (Tony Curtis) verlassen hat, sich vegetarisch ernährt und langhaarige Freunde hat. Na, da hat der Golden Globe einfach nicht gepasst und man hat den schlicht und einfach versteckt“.

Und was ist aus dem Tanzen geworden? „Als ich Anfang zwanzig war, habe ich angefangen, nach afrikanischer Musik zu tanzen. „Ich tanze seither jeden morgen, oder ich mache Gymnastik“. Skeptisch frage ich nach der nötigen Disziplin. „Disziplin? Nein, überhaupt nicht. Einmal macht mir das wahnsinnig Spaß und es hat auch einen ganz praktischen Grund: Ich bekomme damit morgens meinen Kreislauf sehr gut in Gang. So einfach ist das“. Tja, wenn alles nur so einfach wäre, auf zur nächsten Show – das Auto wartet schon.

 

 

©Guido Barth
Fotocredit: ©Petra Stadler

Lesetipps: zwei Bücher von Christine Kaufmann:

Scheinweltfieber
Verlag Langen-Müller
Jahr: 2013 (1. Auflage)
Seiten: 224 Seiten
ISBN/EAN: 978-3-7844-3288-5

und:

Christine Kaufmann und ich
Lübbe Verlagsgruppe
Bergisch Gladbach 2004
ISBN 3785722036
Gebunden, 348 Seiten



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