Condor storniert PETA-Anzeige in Bordmagazin

 

Organisation wollte über Leid der Orcas im spanischen Unterhaltungspark Loro Parque informieren

Be vegan!

Kein Ort zum Überleben: Orca-Aquarium Shows – hier im Sea World San Diego/USA.                                                                                                     Fotocredit: (c) PETA Deutschland e.V.

Teneriffa / Stuttgart – Kritik unerwünscht: Um auf die tierschutzwidrigen Haltungsbedingungen im spanischen Unterhaltungspark Loro Parque aufmerksam zu machen, hat die Tierrechtsorganisation PETA eine ganzseitige Anzeige im Bordmagazin der Fluglinie Condor gebucht, die am 1. April und nochmal im August erscheinen sollte.

Das Motiv zeigt einen in einem runden Aquarium eingesperrten Orca mit herunterhängender Flosse. Die Aussage: „Unterstützen Sie Loro Parque nicht. Orcas leiden in Gefangenschaft.“ Doch nun hat die Fluglinie einen Rückzieher gemacht und sich kurzfristig dazu entschlossen, die Anzeige nicht zu drucken. PETA bedauert die Entscheidung und appelliert nun an alle potenziellen Besucher, sich über die Bedingungen im Loro Parque zu informieren. Derzeit sind sechs Orcas im Tierpark auf Teneriffa eingesperrt.

„Wir bedauern Condors Entscheidung, PETAs Motiv über das Orca-Leid im Loro Parque nicht abzudrucken, sehr“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Meerestiere bei PETA. „Die Anzeige hätte Tausenden Fluggästen bildhaft erklären können, warum der Loro Parque als Reiseziel für Tierfreunde tabu ist.“

Ein von Delfinschützer Ric O’Barry eingesprochenes, im Loro Parque gedrehtes Video zeigt die Ausbruchversuche von Orca Morgan. In dem verzweifelten Versuch, hinauszukommen, rammt die Orca-Dame immer wieder mit ihrem Kopf gegen das Metalltor ihres winzigen Beckens. Auch Orca Keto lebt im Loro Parque. Als er noch sehr jung war, trennte ihn der Meeresthemenpark SeaWorld von seiner Mutter und brachte ihn in den Loro Parque. In Freiheit würde Keto mehr als 150 Kilometer am Tag schwimmen und sein ganzes Leben bei seiner Mutter und seiner Familie verbringen. O’Barry bezeichnet die Orcashow im Loro Parque, bei der die Schwertwale zu lauter Musik tanzen müssen, als „eine der traurigsten und erbärmlichsten Dinge“, die er je gesehen habe.

Freiheit für alle Meeressäuger

Die Schwertwale im Loro Parque gehören rein rechtlich betrachtet dem US-amerikanischen Unternehmen SeaWorld. Im Frühjahr 2016 hatte SeaWorld angekündigt, das Zuchtprogramm mit Orcas einzustellen. Ob sich auch der Loro Parque auf Teneriffa daran hält, ist zurzeit noch fragwürdig. PETA fordert, dass Loro Parque und SeaWorld alle Meeressäuger unverzüglich an betreute Meeresbuchten überstellen – ein Vorhaben, dem auch Experten wie The Whale Sanctuary Project beipflichten.

Das National Aquarium in Baltimore geht mit gutem Beispiel voran: Seine acht Delfine sollen bis 2020 in eine betreute Meeresbucht umziehen. Der Geschäftsführer des Aquariums, John Racanelli, sagte dazu: „Diese Delfinauffangstation zu errichten, ist der richtige Schritt und die Zeit dafür ist genau jetzt reif.“

Die Bedürfnisse von Orcas lassen sich nicht in einem Betonbecken erfüllen. Legen die Meeressäuger in Freiheit weite Strecken zurück, wird ihnen in Gefangenschaft alles genommen, was ein selbstbestimmtes Leben ausmacht: ihr Leben in komplexen Familienverbänden, jagen, lange Strecken schwimmen, tief tauchen und vieles mehr.

 

 

 

 

 

Quelle: PETA

 

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.