DER LANGE WEG – TASSO E.V. BRINGT KATER LEO NACH SECHS JAHREN WIEDER NACH HAUSE

Go vegan!

Leo ist wieder zu Hause.                                                  Fotocredit: (c) Ingrid Schaguhn

„Leo wurde aufgefunden und befindet sich bei Tiere in Not in Reichelsheim.“ Diese Nachricht von der Tierschutzorganisation TASSO e.V. macht Ingrid Schaguhn aus Darmstadt fassungslos. Das erste Lebenszeichen ihres seit mehr als sechs Jahren vermissten Katers Leo. Und er lebt! Für Ingrid Schaguhn und ihren Ehemann Robert ist die kurze E-Mail von TASSO das schönste nachträgliche Weihnachtsgeschenk.

Alles beginnt im Herbst 2007, als die Familie von Kronberg im Taunus nach Darmstadt zieht. „Aus heutiger Sicht glauben wir, Leo hat unser neues Zuhause nicht gefallen“, rekapituliert Ingrid Schaguhn die Geschehnisse von damals. „Zwar war er schon immer ein Freigeist, machte, was er wollte. Aber nicht mehr zurückkommen, das war noch nie vorgekommen.“ Nachdem sie die ihr Leben verändernde E-Mail von TASSO gelesen und begriffen hat, dass ihr geliebter Stubentiger gefunden wurde, zögert sie nicht. Sofort meldet sie sich beim Tieheim „Tiere in Not“, steigt ins Auto und fährt ins 40 Kilometer entfernte Reichelsheim im Odenwald. Hier soll ihr Leo auf sie warten! Es kann nicht schnell genug für sie gehen. „Ich war wie ferngesteuert“, erinnert sie sich. „Als ich in Reichelsheim ankam, saß er da – schaute mich mit riesengroßen Augen an, und ich wusste sofort: das ist mein Leo!“ Der mittlerweile 14 Jahre alte Kater erkennt sein Frauchen sofort, reibt sein Köpfen an ihrer Hand und scheint zu fragen: „Wo bleibst Du denn so lange?“

Endlich nach Hause

Es besteht Verdacht auf eine Harnwegsinfektion, die zunächst auskuriert werden muss. Auch Diabetes wird diagnostiziert, aber Familie Schaguhn ist das alles egal: Sie wollen ihren Leo so schnell wie möglich zurück. Dennoch lässt Ingrid Schaguhn den Kater schweren Herzens vorerst in Reichelsheim. Zwei Tage später darf er endlich nach Hause. „Nachdem uns die Tierärztin genau erklärte, was zu tun ist, nahmen wir unseren Leo mit heim. Ein bisschen Angst vor der neuen Situation hatten wir schon, aber die Freude über das Wiedersehen überwog.“ In Darmstadt angekommen, nimmt er sein neues altes Zuhause wie selbstverständlich an, als wollte er sagen: „Nett habt Ihrs Euch gemacht, aber Zeit war ja auch genug.“

Das Tierheim in Reichelsheim kann aufklären, wie Leo zu ihnen kam. Er hatte sich bei einer älteren Dame im Modautal durch die Katzenklappe eingeschlichen. Sie fütterte ihn ein paar Wochen. Woher er kam, wusste sie nicht. Als sie im Januar überraschend ins Krankenhaus musste, gab sie Leo im Tierheim ab. Man entdeckte die Tätowierung und ließ sofort prüfen, ob das Tier bei TASSO eingetragen war. So fand der lange Weg des Katers Leo doch noch ein glückliches Ende. Doch wo er den Rest der Zeit verbracht hat, darüber schweigt Leo beharrlich.

Leo geht es gut

Leo geht es gut in seinem neuen alten Zuhause. Er hat innerhalb von vier Monaten zwei Kilo zugenommen, frisst gut und lässt sich ohne Murren seine Diabetesspritzen verpassen. Kaum sind die ersten warmen Sonnenstrahlen da, hält ihn nichts mehr im Haus. Er hält sich jetzt überwiegend im Garten auf und kommt nur noch zum Fressen rein. Familie Schaguhn ist zuversichtlich: „Wir werden alles dafür tun, dass sich Leo bei uns rundum wohlfühlt. TASSO hat uns ein riesengroßes Geschenk gemacht.“ Mittlerweile ist Leo seit einem Jahr wieder zu Hause.

Haustiere chippen und registrieren lassen

„Die Geschichte von Leo zeigt, wie wichtig es ist, seine Haustiere kennzeichnen und registrieren zu lassen“, sagt Philip McCreight, Leiter von TASSO. „Sechs Jahre sind eine sehr lange Zeit. Leo hätte ohne den Eintrag in unserem Register nie wieder zurückgefunden.“ Leos Geschichte ist kein Einzelfall. TASSO vermittelt jedes Jahr etwa 60.000 Tiere zurück.

TASSO rät, alle Hunde und Katzen, auch Wohnungskatzen, chippen und registrieren zu lassen. „Auch wenn Leo ein Freigänger war: Den Weg zurück hätte er nie gefunden“, sagt Philip McCreight weiter.

Denn: Wohnungskatzen haben es noch viel schwerer. Den Weg zurück zu finden, ist für sie nahezu chancenlos, weil sie keinerlei Erfahrung darin haben, sich in freier Wildbahn zu bewegen.

 

Quelle: Tasso e.V.