Der VEBU zum Klimagipfel in Paris: „Die Haltung sogenannter ‚Nutztiere‘ stellt ein massives Umwelt- und Klimaproblem dar.“

Der VEBU fordert, die Zusammenhänge zwischen Fleischkonsum und Klimawandel sowohl in der internationalen als auch in der nationalen Debatte stärker zu berücksichtigen.

Be vegan!

Nutztierhaltung ist nachhaltig klimarelevant.                                                                                                                                                                                                                                                   Fotocredit: (c) v-p

Berlin: In Paris tagen 150 Staats- und Regierungschefs, um einen Weltklimavertrag auszuhandeln. Über die dort vereinbarten Ziele hinaus, kann jeder Einzelne durch die Auswahl seiner Nahrungsmittel jeden Tag aktiv das Klima schützen. „Die Haltung sogenannter Nutztiere ist weltweit gesehen der größte Klimakiller“, betont VEBU Geschäftsführer Sebastian Joy.

„Einer der größten Hebel für den Klimaschutz ist die Ernährung. Je weniger Tierisches auf dem Teller landet, desto besser für das Klima. Diese Zusammenhänge müssen von der Politik noch stärker berücksichtigt werden“, fordert Joy.

40 Prozent weniger Treibhausgase durch Reduzierung tierischer Nahrungsmittel in Europa 

Ein Forscherteam, bestehend aus Wissenschaftlern aus den Niederlanden, England, Italien und Deutschland, ging in einem Rechenmodell der Frage nach, was passieren würde, wenn die Menschen in Europa weniger tierische Produkte essen und diese durch Getreide und Hülsenfrüchte ersetzen würden. Sie strichen rechnerisch die Hälfte des in der EU durchschnittlich verzehrten Fleisches sowie die Hälfte der konsumierten Milchprodukte und Eier vom Speiseplan der Europäer. „Die berechneten Folgen für Umwelt und Gesundheit sprechen eine deutliche Sprache“, so Joy. Dadurch, dass weniger Tiere für die Produktion von Nahrungsmitteln gehalten werden müssten, würden bis zu 40 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen. Auch die Freisetzung von Stickstoffverbindungen über tierischen Dünger könnte um 40 Prozent sinken. Infolgedessen würde sich die Luft- und Trinkwasserqualität deutlich verbessern. Weniger Tiere in der Landwirtschaft bedeuteten auch, dass weniger Futtermittel benötigt würden. So müsste allein in der EU 75 Prozent weniger Soja importiert werden. Zeitgleich würde mehr Getreide für den menschlichen Verzehr zur Verfügung stehen.

Die Haltung sogenannter ‚Nutztiere‘: Ein massives Umwelt- und Klimaproblem

Die Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Nutztierhaltung wurden bereits in zahlreichen Studien nachgewiesen. Auch die FAO, die Lebensmittel- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen, betont diese Verbindung. „Sie kommt zu dem erschreckenden Ergebnis, dass die Viehhaltung global für 18 Prozent aller Treibhausgase verantwortlich ist. Das ist mehr als der gesamte Transportsektor mit rund 13 Prozent – also mehr als alle Autos, LKWs, Luftfahrzeuge und Traktoren zusammen. Die Tierhaltung  zählt somit zu den größten Umweltproblemen. Politisch gesehen sollten die Auswirkungen der Nutztierhaltung auf den Klimawandel viel stärker als bisher berücksichtigt werden“, fordert Joy.

VEBU ist Mitglied der Klima-Allianz  

Die Klima-Allianz Deutschland ist ein breites Bündnis von mehr als 100 zivilgesellschaftlichen Organisationen, das sich für politische Rahmenbedingungen einsetzt, die eine drastische Senkung der Treibhausgase in Deutschland bewirken. Der VEBU engagiert sich als Mitglied der Klima-Allianz für die Berücksichtigung der erheblichen klimawirksamen Emissionen der landwirtschaftlichen Tierhaltung. „Eine pflanzenbasierte Ernährung ist der einfachste und wirkungsvollste Weg, um im Rahmen des eigenen Konsums einen Beitrag zu einem verbesserten Klimaschutz zu leisten“, betont Joy. „Jeder Einzelne, der den Konsum tierischer Produkte reduziert oder sich vegetarisch oder vegan ernährt, setzt damit ein deutliches Zeichen für mehr Klimaschutz“, so Joy weiter.

 

 

 

Quelle: VEBU


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