Deutsches Tierschutzbüro zeichnet Pressesprecher der Polizeidirektion Itzehoe mit dem Preis der Aufrichtigkeit aus

Be vegan!

Das Deutsche Tierschutzbüro vergibt den „Preis für Aufrichtigkeit“. Quelle: (c) Deutsches Tierschutzbüro

Berlin/Kellinghusen.  Am vergangenen Montag haben 26 Aktivist*innen der Aktionsgruppe „Tear Down Tönnies“ den Schlachthof der Firma Tönnies in Kellinghusen (Niedersachsen) besetzt. Hier werden ca. 6.000 Schweine pro Tag geschlachtet. Stundenlang versperrten sie Eingänge und das Dach des Schlachthofgebäudes, um das Schlachten der Schweine zu verhindern und um auf die tierquälerischen Bedingungen der Massentierhaltung und dessen Folgen für die Umwelt aufmerksam zu machen.

Nach mehr als zehn Stunden wurde der Protest durch das Räumen der Tierrechtler*innen durch die Polizei und weiteren Spezialkräften beendet.
In diesem Zusammenhang gab der Pressesprecher der Polizeidirektion Itzehoe dem NDR ein Interview. Dabei wurde der Polizist, was für Beamtem in seiner Position als äußert ungewöhnlich gilt, sehr persönlich und ehrlich. Der Pressesprecher Stefan Hinrichs sagte unter anderem vor Ort: „Persönlich finde ich das Verhalten der jungen Leute sehr gut, dass sie so mutig sich für das Tierwohl einsetzen. Die Frage ist, ob das mit Straftaten einhergehen muss, aber grundsätzlich finde ich es sehr schön, dass die Tiere hier Anwälte gefunden haben.“

Ehrlich und mutig

Das Deutsche Tierschutzbüro freut sich über die Ehrlichkeit und den Mut des Pressesprechers und zeichnet ihn mit dem symbolischen Preis der Aufrichtigkeit aus. „Mit diesem Preis möchten wir Herrn Hinrichs aufrichtig für seine öffentliche Meinung und seinen Mut, diese auch auszusprechen, danken. Seine Worte waren nicht nur mutig, sondern auch wahrhaftig, denn Tiere brauchen in unserem heutigen System Anwälte, die ihnen eine Stimme geben“, so Jan Peifer Vorstandsvorsitzender des Deutschen Tierschutzbüros. Es handelt sich dabei um einen rein symbolischen Preis.

Kritik aus der Landwirtschaft

Die Kritik bezüglich der Aussagen, die insbesondere aus der Landwirtschaft kommt, hält die Tierrechtsorganisation für unberechtigt, denn mit der Aussage des Pressesprechers wurde das Kernproblem des derzeitigen Agrarsystems getroffen. „Jeden Tag leiden Millionen Tiere in deutschen Nutztierbetrieben und werden für Fleisch, Milch und Eier ausgebeutet. Es ist daher mehr als richtig zu sagen, dass die Tiere menschliche Anwälte brauchen, da sie in unserer Gesellschaft überhaupt keine Lobby haben, so Peifer.

Immer wieder berichten Tierrechtler und Medien über skandalöse Zustände in landwirtschaftlichen Nutztier- und Schlachtbetrieben. Und immer wieder wird gegen Haltungsvorgaben und Gesetze verstoßen. „Das einzige Mittel, was den Tieren wirklich nachhaltig hilft, ist die vegane Lebensweise“ so Peifer abschließend.

 

 

 

 

 

Quelle: Deutsches Tierschutzbüro