Weisse Tiger: junge Großkatzen stammen aus Inzucht des Safariparks Stukenbrock

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Weisse Tiger: wegen Inzucht weisen sie oft Erbschäden auf. Entsprechend viele „Versuche“ müssen unternommen werden, bis ein vorzeigbares Tier geboren wird.                                                                                       Fotocredit: (c) PETA

Missbraucht als Attraktion: Der Zirkus Sarrasani stellte der Öffentlichkeit am vergangenen Montag bei einem Pressetermin im Dresdner Stadion drei weiße Tigerbabys vor, die aus dem Safaripark Stukenbrock übernommen wurden. PETA Deutschland e.V. beschuldigt nun die Zirkus-Verantwortlichen, der Tierquälerei Vorschub zu leisten.

Viele Tiere werden eingeschläfert

Nur weil Zirkusse und „Privatsammler“ weiße Tiger nachfragen, „produzieren“ Tierparks solche Qualzuchten. Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass weiße Tiger in Gefangenschaft das Resultat extremer Inzuchten sind, was häufig genetische Defekte wie Gaumenspalten, neurologische Störungen, verkrüppelte Füße und Hüftgelenkfehlstellungen zur Folge hat. Nach Angaben des Zoo Landau in der Pfalz müssen 30 bis 60 ingezüchtete Raubkatzen mit der Farbvarianz geboren werden, um einen „vorzeigbaren“ weißen Tiger zu erhalten. In der Regel wird der große Anteil behinderter oder vermindert lebensfähiger Tiere eingeschläfert. Weiße Tiger werden in erster Linie aus finanziellen Gründen gezüchtet, da sie als vermeintliche „Attraktionen“ präsentiert oder für mehrere Zehntausend Euro an private „Tierliebhaber“ verkauft werden. PETA fordert ein sofortiges Zucht- und Vermarktungsverbot für weiße Tiger in Zoos und Zirkussen. Auch die beiden Zoodachverbände in Europa (EAZA) und den USA (AZA) verurteilen die Nachzucht weißer Tiger.

„Die Nachzucht von weißen Tigern ist Tierquälerei. Die Verantwortlichen des Zirkus Sarrasani und des Safariparks Stukenbrock sind eine von Profitgier getriebene Allianz eingegangen“, sagt Diplom-Zoologe Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA Deutschland e.V.

Schwere Erbgutschäden

Die in Gefangenschaft gehaltenen weißen Tiger stammen ursprünglich von einem einzigen Tier ab, das 1951 in Indien gefangen wurde. Als Folge der genetischen Verwandtschaft weisen Nachkommen häufig schwere Erbgutschäden auf. Die Nachzucht, die von einigen skrupellosen Zoos und Zirkussen betrieben wird, kann nicht als Artenschutz bezeichnet werden: Weiße Tiger sind keine eigene Spezies, sondern eine abweichende Farbvariante des indischen Bengal-Tigers.

Tiger leben in den dichten Wäldern Asiens, wo ihr Revier mehrere hundert Quadratkilometer umfasst. Die intelligenten Großkatzen haben einen enormen Bewegungsdrang und besitzen hohe kognitive Fähigkeiten. Laut Artenschutzorganisationen leben heute nur noch etwa 3.200 der vom Aussterben bedrohten Tiere in freier Wildbahn. In Gefangenschaft geborene Tiger können nicht wieder ausgewildert werden, da sie grundlegende Fähigkeiten nicht erlernt haben.

 


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