Dirk Bach: „Ich bin Vegetarier, oh Gott, ich krieg’s selber nicht…“

 

Guido Barth trifft: Dirk Bach (Interview-Archiv Guido Barth, 2002)

vegetarisch und für Tiere: Dirk Bach

Dirk Bach (1961-2012, R.I.P.)

Dirk Bach lebt seit vielen Jahren vegetarisch und engagiert sich für die Tierrechtsorganisation PeTA. Er ist ein ausgesprochener Liebhaber von Fleisch-Alternativ Produkten und optimistisch, dass sich die Situation der Tiere auf dieser Welt noch zum besseren wenden läßt.

 

Guten Tag, Dirk.

Hallo und Guten Tag.

In meiner Vorbereitung auf dieses Interview bin ich auf eine Aussage von Nina Hagen gestoßen, die möchte ich dir kurz vorlesen: Als mein Sohn Otis kürzlich im Flugzeug Fleisch vorgesetzt bekam, hat er prompt gemeckert: Bääh, das stinkt. Gekochtes Fleisch stinke wirklich. „Seit 1982 verzehre ich keines mehr“, sagt Nina Hagen dazu. Wie lange bist du schon Vegetarier?

Ich bin Vegetarier, oh Gott, ich krieg’s selber nicht – drei oder vier Jahre. Also, das ich es so richtig bin. Ich war immer so Sicht-Vegetarier. Ich habe nie richtige Fleischdinger gegessen, sondern immer nur Dinge von denen ich mir dann vorgestellt habe: Das ist ja nicht aus Fleisch. Sachen also, die irgendwie „umverarbeitet“ waren. So richtige Fleischstücke habe ich eigentlich nie gegessen. Mir ging’s da ähnlich: „Fleisch stinkt“, aber ich konnte mich dann so mit Frikadellchen und mit Würstchen noch anfreunden. Aus der sehr dummen Ansicht mit der ich mir eingeredet habe: „Das kommt nicht vom Tier, weil es einfach nicht mehr nach Tier ausgesehen hat“. Doch dann bin ich dahin gekommen, dass ich mir gesagt habe: „Das kann ich nicht tun. Das ist schlicht und einfach Unsinn. Das weiß ich schon längere Zeit. Ich ändere das jetzt“. Das war dann auch ganz leicht das zu tun.

Hast Du Dich denn schon vorher bei PeTA engagiert. Also bevor du Vegetarier geworden bist?

Ja, ja. Natürlich. Bei PeTA bin ich schon seit damals. Schon als es mit Lukas angefangen hat. Wir sind schon bei PeTA, solange es die Organisation in Deutschland gibt. Als das in Deutschland startete, waren wir dann auch von Anfang an gleich mit dabei: Seit 1996.

Dirk Bach

Dirk Bach

PeTA Deutschland hat ja letztes Jahr den fünften Geburtstag groß gefeiert.

Genau. Solange bin ich bei denen schon dabei. Wir waren damals mit dieser Pelzgeschichte eingestiegen. Durch die Zusammenarbeit, die dann immer enger wurde, habe ich mich natürlich auch immer mehr mit dem Thema auseinandergesetzt. So war es irgendwann folglich logisch, das ich mich dann auch persönlich ändere. Wir haben dieses ja auch in der Serie so einfließen lassen. Die Rolle der vegetarischen Tochter.

Lisa.

Eben – und das Thema ist dann immer mal wieder vorgekommen.

Dann bist du ja auch mit dem Humanitarian Award geehrt worden. Als einziger Deutscher übrigens.

Genau, letztes Jahr, in New York, im Walldorf Astoria.

War das ein großes Ereignis?

Ja, das war ein sehr großes Ereignis. Genau drei Tage vor dem Terroranschlag wurde es aber im Nachhinein überschattet. Die Verleihung hat am 08.09.2001 stattgefunden und der Anschlag war dann am 11.09.2001.
Die Veranstaltung selbst war eine sehr große Freude, all diese Freunde. Das drückte für mich auch eine sehr große Friedfertigkeit aus. Ich war schon sehr glücklich mit all diesen Menschen; wenn du siehst was alles für schöne Dinge gemacht werden, das ist schon schön. Die Menschen tun schon wirklich viele gute Sachen. Was dann passierte, war allerdings schon ein bisschen arg und hat mir dann schon wieder ganz schön viel von der Freude, die ich da gehabt habe, weggenommen. Das schien dann alles ein bisschen unwirklich. Trotzdem, wenn ich zurück denke: Es war ein toller Abend! Ich habe tolle Menschen kennengelernt. Menschen, die überall für diese Geschichte arbeiten. Das hat mich sehr beeindruckt.

Tierrechte und Tierethik haben für dich also einen sehr hohen Stellenwert?

Ja, ganz bestimmt. Ich denke, der Mensch muss jedes Geschöpf respektieren. Wenn man ein Mensch ist , der die Utopie hat, das es Frieden auf Erden geben soll, dann muss der Frieden auf Erden alle Geschöpfe mit einschließen. Ich denke, dass das ganz wichtig ist.

Wie ist das mit Konflikten in deiner Umgebung, etwa mit Mitarbeitern?

Natürlich gibt es da Konflikte. Es gibt ja schon Konflikte , wenn man sagt es soll keine Kriege geben. Da gibt es ja heutzutage schon Konflikte: Weil es das ja angeblich alles nicht mehr gibt. Da gibt es natürlich immer Konflikte, weil alles so miteinander verzahnt ist. Du musst ja schon genau gucken: „Wer tut da was, wer unterstützt da was“.
Es ist ja schon so, dass du mit kleinen Listen einkaufen gehen musst, um zu gucken, dass du die richtigen Dinge kaufst. Es ist ja alles nicht so einfach heutzutage. Um diese Utopie zu leben, müsste man sich, glaube ich, ganz zurückziehen, und sich möglichst selber versorgen. Wir müssen aber in dieser Welt leben und versuchen, eben das beste daraus zu machen. Teilnehmen und die Dinge verändern, dass mal was anderes passieren kann. So etwa bei Lebensmitteln einfach andere Dinge einfordern. Was in anderen Ländern ja auch schon vorgemacht wird. So in England, da ist das alles wesentlich einfacher.

Die haben, was das Thema angeht eine langen Geschichte.

Ja, bei uns ist das ein bisschen schwerfällig. Obwohl es ja heißt, das überall alles draufsteht. Auf den Lebensmitteln oft allerdings hübsch verkleidet – mit absurden kleinen Worten.

Dirk Bach mit Olivia Jones in der Olivia Jones Bar, Hamburg

Dirk Bach mit Olivia Jones in der Olivia Jones Bar, Hamburg

Noch einmal auf die Konflikte zurück bitte: Stephanie Kindermann (Schauspielerin) – du kennst sie ja auch – hat bei uns im Interview geäußert, dass sie gerade auch in Interviews und Talkshows häufig angefeindet wird und dass einige Menschen sogar in der Öffentlichkeit aggressiv auf sie reagieren würden.

Ja, aggressiv nicht unbedingt. Es ist nun auch immer so, dass ich ein dicker Mensch bin. Viele können sich so gar nicht vorstellen, dass dicke Menschen Vegetarier sind.
So gesehen muss der Vegetarier ausgezehrt sein, weil vegetarisch ja auch nichts mehr mit Genuss zu tun haben könnte. Das ist es eigentlich so. Aber „aggressiv“ eher nicht mehr. Mir sind, gottseidank, noch keine Menschen untergekommen, die sich dass nicht vorstellen können: dass es grundsätzlich etwas besseres wäre, ein Lebewesen nicht zu töten, um es zu essen. Also, ich war selbst einmal in einer Talkshow mit einem Metzger (lacht). Der war mir gegenüber überhaupt nicht aggressiv.
Ich denke grundsätzlich erschließt sich das einem Menschen sehr schnell. Was ja auch das Schöne ist; gerade auch für junge Menschen, die ja doch sehr offen sind, was das angeht. Wenn ich meine Geschichte sehe: Meine Schwester und ich, wir haben als Kinder überhaupt kein Fleisch gegessen, weil wir uns geweigert haben. Da wurde man als unheimlich hingeschoben, weil man das doch tun muss, weil man sonst krank wird. Also, wir mussten dann unfassbar viel Milch trinken, weil alle immer Angst hatten, wir könnten nicht überleben.

Das war zwar schon in den Sechzigern, aber so sehr viel hat sich da ja auch gar nicht geändert.

Stimmt allzuviel hat sich da noch nicht geändert. Aber die Kinder setzen sich heutzutage viel mehr durch. Nun ja, ein bisschen geändert hat sich die Welt schon. Es ist jetzt einfach leichter mit so vielen Dingen. Viele Dinge hat es damals einfach nicht gegeben. Es gibt heute eine so große Auswahl an Lebensmitteln, dass sich selbst ein besorgter fleischessender Elternteil vorstellen kann, dass das Kind eben doch auch mit was anderem überleben kann.

Du hast vor einiger Zeit an alle Kindertagesstätten und Kindergärten einen Brief geschrieben und forderst mindestens ein vegetarisches Gericht im Angebot für die Kinder.

Da muss es einfach ein Konzept geben. Alles andere ist nicht zeitgemäß. Ich finde dazu musste es noch nicht einmal all die Lebensmittelskandale geben, die es bis jetzt gegeben hat, sondern es ist grundsätzlich so, dass es so sein muss. Auch in der Auswahl für jemanden, der jetzt noch Fleisch ist, es muss einfach eine Alternative angeboten werden. Wir haben nicht mehr diese Wirtschaftswunder-Mentalität: Wir haben nichts gehabt vor vielen Jahren – in den 50ern, dass man sich riesige Fleischteile auf den Teller legen musste, um sich zu beweisen, dass man ein gutes Essen hat. Dem ist einfach nicht so; und es ist ein Skandal, dass es immer noch in Kantinen und für Kinder sowieso, auch in Flugzeugen, dass es einfach diese Alternativen nicht gibt. Das finde ich einfach unfassbar. Auch mal damit aufzuräumen, dass man diesen Fisch darauf packt. Fisch ist nicht die Alternative zum Tier, weil es ist auch ein Tier. Es muss einfach diese Möglichkeit geben. Wer das nicht tut und immer noch mit diesen Fleischdingen kocht, oder bei vegetarischen Gerichten – was einem ja durchaus auch immer noch passiert – mit irgendwelchen Fleischbrühen bedient wird. Das muss einfach mal aufhören. Den Leuten muß endlich einmal klar werden: Es gibt diesen Unterschied zwischen diesen beiden Sachen.

Engagiert für PeTA

Dirk Bach mit Freunden: für die Tiere

Hast Du aus deiner Erfahrung einen Tip, der es GemischtköstlerInnen leichter machen könnte, auf vegetarische Ernährung umzustellen?

Also mir ist es überhaupt nicht schwer gefallen. Für mich war das einfach so ein Ding im Kopf, etwas dass bei mir sowieso da war. Dass ich eben eigentlich kein Tier essen konnte, und: Das ich eben nie etwas gegessen habe, wo ein Knochen oder so etwas dran gewesen ist. Oder etwas, das überhaupt an ein Tier erinnert; eben Fleisch: roh oder mit Blut – was auch immer. Ich glaube, dass für jemanden, der im Kopf klar ist, dass er es nicht will, es eben kein Problem sein kann. Wenn dann doch Menschen irgendwelche Dinge vermissen in irgendeiner Hinsicht, muss ich ehrlich sagen, da bietet der Bioladen und das Reformhaus wirklich viele Alternativen, so dass man wirklich gar nicht auf Dinge verzichten muss.

Kaufst du im Bioladen und im Reformhaus ein? Ich habe gelesen, du stehst auf Fleisch-Alternativ-Produkte.

Ja, was ich halt immer gerne suche. Ich mag diese Frikadellchen und staune immer, was man so mit diesem Hackfleisch-Ersatz alles machen kann. Das ist alles ganz klasse. Und das ist eigentlich genau das, was ich auch immer wollte, als ich noch Fleisch gegessen habe. Ich wollte eben gar kein Tier essen. Ich fand so eine Sauce Bolognaise eben einfach lecker. Und diese Sauce kann ich eben exakt auch machen. Da hat sich für mich soweit gar nichts geändert.

Die Animal Times hat dich im Jahr 2001 zum Mann mit dem meisten Sexappeal gewählt. (lacht)

Ja, dass ist sehr reizend.

Ist doch klasse.

Ja süß.

Meinst du, dass das vielleicht daran liegt, dass du dich vegetarisch ernährst – dass deine Ausstrahlung davon positiver geworden ist?

Für mich ist Sie durchaus positiver geworden, weil – ja, (lacht) die Schuld ist von mir genommen (lacht wieder) nun, für mich war das wirklich ein Problem. Ich konnte das einfach nicht gut. Von daher ist es für mich wirklich einfacher geworden. Ich kann jetzt viel mehr genießen. (lacht)

Es ist ja auch eine ethisch-philosophische Lebenssicht, die da wirkt.

Ja, das finde ich. Es ist so, dass ich damit durchaus glücklicher lebe.

Wie ist denn das mit einer veganen Ernährung?

Ja, in vielen Dingen mach ich das. Das ist aber schon ein Problem, wenn ich um sechs Uhr morgens zu Hause aufbreche, wohin fliege, einen langen Drehtag habe und nachts spät zurückkomme. Dann ist es nicht so einfach, selbst wenn ich mich schwer ausrüste. Da muss ich gestehen, damit habe ich immer noch etwas Probleme. Ich hoffe, dass ich das auch bald mal hinkriege.

Am 17. Mai ist in den Artikel 20a des Grundgesetzes der Zusatz : … und für Tiere aufgenommen worden. Wie hast du darauf reagiert?

Das ist ein großartiger erster Schritt.

Darum geht's.

Darum geht’s.

Meinst du denn, dass es Politiker gibt, die dem soviel Nachdruck verleihen, dass das auch in die Gesellschaft getragen wird – also tatsächlich umgesetzt wird?

Das geht alles so langsam. Die Politik arbeitet so unglaublich langsam. Politiker, die sich da stark machen? Wenn, sowieso nur bei den Grünen. So hoffe ich, dass die da dran bleiben, so das dann auch wirklich etwas passiert.

Deutschland ist das erste Land überhaupt, das einen solchen Zusatz in das Grundgesetz aufgenommen hat. Du bist nun auch sehr viel international unterwegs – auch gerade für PeTA. Wie sieht es denn im Ausland aus, z.B. in den USA?

Auf der einen Seite ist es für Vegetarier recht einfach, weil es dort sehr sehr viele Produkte gibt. Die gibt es sogar auf dem Lande in jedem Supermarkt. Sich vegetarisch zu versorgen ist überhaupt kein Problem. Auf der anderen Seite gibt es eben aber die furchtbare Tierverarbeitungsindustrie. Es gehen da wirklich furchtbare Dinge vor sich. Daran denkt niemand „im Traum“ (höchstens im Alptraum; Anmerkung von Guido Barth), solche Gesetze, wie in Deutschland zu initiieren. Das passt in deren Wirtschaftssystem einfach nicht hinein. Da müssen unsere Leute schon außerordentlich hart arbeiten und kämpfen. Deswegen ist PeTA dort auch extrem engagiert und groß und stark, weil da einfach soviel Not ist. Da muss man unheimlich viel machen. Was da allein mit Hühnern alles passiert. Es ist furchtbar.

Das gilt auch für Tierversuche am lebenden Tier – Vivisektion?

Oh ja, da liegt noch so unglaublich viel im Argen. Das ist alles miteinander verzahnt und ich hoffe wir bekommen da noch viel mehr Einfluss. Wenn wir in Europa das hingekriegt haben, werden die anderen nachziehen müssen, weil wir einfach nicht mehr bereit sein werden, deren Sachen abzunehmen, so wie sie sind.

PeTA ist in diesem Bereich sehr offensiv. Dafür werden sie ja von vielen Seiten kritisiert.

Sie müssen es aber sein, weil sie sonst nichts verändern können. Tierrechts- wie Menschenrechtsorganisationen müssen sehr offensiv sein auf diesem Weg hin zu dem was ich Utopie nenne – die Utopie einer friedvollen Welt für alle Lebewesen. Offensiv auch ganz einfach deswegen, weil wir heutzutage noch soweit davon entfernt sind – sie müssen das einfach sein und manchmal auch Dinge fordern, wo man dann denkt: Oh Gott, die haben sie doch nicht mehr alle. Es muss halt sein auf dem Weg zu diesem Ziel, welches noch soweit von uns entfernt liegt.

Für den Einzelnen ist es aber sehr schwierig.

Ja klar. Aber das muss ja auch nicht sein. Du musst ja auch nicht hingehen und im Restaurant dem anderen das Stück Fleisch vom Tisch ziehen. Natürlich kann aber jeder Einzelne in seiner Umwelt etwas bewegen. Wenn Du darüber sprichst , kannst du doch schon Veränderungen schaffen. Ohne das du da so extrem wirst. Es ist ja wunderbar, was Chrissie Hynde gemacht hat: Sich wirklich vor GAP in New York (zweitgrößter Bekleidungsgroßhändler der USA, Anm. von Guido Barth) anzuketten – so was ist eine wunderbare Aktion. Aber das kannst Du als Einzelner nicht machen. Ganz einfach, weil du verhaftest wirst. Es macht keinen Sinn – ohne das die große Presse dabei ist, so wie Chrissie sie hat. Du kannst dich aber in deinem Umfeld erklären, warum du etwas nicht mehr isst oder etwas nicht mehr trägst. Das ist doch ein genauso gutes Mittel und deswegen muss ich jetzt nicht jeden Pelz der mir begegnet mit Farbe überschütten. Was ich grundsätzlich nicht verkehrt finde (lacht)

Einzelaktionen in dieser Richtung endeten dann in der Tat für die Täter meistens bitter.

Ja eben, als Einzelperson bist du da auch zu schwach. Du kannst ja aber als Einzelperson in deinem Leben ja doch noch anders Einfluss nehmen. Für solche Aktionen musst du dich natürlich immer zusammenschließen. Ich kann nicht als Einzelperson zu irgend einem Labor gehen und die Tiere befreien. Dann weiß ich sowieso nicht, was mach ich mit den Tieren jetzt. Wenn man solche Dinge macht, dann muss es einfach anders geplant werden. Dazu braucht es einfach eine Organisation. Deswegen sind die ja auch so wichtig.

Findest Du, dass sich der Vegetarierbund mehr für Tierrechte einsetzen sollte, als fast ausschließlich für die Verbreitung der vegetarischen Lebensweise?

Ich weiß nicht wie man sich da als Organisation so verteilt. PeTA macht das sehr gut, wobei ich auch nicht sagen kann, ob sie da tatsächlich jedes Land immer abdecken. Das kommt natürlich auch darauf an, wie sich der Vegetarier Bund selber sieht. Die vegetarische, besonders natürlich die vegane Ernährung ist da ein sehr wichtiger Punkt. Wenn ich über vegetarische Ernährung nachdenke, gehe ich nicht nur daran, wegen der Gesundheit oder weil ich denke das ist alles vergiftet, sondern weil es mir dann wirklich darum geht, dass ich ein anderes Lebewesen nicht töten will – um es zu essen. So komme ich unweigerlich auf all die Dinge. Von daher geht es immer von dem einen auf das andere über. Also, letztlich muss eine Organisation selber wissen, wie sie sich da positioniert und wie sie am effektivsten arbeitet. Wie sie eben die gute Botschaft in das Land hinein trägt.

Pelzträger ecken hier an: Olivia Jones Bar, Großde Freiheit in Hamburg

Pelzträger ecken hier an: Olivia Jones Bar, Großde Freiheit in Hamburg

Die gute Botschaft in das Land tragen – gibt es diesbezüglich Pläne deinerseits: in Film und Theater oder auch bei anderen Auftritten wie etwa bei Lesungen?

Das so was überhaupt möglich ist, dass hängt ja von vielen Menschen ab. Im Theater ist das schon schwieriger. Im Fernsehen feature ich natürlich die Organisationen, für die ich auch tätig bin – eben PeTA und Amnesty International.
Die fallen dann schon auf. Beim Lukas konnten wir das auch inhaltlich öfters tun. Beim Mönch war‘s jetzt so, dass man sieht, dass dieser Mönch, wenn er seine Kutte mal nicht trägt,  halt für PeTA aktiv ist. So tauchen dann da die Dinge auf. So kann ich das einsetzen. Ansonsten kann ich es als Mensch eben so, etwa,  dass ich jetzt mit dir spreche. Oder wenn es bei irgendwelchen Anlässen zu dem Thema kommt, warum ich das und das richtig finde. Und da es darauf auch immer eine Resonanz gibt ist das auch der richtige Weg. Sobald es da wieder eine Aktion gibt, wo ich denke, dass man da auch was tun kann, und ich das Gefühl habe, ich kann mich da als Person effektiv einsetzen, dann mache ich das auch sehr gerne.

Was machst du am Weltvegetariertag, am 01.10.2002?

Ich finde es natürlich sehr klasse, das es so etwas gibt. Eventuell werde ich mit PeTA gemeinsam etwas unternehmen. In den Tagen liegt ja auch Gandhi’s Geburtstag und der Welttierschutztag. Da sind die richtigen Tage beieinander.

Dirk, für das Interview hast du meinen herzlichsten Dank.

 

Das Gespräch führte Guido Barth.
Fotos (von 2009): Guido Barth

 

 


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