Dramatisches Elefantensterben in Afrika: PETA fordert Importverbot von Jagdtrophäen nach Deutschland

 

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Es werden immer weniger. Wird es Elefanten bald nur noch in Gefangenschaft geben?
                                                                                                                                                                    Fotocredit: © ipsilonek-Fotolia.com

Stuttgart – Alarmierende Zahlen: Bisher wurde die Gesamtpopulation der Afrikanischen Elefanten auf 400.000 bis 630.000 Exemplare geschätzt. Nach aktuellen Ergebnissen liegt die Anzahl der Tiere jedoch bei gerade einmal 352.271 in 18 afrikanischen Staaten. Zwischen 2007 und 2015 sollen die Populationen in 15 Staaten um 30 Prozent gesunken sein – Berechnungen zufolge sinkt die Elefantenpopulation um acht Prozent pro Jahr. 

Schon seit 2008 ist der Afrikanische Elefant in der Roten Liste der IUCN International Union for Conservation of Nature and Natural Resources als vom Aussterben gefährdet gelistet.

Die Tierrechtsorganisation PETA weist daraufhin, dass neben Wilderei und Lebensraumverlust vor allem die legale Trophäenjagd den drastischen Rückgang der Wildtiere bedingt. Bereits im Januar dieses Jahres überreichte PETA dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit in Berlin deshalb insgesamt 33.682 Unterschriften für ein Importverbot von Jagdtrophäen nach Deutschland. Aus einer Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN an den Bundestag geht hervor, dass zwischen 2005 und 2014 über 1200 Trophäen eigentlich streng geschützter Arten nach Deutschland eingeführt wurden – darunter auch 323 Elefanten. PETA fordert die Bundesregierung nun zum wiederholten Male auf, endlich ein Zeichen für den Artenschutz zu setzen und ein grundsätzliches Importverbot für Jagdtrophäen zu erlassen.

Mehr Geld, als Moral

„Die Trophäenjagd ist ein abscheulicher Zeitvertreib reicher, abgestumpfter Menschen, die mehr Geld als Moral besitzen. Die Hobbyjäger dezimieren die Tierwelt dabei in erheblichem Ausmaß“, so Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA. „Die Bundesregierung muss endlich ein Zeichen für den Artenschutz setzen und ein Importverbot von Jagdtrophäen nach Deutschland erlassen.“

PETA fordert sowohl aus ethischen als auch aus Artenschutzgründen ein generelles Importverbot von Jagdtrophäen nach Deutschland. Weil auch „legale“ Trophäen wie Stoßzähne oder Tierhäute im Umlauf sind, fällt es Artenschützern und Behörden schwer, diese von den illegal gejagten Körperteilen zu unterscheiden. Dem Schmuggel, teilweise mit in afrikanischen Herkunftsländern gefälschten Papieren, ist somit Tür und Tor geöffnet. Trophäenjäger begehren meist die stärksten und schönsten Tiere. Gerade diese sind aber für die Arterhaltung am wichtigsten, da sie in der Regel für Nachkommen und das Überleben einer Art sorgen. Erst im Oktober 2015 tötete ein deutscher Trophäenjäger in Simbabwe den größten Elefanten, der seit 30 Jahren in Afrika getötet wurde. Einer wissenschaftlichen Studie über die Jagd auf Löwen in Tansania zufolge ist die legale Trophäenjagd – und nicht etwa Wilderei oder der Verlust von Lebensräumen – der Hauptfaktor für den deutlichen Rückgang der Wildtiere. [1]

Ökotourismus statt Trophäenjagd

Trophäenjäger versuchen bisweilen, sich durch haltlose Argumente zu rechtfertigen: Die horrenden Summen, die Hobbyjäger für eine Jagdreise ausgeben, landen nicht bei der armen Bevölkerung oder bei einer Nationalparkverwaltung, sondern fast ausschließlich in den Taschen der Reiseveranstalter und Jagdfarmbesitzer. Aus einer Wirtschaftsanalyse der Trophäenjagd in Afrika geht hervor, dass gerade einmal drei Prozent der Einnahmen durch Trophäenjagden bei der lokalen Bevölkerung ankommen. Aus wirtschaftlicher Sicht spielt der Jagdtourismus in den meisten Ländern nur eine unbedeutende Rolle. In Namibia beispielsweise trägt die Trophäenjagd gerade einmal 0,27 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei, der Naturtourismus hingegen 4,2 Prozent. [2] Nur mit einem nachhaltigen und verantwortungsvollen Ökotourismus kann es gelingen, Afrikas Wildnis langfristig zu schützen.

 

[1] Packer C., Brink H., Kissui B.M., Maliti H., Kushnir H. & Caro T. (2011): Effects of Trophy Hunting on Lion and Leopard Populations in Tanzania. Conservation Biology. Volume 25, Issue 1, p. 142 –153.

[2] Campbell, R. (2013): The $200 million question – How much does trophy hunting really contribute to African communities? Economists at Large Pty Ltd. Melbourne, Australia.

 

Weitere Informationen:

PETA.de/Trophäenjagd

PETA.de/Trophäenjagd-Hintergrundwissen

PETA.de/Deutscher-tötet-Elefanten

 

 

 

 

 

Quelle: PETA

 

 


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