Dritte Bundesratsinitiative für ein Wildverbot im Zirkus // BVT begrüßt erneuten Vorstoß aus Hessen

Be vegan!

Zirkus? Ja – aber bitte ohne Tiere.                                                                                                                                                                                 Fotocredit: (c) v-p

2003 hatte Hessen seine erste Bundesratsinitiative für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus gestartet. Acht Jahre später folgte der zweite Vorstoß aus Hamburg, dem sich die meisten Bundesländer anschlossen. Doch die Aufforderung an die Bundesregierung läuft bis heute ins Leere. Nun startet Hessen über seine zweite Bundesratsinitiative einen neuen Versuch, bestimmte Wildtierarten im Zirkus bundesweit verbieten zu lassen.

Weil die Regierungskoalition dem Bundesratsbeschluss der Länder in der Vergangenheit nicht nachkam, gehen die Kommunen und Städte eigene Wege: Sie verweigern den Zirkusunternehmen die Auftritts-Genehmigung in ihrem Zuständigkeitsbereich.

Jetzt sind die Bundesländer erneut aufgefordert, den Antrag aus Hessen zu unterstützen. Während sich Deutschland so überaus schwer mit einer gesetzlichen Regelung tut, haben bereits mehrere europäische und außereuropäische Staaten ein generelles Wildtierverbot erlassen. Der Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) begrüßt den Vorstoß aus Hessen sehr. Der Verband fordert seit langem, das Mitführen von Tieren im Zirkus zu verbieten.

Hintergrund zum Thema:

In jedem Frühjahr endet für die Zirkusunternehmen ihr Aufenthalt im Winterquartier. Sie gehen wieder auf Tournee und präsentieren ihre mitgeführten Wildtiere in der Manege. Obwohl jedem Menschen klar sein dürfte, dass hinter den „Kunststücken“ von Elefant, Löwe, Tiger & Co weniger Freiwilligkeit denn eine brutale Dressur steckt, sind diese unwürdigen und artfremden Zurschaustellungen gängiger Alltag.

Wissenschaftliche Gutachten belegen seit langem, dass die Haltung exotischer Wildtiere in Zirkusunternehmen niemals artgerecht sein kann. Unterbringung, Fütterung, Haltungsstrukturen und Versorgung widersprechen so eklatant den natürlichen Bedürfnissen der Tiere, dass viele von ihnen frühzeitig verenden. Viele europäische Länder haben daher aus gutem Grund die Haltung von Wildtieren im Zirkus verboten.

Elefanten, Bären, Großkatzen, Menschenaffen, Giraffen, Robben, Flusspferde, aber auch Lamas, Kamele, Dromedare sowie Pferde stellen Ansprüche an Haltung, Pflege oder Transport, die unter den reisenden Bedingungen eines Zirkus nicht erfüllt werden können. Um die Tiere gemäß § 2 Tierschutzgesetz ihrer Art und ihren Bedürfnissen entsprechend zu ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterzubringen, bedarf es großer, strukturierter Freigehege mit Kletter- und Rückzugsmöglichkeiten, Wasserbecken zum Schwimmen und Tauchen und ausreichend Platz.

Isoliert, unterernährt, eingesperrt – und krank an Körper und Seele

Im Zirkusalltag leben die meisten Tiere in einfachen Transportwagen mit kleinen vergitterten Veranden und Wasserbecken, die ihnen weder ein Umdrehen noch ein Untertauchen erlauben. Einzelhaltung für hoch soziale Tiere, Ketten- und Anbindehaltung für bewegungsfreudige Arten sind an der Tagesordnung.

Wissenschaftliche Untersuchungen, Fachgutachten und die Erfahrungen von Amtsveterinären und Tierschützern bestätigen, dass insbesondere Wildtiere unter den Bedingungen eines wandernden Zirkusunternehmen leiden. Unter diesen Umständen ist es das einzig Sinnvolle, die Haltung bestimmter Wildtierarten, wenn nicht sogar sämtliche Tierhaltung, im Zirkus zu verbieten,

Verstöße gegen das Tierschutzgesetz

Bei jeder zweiten Kontrolle in 2011 wurden Verstöße gegen Haltungsanforderungen für Tiere festgestellt. Dies teilte die Bundesregierung 2014 auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen mit. Was allerdings mit Tieren geschieht, deren Haltung nicht überprüft wurde, mag man sich kaum vorstellen.

 

 

 

 

Quelle: Bundesverband Tierschutz e.V.


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