Elefantenbabys im Zoo Hannover schwer misshandelt: Neues PETA-Video deckt Tierquälerei für Zirkusnummern auf

 

Organisation erstattet Strafanzeige und fordert personelle Konsequenzen

Be vegan! Dressierer malträtiert Elefantenbaby

Tierquälerei im Zoo Hannover: Ein Wärter misshandelt ein Elefantenbaby mit einem Metallhaken.                                                                                                                                             Fotocredit: © PETA

Hannover / Stuttgart – Schmerzhafte Zirkusdressur im Zoo: Die Tierrechtsorganisation PETA hat heute (4. April) Filmaufnahmen veröffentlicht, die zeigen, wie Mitarbeiter des Zoos Hannover Elefantenbabys und erwachsene Tiere mit Elefantenhaken, das sind Stöcke mit Metallwiderhaken, Peitschen und bloßer Faust systematisch misshandeln.

Die Bilder, größtenteils aufgenommen an mehreren Tagen im September und Oktober 2016, zeigen das „Training“ der Asiatischen Elefanten, die den Besuchern des „Erlebniszoos“ eine zirkusähnliche Show bieten müssen. Abseits von Besucherblicken werden den Tieren auf einer Nebenanlage Tricks wie Sitzen, Drehen oder den Stand auf den Hinterbeinen beigebracht. Dass die Zoowärter den Elefanten dabei wiederholt Schmerzen zufügen, bestätigt auch die international renommierte Elefantenexpertin Carol Buckley, der PETA die Aufnahmen zur Bewertung zukommen ließ.

PETA hat Strafanzeige gestellt

Die Organisation hat bei der Staatsanwaltschaft Hannover Strafanzeige wegen Tierquälerei gegen die Zoo-Verantwortlichen erstattet und fordert ein sofortiges Ende der Misshandlungen sowie personelle Konsequenzen. In einem Schreiben an die Mitglieder des Zooaufsichtsrates der Region Hannover argumentiert die Tierrechtsorganisation zudem für eine mittelfristige Aufgabe der Elefantenhaltung.

„Das Quälen von Elefantenbabys gehört im Zoo Hannover zur Tagesordnung. Die Zoowärter haben jeden Bezug zu Mitgefühl, Recht oder Unrecht verloren“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Die Elefantenhaltung im ‚Erlebniszoo‘ ist eine reine Zirkusvorstellung, um Besucher zu belustigen. Mit Artenschutz oder Bildung hat diese Tierquälerei nichts zu tun.“

Dressur mit dem Elefantenhaken

Elefanten können Experten zufolge nicht ohne Gewalt und Zwang dressiert werden. Vor diesem Hintergrund wurden verdeckte Aufnahmen im Zoo Hannover erstellt. Nach der Sichtung von mehreren Stunden des Videomaterials kommt Carol Buckley, Gründerin von Elephant Aid International, zu dem Ergebnis, dass die Elefanten mit Gewalt trainiert und ihnen wiederholt Schmerzen zugefügt werden. Dies kann bei den sensiblen Tieren lebenslange Traumata bewirken. Die Elefanten leben im Zoo Hannover in einem ständigen Umfeld der Einschüchterung. Buckley zufolge dient das Training keinem anderen Zweck, als den Elefanten Tricks wie im Zirkus beizubringen, um die Besucher zu unterhalten. Die Expertin betont, dass der Einsatz des Elefantenhakens sehr schmerzhaft für die Tiere ist, denn die Tiere haben eine dünne Haut und können sogar Insektenstiche spüren.

Zoo Hannover: Millionengrab (und Elefantengrab?)

Der Zoo Hannover schreibt Jahr für Jahr Millionenverluste, die mit Steuergeldern ausgeglichen werden müssen. Aufgrund zurückgehender Besucherzahlen setzen immer mehr Zoos auf Tiershows, um zahlendes Publikum anzulocken. Dabei wird weder Bildung vermittelt, noch ein Beitrag zum Artenschutz geleistet. Im Zoo geborene Elefanten werden nicht ausgewildert. Im Gegenteil: Zoos importieren auch heute noch wildgefangene Elefanten und tragen so zu ihrem Verschwinden in freier Wildbahn bei. Anstatt das Einsperren und Quälen von Elefanten mit Steuergeldern zu subventionieren, fordert PETA, die öffentlichen Gelder nicht für Zoos, sondern für Artenschutzprojekte für Tiere in Freiheit auszugeben.

Elefanten gehören nach Asien und Afrika

PETA setzt sich für ein Ende der Elefantenhaltung in Gefangenschaft ein, denn die sensiblen Rüsseltiere gehören in die Wälder und Savannen Afrikas und Asiens. Dort wandern sie gemeinsam mit ihren Familien viele Kilometer am Tag. Die Bedingungen in Zoos sind derart unnatürlich und mangelhaft, dass die empfindsamen Tiere in Gefangenschaft durchschnittlich nur halb so alt werden wie in der Natur [1]. Viele der Rüsseltiere in Zoos zeigen Verhaltensstörungen. Der schmerzhafte Einsatz des Elefantenhakens in deutschen Zoos in der Haltungsform „Direkter Kontakt“, bei der die Zoowärter die Tiere dominieren, ist kein Einzelfall, wie mehrere Beispiele aus den Zoos Wuppertal, Stuttgart, Berlin oder Dresden zeigen. Einige Zoos haben zumindest auf die Haltungsform „Geschützter Kontakt“ umgestellt, um Mitarbeiter und Elefanten voreinander zu schützen. Dabei versorgen die Elefantenwärter die Tiere durch eine sichere Abschrankung. In Kalifornien ist der Einsatz des Elefantenhakens ab 2018 in Zoos und Zirkussen verboten.

 

[1] Clubb R., Moss C. et al (2008): Compromised Survivorship in Zoo Elephants., Science 12 December 2008: 1649.

 

 

 

 

 

Quelle: PETA

 

 


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