Endlich Afrika: VIER PFOTEN bringt sechs Löwen aus niederländischer Rettungsstation in das Großkatzen-Refugium LIONSROCK

Go vegan!

Löwe Kongo in der niederländischen Rettungsstation FELIDA.
                                                                                                                  Fotocredit: (c) VIER PFOTEN, Karen Jansen

Am Dienstag hat VIER PFOTEN sechs Löwen aus der Rettungsstation FELIDA in Nijeberkoop (Friesland) nach Südafrika gebracht. Um dies zu ermöglichen, arbeite-ten Logistiker und Tierpfleg-er von VIER PFOTEN eng mit einem erfahrenen Team aus einem niederländischen und zwei deutschen Tierärzten vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin zusammen.

Die Löwen wurden in Transportboxen per LKW zum Flughafen Amsterdam, und von dort aus mit dem Cargo-Flugzeug nach Johannesburg transportiert. In Südafrika wurden sie vom dortigen VIER PFOTEN Team empfangen und ins Großkatzenrefugium LIONSROCK in der Provinz Freistaat gebracht.

Zirkus- und Zootiere

Alle sechs Tiere haben eine bewegte Vergangenheit. Bevor sie in die Rettungsstation FELIDA kamen, die im Oktober 2013 von VIER PFOTEN übernommen wurde, mussten sie im Zirkus Kunststücke vorführen oder ein trauriges Dasein in Zoos fristen. Der stattliche elfjährige Kongo und seine gleichaltrigen Schwestern Nora und Neida wurden von ihrem früheren Trainer in die Rettungsstation gebracht, als er sie nicht mehr für seine Zirkus-Show nutzen konnte. Simba und Pregan, beide sieben Jahre alt, wurden in einem Zoo in Deutschland geboren und 2012 in die Rettungsstation überführt. Gipsy musste besonders leiden: Sie wurde 2009 aus einem heruntergekommenen rumänischen Zoo gerettet. Die elfjährige Löwin hat verkürzte Knochen und kann nicht richtig laufen.

Vorher 130 qm, jetzt 10.000 qm

Helmut Dungler, Präsident und Gründer von VIER PFOTEN, wohnte der Freilassung der Löwen in Südafrika bei: „Es war wieder ein ganz besonderer Moment für unser Team. In den Niederlanden hatten Kongo, Nora und Neida gerade einmal 130 Quadratmeter Platz. Hier in LIONSROCK genießen sie ein Areal von einem Hektar, das ihren Bedürfnissen gerecht wird.“ Gypsy bezog ein 2.500 Quadratmeter großes „Special Care“-Gehege. Aufgrund ihrer körperlichen Behinderungen wird sie weiterhin alleine leben. „Das trockene, warme Klima wird Gypsys Knochen und Gelenken sehr gut tun“, freut sich Dungler.

Heikle Narkose

Ein derartiger Transfer bedarf viel  Planung und Erfahrung. „Sicherheit für Mensch und Tier steht bei uns im Vordergrund“, betont Robert Hengl von VIER PFOTEN, der die Aktion koordinierte. „In FELIDA arbeitete diesmal ein Tierärzte-Team rund um Dr. Frank Göritz  vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin, die Veterinäre waren parallel im Einsatz. Die Narkose der Löwen muss tief genug sein, darf aber nicht allzu lange andauern, da die Tiere beim Transport wieder wach sein müssen.“ Um Atmung und Kreislauf während der Narkose und Aufwachphase stabil zu halten, erhielten die Tiere Sauerstoff und Flüssigkeit per Infusion. Ein mobiles blutchemisches Labor vor Ort ermöglichte eine sofortige Analyse der Nieren- und Leberwerte der mitunter 300 kg schweren Patienten.

Über FELIDA

VIER PFOTEN wird in FELIDA nun weitere Maßnahmen treffen, um die Situation der verbleibenden Großkatzen langfristig zu verbessern. Die Station wurde vor circa 20 Jahren als “Stichting Pantera” gegründet, über die Jahre hinweg jedoch stark vernachlässigt. Im Oktober 2013 übernahm VIER PFOTEN die Rettungsstation. Geplant ist, FELIDA in eine Transitstation für Großkatzen umzuwandeln, die den Standards von VIER PFOTEN für Tierschutz und Sicherheit entspricht. Jenen Großkatzen, die nicht mehr transportfähig sind, soll eine dauerhafte tiergerechte Unterbringung ermöglicht werden. In FELIDA befinden sich nun noch zwei Löwen, 15 Tiger, ein schwarzer Jaguar, ein afrikanischer Leopard sowie eine Bengalkatze.

Über LIONSROCK

Das Großkatzenrefugium LIONSROCK, ein Projekt von VIER PFOTEN, gibt Löwen und Tigern, die unter mangelhaften Bedingungen in Zoos, Zirkussen oder in privater Gefangenschaft gehalten wurden, ein neues, artgemäßes Zuhause – ein Leben lang. Der Lebensraum, der für die Großkatzen 2007 in Südafrika (Provinz Freistaat, 18 km von der Stadt Bethlehem entfernt) geschaffen wurde, bietet höchste Standards, einschließlich weitläufiger Areale für Familiengruppen, Förderung natürlichen Verhaltens durch artgemäße Tierhaltung sowie höchste Standards, was medizinische Versorgung und Gehegesicherheit angeht. In LIONSROCK ist das Jagen, der Handel und die Zucht wilder Tiere streng verboten. Der Park umfasst eine Gesamtfläche von 1.250 Hektar. Die Gehege für Großkatzen (Insgesamt 112 Tiere; hauptsächlich Löwen, aber auch Tiger, Leoparden, Geparden, Wüstenluchse, Servale, Hyänen und Wildhunde) nehmen eine Fläche von 56 Hektar ein. Im restlichen Park leben andere typisch südafrikanische Tierarten wie z.B. Zebras, Gnus und andere Antilopen frei.

Über VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz

Die international tätige Tierschutzstiftung VIER PFOTEN setzt sich für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Mit nachhaltigen Kampagnen fordert VIER PFOTEN artgemäße Lebensbedingungen für Nutz-, Heim- und Wildtiere sowie ein Ende von Tierversuchen. Bären und Großkatzen aus katastrophaler Haltung finden in den VIER PFOTEN Schutzzentren ein tiergerechtes Zuhause. Orang-Utan-Waisen werden in der VIER PFOTEN Waldschule auf ein Leben in Freiheit vorbereitet. Die Streunerhilfe kastriert jährlich tausende Straßenhunde und -katzen in ganz Europa; die Tiernothilfe rettet Tiere in Krisengebieten. VIER PFOTEN wurde 1988 von Helmut Dungler in Wien gegründet. Das deutsche Büro unter der Leitung von Dr. Andrea Berg ist eine von weltweit 11 Niederlassungen und feiert in diesem Jahr 20-jähriges Bestehen. VIER PFOTEN Deutschland ist Mitglied im Deutschen Spendenrat und im Bundesverband Deutscher Stiftungen. www.vier-pfoten.de

.

Fotocredit: (c) VIER PFOTEN, Karen Jansen