Ernstzunehmende Hinweise auf Identität des Elefantenjägers: PETA fordert Einfuhrverbot der Jagdtrophäe

Deutscher tötete Tier auf Jagdreise in Simbabwe

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Wildtiere sind keine Trophäenlieferanten.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Fotocredit: (c) PETA Deutschland

Stuttgart – Einfuhrgenehmigung verbieten: Nach dem Tod eines Elefanten durch einen deutschen Trophäenjäger in der Nähe des Gonarezhou-Nationalsparks in Simbabwe setzte PETA Deutschland e.V. eine Belohnung für Hinweise auf die Identität des Jägers aus. Mehrere eingegangene, voneinander unabhängige Hinweise deuten nun darauf hin, dass es sich um einen deutschen Trophäenjäger namens Rainer S. handeln könnte.

Er soll Geschäftsführer einer Berliner Beteiligungsgesellschaft sein.  Die Tierrechtsorganisation appelliert in einem aktuellen Schreiben an das Bundesamt für Naturschutz, Herrn S. keine Einfuhrgenehmigung für die Jagdtrophäe zu erteilen.

„Die Trophäenjagd ist ein abscheulicher Zeitvertreib reicher abgestumpfter Menschen, die mehr Geld als Moral besitzen“, so Harald Ullmann, 2. Vorsitzender von PETA Deutschland e.V. „Die Bundesregierung muss jetzt ein Zeichen für den Tier- und Artenschutz zu setzen und ein Importverbot von Jagdtrophäen nach Deutschland erlassen.“

Import von Jagdtrophäen verbieten

PETA fordert ein generelles Importverbot für Jagdtrophäen nach Deutschland. An einer Unterschriftenaktion der Tierrechtsorganisation haben sich bereits über 30.000 Menschen beteiligt, die die Bundesregierung auffordern, ein Importverbot für Jagdtrophäen zu erlassen. PETA fordert darüber hinaus sowohl aus ethischen als auch aus Artenschutzgründen ein Verbot der Trophäenjagd. Weil auch „legale“ Trophäen wie Stoßzähne oder Tierhäute im Umlauf sind, fällt es Artenschützern und Behörden schwer, diese von den illegal gejagten Körperteilen zu unterscheiden. Dem Schmuggel, teilweise mit in afrikanischen Herkunftsländern gefälschten Papieren, ist somit Tür und Tor geöffnet.

Im Jahr 2014 wurden 325 Jagdtrophäen geschützter Tiere, darunter 11 Löwen, 36 Leoparden, 7 Elefanten sowie 43 Schwarzbären und ein Eisbär, legal nach Deutschland eingeführt. Trophäenjäger dezimieren die Tierwelt in erheblichem Ausmaß. Aus einer wissenschaftlichen Studie über die Jagd auf Löwen in Tansania geht hervor, dass die legale Trophäenjagd – und nicht etwa Wilderei oder der Verlust von Lebensräumen – der Hauptfaktor für den deutlichen Rückgang der Wildtiere ist. [1]

Trophäenjäger versuchen sich bisweilen durch haltlose Argumente zu rechtfertigen: Die horrenden Summen, die Hobbyjäger für eine Jagdreise ausgeben, landen nicht bei der armen Bevölkerung oder bei einer Nationalparkverwaltung, sondern fast ausschließlich in den Taschen der Reiseveranstalter und Jagdfarmbesitzer. Aus einer Wirtschaftsanalyse der Trophäenjagd in Afrika geht hervor, dass gerade einmal 3 % der Einnahmen durch Trophäenjagden bei der lokalen Bevölkerung ankommen. Aus wirtschaftlicher Sicht spielt der Jagdtourismus in den meisten Ländern nur eine unbedeutende Rolle. In Namibia beispielsweise trägt die Trophäenjagd gerade einmal 0,27 % zum Bruttoinlandsprodukt bei, der Naturtourismus hingegen 4,2 %. [2] Der größte Teil der Touristen möchte eine intakte Tierwelt sehen – davon profitiert auch die Bevölkerung langfristig.

 

[1] Packer C., Brink H., Kissui B.M., Maliti H., Kushnir H. & Caro T. (2011): Effects of Trophy Hunting on Lion and Leopard Populations in Tanzania. Conservation Biology. Volume 25, Issue 1, p. 142–153.
[2] Campbell, R. (2013): The $200 million question – How much does trophy hunting really contribute to African communities? Economists at Large Pty Ltd. Melbourne, Australia

 

 

Quelle: PETA


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