EU-Parlament stimmt für ein Verbot von Kaninchenkäfigen

 

Be vegan! Porträtfoto von Mahi Klosterhalfen, Geschäftsführer der Albert Schweitzer Stiftung.

Mahi Klosterhalfen – Geschäftsführender Vorstand der Albert Schweitzer Stiftung.                                                                              Foto: (c) Timo Stammberger

Berlin. Das Europäische Parlament hat in seiner gestrigen Plenarsitzung mit großer Mehrheit für ein Verbot von Kaninchenkäfigen in der EU gestimmt. Damit kann erstmals eine Gesetzgebung über EU-weite Mindeststandards für Mastkaninchen auf den Weg gebracht werden. Für über 300 Millionen Kaninchen, die in der EU bislang in Käfigbatterien leben, bedeutet das eine deutliche Verbesserung.

In einer Eil-Petition an die deutschen Abgeordneten hatte allein die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt zuvor über 27.000 Unterschriften gesammelt. An der europaweiten Kampagne für bessere Haltungsbedingungen der Kaninchen sind mehrere Tierschutzorganisationen beteiligt.

»Das eindeutige Votum des Parlaments ist ein Meilenstein für den Tierschutz«, sagt Mahi Klosterhalfen, geschäftsführender Vorstand der Albert Schweitzer Stiftung. »Wir müssen jetzt weiter Druck machen, damit die EU-Kommission das Käfigverbot ausarbeitet. Das würde das Ende der Käfighaltung von Kaninchen besiegeln.«

Klares Votum

410 Abgeordnete (61 %) stimmten gestern für den Initiativbericht »Minimumstandards für Kaninchen in der Landwirtschaft« des MdEP Stefan Eck, bei nur 205 Gegenstimmen und 59 Enthaltungen. In den Bericht wurde zudem ein zuvor gestrichener Absatz wieder aufgenommen. Dieser fordert die EU-Kommission auf, innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens einen Gesetzesvorschlag zu Mindeststandards in der Mastkaninchenhaltung inkl. Käfig-Verbot vorzulegen.

Der Versuch der konservativen EVP-Fraktion, mit einem unmittelbar vor der Abstimmung eingereichten Antrag den Initiativbericht abzulehnen, blieb erfolglos.

Grausame Haltungsbedingungen

Kaninchen sind nach Hühnern zahlenmäßig die meisten Tiere in der EU-Landwirtschaft. Fast alle von ihnen leben in engen Drahtgitterkäfigen, in denen sie nicht einmal ihre grundlegendsten Bedürfnisse erfüllen können. Die Sterblichkeit während der Intensivhaltung von Kaninchen ist deutlich höher als bei anderen landwirtschaftlich genutzten Tieren. Bisher gibt es keine gesetzliche EU-weite Regelung, die Mindeststandards ihrer Haltungsweise festlegt.

Albert Schweitzers Ethik der »Ehrfurcht vor dem Leben« schloss Tiere mit ein. Er engagierte sich daher stets für den Tierschutz und lebte in seinen späteren Jahren vegetarisch. In seinem Gedenken setzt sich die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt seit dem Jahr 2000 gegen die Massentierhaltung und für die Verbreitung der veganen Lebensweise ein.

 

 

 

 

Quelle: Albert Schweitzer Stiftung

 

 


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