ZDF-Filmtipp: „Gutes Soja – schlechtes Soja“

steigt der Fleischkonsum, steigt auch die Nachfrage nach Soja

steigt der Fleischkonsum, steigt auch die Nachfrage nach Soja              Bild: Werner Rudhart

Das ZDF zeigt am Sonntag, 20.10., um 14.45 Uhr in der Sendereihe Planet e eine Dokumentation zum Sojaanbau in Brasilien. Die Sendung dauert circa 30 Minuten. In dieser Zeit erfahrt ihr wichtige Informa-tionen zu den Hintergründen und Folgen des großflächigen Anbaus. Wolfgang Heck (Taifun-Tofu) hat das Filmteam als Soja-Experten begleitet.

Brasilien ist der größte Soja-Exporteur weltweit. Ende 2013 wird das Land auch der größte Sojaproduzent (ca. 85 Millionen Tonnen) überhaupt sein. Diesen Platz hatte bisher die USA (ca. 78 Millionen Tonnen). Das angebaute Soja ist fast ausschließlich für die Tierfutterproduktion gedacht und zu 75% gentechnisch manipuliert. Je mehr Fleisch konsumiert wird, je mehr Soja wird produziert.

Die Geschichte des großglächigen Sojaanbaus in Brasilien beginnt mit einer Regierungsentscheidung im Jahr 1960. Es wurden seither tausende Menschen zwangsweise von ihrem Land vertrieben und es wurden millionen Hektar Regenwald brandgerodet.

Die Brandrodung hat seit dem Soja-Moratorium 2006 zwar deutlich abgenommen. Allerdings ist eine weitere Rodung von Flächen auch gar nicht nötig. In Brasilien liegen etwa 60 Millionen Hektar bereits zerstörte Landfläche brach. Diese Fläche ist nur noch für die Landwirtschaft nutzbar. Zudem wurde seit Beginn des Soja-Moratoriums der Einsatz von Pestiziden extrem ausgeweitet. Das hat katastrophale Folgen für die Böden, für die Natur, für das Wasser, für die Tiere und für die Menschen.

Die indigene Bevölkerung hat wenig Mittel gegen das weltweite Kapital

Die indigene Bevölkerung hat wenig Mittel gegen das weltweite Kapital         Bild: Marco Keller

Das Freiburger Filmteam um den Filmemacher Marco Keller ist für das ZDF nach Brasilien gereist und hat dokumentiert, wie riesige Agrarunternehmen Milliardengewinne erwirtschaften. Zu diesen Unternehmen gehören auch die Gensoja- und Pflanzenschutzmittel-Produzenten: ADM, Syngenta und Monsanto.
Die indigene Bevölkerung steht dem weitgehend machtlos gegenüber. Diese Menschen müssen ihr Land verlassen, ihre Kultur und ihre Umwelt werden zerstört und sie fristen ein elendes Dasein.

Marco Keller (Regie) hat 2012 bereits einen preisgekrönten Dokumentarfilm in die deutschen Kinos gebracht: „Kahlschlag – Der Kampf um Brasiliens letzte Wälder“.
Mit „Gutes Soja, schlechtes Soja“ hat er sich erneut dem Thema Brasilien zugewandt und zeigt anhand von faszinierenden Aufnahmen und persönlichen Interviews die andere Seite des brasilianischen Wirtschaftsbooms.

Biobauer Vili Hofmann und Wolfgang Heck (Taifun-Tofu)

Biobauer Vili Hofmann und Wolfgang Heck (Taifun-Tofu)                                 Bild: Werner Rudhart

Nach Südamerika begleitet hat das Filmteam Wolfgang Heck (Taifun-Tofu). Er ist Tofuproduzent und Soja-Experte. In der Dokumentation erläutert er für die ZDF Sendung Planet e Alternativen, wie mit Soja weitaus effizienter und nachhaltiger Lebensmittel produziert werden können. Der Biopionier hat für seine Tofuspezialitäten selbst jahrelang Soja aus Südbrasilien bezogen.
Doch die Landwirte haben es zunehmend schwerer, Bio-Sojabohnen zu liefern, die nicht durch die vermehrt eingesetzten Pestizide oder durch gentechnische Stäube verunreinigt wurden. Heck bezieht daher die Sojabohnen für sein Freiburger Unternehmen heute aus dem heimatlichen Mitteleuropa.

Ausstrahlung:
So, 20.10., 14.45 Uhr
ZDF, Sendereihe Planet e
Sendelänge: ca. 30 Min.
danach online auf: www.zdf.de/ZDFmediathek

 

Fotocredit Beitragsbild: Werner Rudhart

 


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