Folgen des Klimawandels in Zukunft deutlich stärker // 16 Bundesbehörden und –institutionen legen Studie zu den zukünftigen Folgen des Klimawandels in Deutschland vor

Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Umweltbundesamt und
dem Deutschen Wetterdienst

Be vegan!

Zukunft? Gewiss ist: das Schadenspotenzial des Klimawandels wird steigen.                                                                                                                                                                                                                                                                                     Fotocredit: (c) v-p

Die Folgen des Klimawandels werden sich künftig auch in Deutschland verstärkt bemerkbar machen. Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts wird die Gefahr von Hochwassern oder Hitzewellen zunehmen. Damit wird das Schadenspo-tenzial des Klimawandels für Natur, Gesellschaft und Wirt-schaft steigen. 

Das ist das Ergebnis der so genannten Vulnerabilitätsanalyse – einer umfassenden und deutschlandweiten Studie zur Verwundbarkeit gegenüber dem Klimawandel. Sie bildet die Grundlage für Vorsorge-Maßnahmen der Bundesregierung und dient dazu, die Deutsche Strategie zur Anpassung an den Klimawandel weiterzuentwickeln.

„Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Klimakonferenz und den aktuellen
Warnungen über die möglichen Folgen der Klimaänderung wird deutlich,
dass wir bis 2050 nicht nur die Dekarbonisierung erreichen, sondern
Deutschland auch klimasicher machen müssen“, sagt die parlamentarische
Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter.“

Sozioökonomische Szenarien

Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes (UBA): „Die
Ergebnisse zeigen, was uns verletzlich macht, worauf wir uns vorbereiten
müssen, welche Regionen besonders betroffen sein werden. Wir müssen
zukünftig noch mehr als bisher mit häufigeren Hitzewellen, Starkregen
und Hochwasser rechnen. Gleichzeitig wird der Klimawandel in der Zukunft
auf andere sozioökonomische Bedingungen als heute treffen. In der
Vulnerabilitätsanalyse wurden erstmals für Deutschland auch
sozioökonomische Szenarien wie Veränderung der Landnutzung, ökonomische
und demographische Entwicklung betrachtet.“

Paul Becker, Vize-Präsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD): „Mit
dieser Vulnerabilitätsanalyse, die im Rahmen der Ressortforschung von
unterschiedlichen Fachbehörden gemeinsam mit weiteren Experten und
Expertinnen erarbeitet wurde, konnten die wesentlichen zukünftigen
Klimafolgen noch fundierter abgeschätzt werden. Zwar brauchen wir auch
weiterhin noch Forschung, aber unsere Ergebnisse zur Klimazukunft in
Deutschland sind schon jetzt so belastbar, dass sie für die Begründung
politischen Handelns nutzbar sind.“

Regionen unterschiedlich stark betroffen

Die Ergebnisse zeigen: Deutschlands Regionen werden unterschiedlich stark
vom Klimawandel betroffen sein. So sind beispielsweise Ballungsgebiete in
Ostdeutschland und dem Rheintal durch Hitzewellen besonders gefährdet.
Hier kann bis zur Mitte des Jahrhunderts die Anzahl der heißen Tage pro
Jahr auf 15 bis 25 Tage ansteigen. Heute gibt es 8 bis 12 solcher Tage mit
einem Tagesmaximum der Lufttemperatur von mindestens 30 Grad Celsius. Im
norddeutschen Tiefland könnte die Anzahl der Überschwemmungen durch
Flusshochwasser zunehmen, Süddeutschland ist dagegen durch
Überschwemmungen infolge von Starkregen besonders bedroht.

Durch eine Veränderung der Artenzusammensetzung wird sich der Klimawandel
auch auf solche Pflanzen und Tiere auswirken, die sich wenig an die neuen
Wetterverhältnisse anpassen können, zum Beispiel Insekten in höheren
Berglagen wie die Alpen-Smaragdlibelle. In der zweiten Hälfte des
Jahrhunderts wird es voraussichtlich häufiger zu Frühjahrs- und
Sommertrockenheit kommen. Dies wird die Auswahl der Nutzpflanzen und die
Erträge in der Land- und Forstwirtschaft beeinflussen. Gleichzeitig kann
die deutsche Landwirtschaft durch eine längere Vegetationsperiode
durchaus auch vom Klimawandel profitieren, beispielsweise durch den Anbau
von wärmeliebenden Kulturpflanzen wie die Sojabohne oder die
Sorghum-Hirse.

Weitere Informationen:

Die Vulnerabilitätsanalyse untersucht zwei wahrscheinliche Szenarien, die
sowohl klimatische als auch sozioökonomische Veränderungen
berücksichtigen: Selbst für den Fall eines schwachen Klimawandels ist
– wie bereits heute messbar – weiterhin mit Beeinträchtigungen zu
rechnen, ein starker Klimawandel kann ganz erhebliche Gefährdungen mit
sich bringen.

Das Netzwerk Vulnerabilität wurde 2011 im Auftrag der Bundesregierung
gegründet. Heute besteht das Netzwerk aus 16 Bundesbehörden und
-institutionen aus neun Ressorts und einem wissenschaftlichen Konsortium,
finanziert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und
Reaktorsicherheit (BMUB) und koordiniert durch das Kompetenzzentrum
Klimafolgen und Anpassung (KomPass) im UBA.

 

 

 

Quelle: BMUB


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