Magen-Bakterien für die Stimmung verantwortlich?

Go vegan!

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Ganz so, sagen Kritiker, würde es wohl nicht sein. Dennoch: Wissenschaftler der Harvard Universität haben mit neun freiwilligen menschlichen Probanden einen Test zur Auswirkung unterschiedlicher „Diäten“ auf die Entwicklung der Gastro-intestinal-Bakterien und deren Auswirkungen durchgeführt. Die Teilnehmer haben zuerst für drei Tage eine sehr fleischlastige „Diät“ konsumiert: Schinken, Ribs, Salami, Eier, Käse, Schweinekruste für zwischendrin. Dazu nur wenige Kohlenhydrate. Nach einer kurzen Pause hat die Gruppe dann für drei Tage richtig gesund gegessen: Getreide (Kohlenhydrate), Jasmin Reis, gekochte Zwiebeln, Tomaten, Knoblauch, Erbsen und Linsen, zwischendrin Bananen und Mangos.

Die Bakterien reagierten jeweils sehr schnell. Bereits am ersten Tag konnten Veränderungen im Verhalten der Bakterien festgestellt werden. Am zweiten Tag veränderte sich die Zusammensetzung der Bakterienkulturen deutlich. Einige dieser Veränderungen sind der Gesundheit des Menschen abträglich. Gerade die Vermehrung von Bakterieen, die in einem fleischlichen Umfeld bestens gedeihen, verursachen Entzündungen und Krankheiten im Verdaungstrakt.

Einer an der Studie beteiligten Wissenschaftler meinte, er liebe zwar Fleisch, aber er würde sich jetzt doch mehr Gedanken machen, wenn er einen Hamburger bestellen würde.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen zur Zusammensetzung der Bakterienkulturen
(Mikrobiome) im Gastro-intestinal-Bereich stehen insgesamt noch weitgehend am Beginn.
Klar ist jedoch schon, dass die Auswirkungen auf die Gesundheit, das Körpergewicht, das Immunsystem enorm sind. Es wird vermutet, dass auch das menschliche Verhalten beeinflusst wird. Die letzte Aussage geht aber eben einigen Kritikern zu weit, außerdem könne man von Veränderungen einzelner Bakerien-Arten nicht darauf schließen, welche Auswirkungen das auf díe Gesundheit des Menschen habe, man müsse dazu alle Erkenntnisse im Kontext sehen.

Sicher ist in jedem Fall, dass bestimmte Bakterien besonders dazu neigen, Entzündungen und Magenkrämpfe zu verursachen. Da steht das Bakterium „Bilophila“ heraus, das besonder gut in fettreicher Umgebung (Fleisch, Milchprodukte) gedeiht. In welcher Intensität unterschiedliche Nahrungsmittel so Entzündungen und Krankheiten auslösen würden, müsste in weiteren Untersuchungen geklärt werden, meint ein Wissenschafter. Weiter stellt er fest, dass die Studie in jedem Fall bestätige, dass man mit der Wahl der Nahrungsmittel die Entwicklung und Zusammensetzung der Bakterien-Kulturen in den Verdauungsorganen direkt beeinflusse.

Link zum Artikel auf „npr“ (English)

 

 

 


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