Gastspielgenehmigung trotz Prozess wegen Tierquälerei: PETA kritisiert Heidenheimer Stadtverwaltung für Zulassung des Zirkus Charles Knie

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Hinter so manchem Zirkuszelt verbirgt sich sehr viel tierquälerisches Leid.                                                                                                                                                                                      Fotocredit: (c) veggy-post.de

Der für seine rücksichtslose Tierhaltung bekannte Zirkus Charles Knie gastiert ab morgen in Heidenheim: PETA Deutsch-land e.V. kritisiert nun die Heidenheimer Stadtverwaltung für die Erteilung einer Gast-spielgenehmigung. Denn der Elefantentrainer Errani muss sich im kommenden Oktober wegen Tierquälerei vor dem Amtsgericht Darmstadt verantworten.

16 Stunden im engen LKW

Hintergrund ist die im Zirkus Charles Knie angewandte Praxis, die Elefanten zwischen den häufigen Ortswechseln bis zu 16 Stunden auf den engen LKW-Transportern zu belassen – eine Tortur für die sensiblen Rüsseltiere. Dies war Amtsveterinären in Darmstadt im Herbst 2012 bei einer Routinekontrolle aufgefallen, woraufhin es nun zu einem Prozess kommen wird. PETA hatte wegen dieser tierquälerischen Praxis bereits Mitte 2012 Strafanzeige gegen die Zirkus-Verantwortlichen erstattet, weshalb derzeit auch die Staatsanwaltschaft Wuppertal ermittelt (Az. 70 Js 44/12). Die Tierrechtsorganisation dokumentierte wiederholt, dass Elefanten und andere Tiere selbst bei nur einstündigen Fahrzeiten viele Stunden auf Transportern ausharren mussten. PETA fordert die Stadtverwaltung und den Stadtrat auf, ein kommunales Wildtierverbot einzuführen und künftig keine Zirkusse mehr zuzulassen, die bereits wegen Tierquälerei aktenkundig geworden sind.

Deutliche Verhaltensstörungen

„Die Stadtverwaltung hätte das Gastspiel unterbinden sollen, weil dem Zirkus wegen der tierquälerischen Haltung seiner Elefanten der Prozess gemacht wird“, so Diplom-Zoologe Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA Deutschland e.V. „Die Elefanten bei Zirkus Charles Knie zeigen aufgrund der seit vielen Jahren andauernden tierquälerischen Haltungsbedingungen bereits deutliche Verhaltensstörungen.“

Tierquälerischer Umgang

Bei Zirkus Charles Knie bedeuten die hohe Frequenz an Ortswechseln und die damit einhergehenden langen Standzeiten auf Transportern einen besonders rücksichtslosen und tierquälerischen Umgang mit den rund 100 Tieren des Zirkusbetriebes. Insbesondere Wildtiere wie Elefanten, Tiger oder Seelöwen leiden nach Auffassung der Tierrechtsorganisation erheblich unter dieser Tortur. Der Zirkusbetrieb und sein derzeitiges Engagement mit dem Elefanten-Trainer Elvis Errani stehen schon lange in der Kritik der Tierrechtsorganisation. Auf seiner letztjährigen Tournee besuchte der Zirkus in nur acht Monaten 43 Städte – oftmals nur für drei Tage. Bei früheren Arrangements von Errani wurde das erforderliche Außengehege für die Elefanten häufig nicht aufgebaut, sodass die Tiere angekettet im engen Stallzelt stehen mussten.

Verbot gefordert

PETA fordert ein Verbot von Tieren im Zirkus, denn die Unterbringung in mobilen Gehegen und auf LKW-Transportern ist nicht geeignet, um die artspezifischen Bedürfnisse der Tiere zu erfüllen. Darüber hinaus geht die Dressur in der Regel mit Gewalt und Zwang einher. In Griechenland, Bosnien-Herzegowina und Bolivien ist die Haltung und Zurschaustellung von Tieren im Zirkus bereits generell untersagt; in 14 weiteren europäischen und zahlreichen weiteren Staaten gelten Verbote für bestimmte Tierarten. In Deutschland fordern die Bundestierärztekammer und der Bundesrat ein Verbot von Wildtieren wie Elefanten, Raubkatzen und Bären in reisenden Zirkusbetrieben. Drei repräsentativen Umfragen von 2010 und 2011 zufolge finden rund zwei Drittel der Deutschen Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß.

 


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