Haltungsverordnung für Kaninchen tritt in Kraft / Käfighaltung weiterhin erlaubt

Go vegan!

VIER PFOTEN protestiert seit Jahren gegen die Käfighaltung von Kaninchen.                                                                                              Fotocredit: © VIER PFOTEN, Paul Langrock

Die neue Haltungsver-ordnung für Mast- und Zuchtkaninchen tritt heute, den 11. August, in Kraft. Der Bundesrat hat der Verord-nung bereits im September 2013 zugestimmt. Die Stiftung VIER PFOTEN begrüßt einer-seits, dass konkrete Vorga-ben zur Haltung von Kanin-chen erarbeitet wurden, kritisiert jedoch, dass die neue Haltungsverordnung aus Tierschutzsicht unzu-reichend ist.

Engagement zahlt sich aus

So ist beispielsweise die Käfighaltung von Kaninchen immer noch erlaubt. VIER PFOTEN setzt sich für ein bundesweites Verbot der Käfighaltung von Mast- und Zuchtkaninchen ein und fordert weiterhin den Lebensmitteleinzelhandel auf, kein Kaninchenfleisch aus Käfighaltung zu verkaufen. Mit Erfolg: Dank VIER PFOTEN bietet z.B. die Warenhauskette Galeria Kaufhof seit April 2014 nur noch Kaninchenfleisch aus Bodenhaltung an.

Nicht artgerecht

„In der neuen Haltungsverordnung wird den Kaninchen immer noch zu wenig Platz zugestanden. Die Kaninchen haben gerade mal 1,5 bis 2,5 DIN A4-Seiten Platz pro Tier“, berichtet Dr. Martina Stephany, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN Deutschland. „Die Tiere sind generell in ihren Verhaltensweisen im Käfig stark eingeschränkt, sie können z.B. kaum hoppeln und keine Höhlen buddeln.“

Beschäftigungs- und Rückzugsmöglichkeiten werden in der Haltungsverordnung zwar berücksichtigt, jedoch sind diese Bereiche zu klein und werden pro Gruppe wohl nur je einem einzigen Kaninchen Platz bieten. Weiterhin ist die Strukturierung eines Käfigs in Funktionsbereiche (Futter-, Aufenthalts- und Ruhe-/Rückzugsbereich) nur bedingt möglich, sodass es zu Einschränkungen des natürlichen Bewegungs- und Sozialverhaltens kommen kann. An den hygienischen Zuständen in den Ställen wird sich ebenfalls nicht viel ändern: Zwar gibt es nun einen Grenzwert für den Ammoniakgehalt der Luft, jedoch werden Kaninchen in Käfighaltungen weiterhin direkt über ihren Ausscheidungen leben müssen. So kann es zu Augen- und Schleimhautreizungen kommen.

Verordnung ein erster Schritt

„Die Verordnung ist ein wichtiger erster Schritt. Nun wäre es wünschenswert, wenn das BMEL die Forschung für alternative Haltungssysteme unterstützen würde. Das heißt: keine Käfighaltung, dafür Bodenhaltung in Gruppen mit Auslauf, und das sowohl für Mast- als auch für Zuchtkaninchen“, sagt Dr. Stephany.

VIER PFOTEN hat aufgedeckt, dass Kaninchen in der Käfighaltung an verletzten Pfoten, Gelenkproblemen und schweren Verhaltensstörungen wie zum Beispiel Kannibalismus leiden.

 

 

 


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