Illegales Tierversuchslabor in Münster: Menschen für Tierrechte fordern Konsequenzen

 

Be vegan, be happy! Maus wird am Schwanz gehalten und mit der Spritze soll eine Substanz injiziert werden.

Illegale Versuche an Mäusen in Münster: wie weit gehen die Machenschaften im geheimen Tierversuchslabor?                                                                           Fotocredit: © Gina Sanders – Fotolia.com

Nach Ansicht des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte e.V. zeigt das am Mittwochabend bekannt gewordene illegale Tierversuchslabor in der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU), dass die vorhandenen Rechts- und Kontrollvorschriften illegale Tierhaltung und Tierversuche nicht verhindern können. Der aktuelle Tierschutz-Skandal zeige, was nun nötig sei:  eine Aufstockung der Veterinärbehörden, Schwerpunktstaatsanwaltschaften für Tierschutz, die Tierschutz-Verbandsklage sowie harte strafrechtliche Konsequenzen für alle Beteiligten.

Die Stadt Münster und die WWU bestätigten gestern Abend, dass im Keller der Medizinischen Fakultät 77 Mäuse in einem illegalen Tierlabor entdeckt wurden. Das Labor wurde durch einen anonymen Hinweis am Dienstag entdeckt. Das zuständige Veterinäramt ermittelt derzeit, ob es sich in diesem Fall um illegale Tierhaltung handelt oder ob auch illegale Tierversuche durchgeführt wurden. Sechs Mäuse mussten auf Anordnung der Amtstierärztin „wegen ihres schlechten Zustandes“ getötet werden. Die Medizinische Fakultät  hat die nicht genehmigte Haltungseinrichtung sofort geschlossen.

„Nach Bad Nauheim und Jena ist dies der dritte Fall seit 2015, bei dem eine illegale Tierhaltung und schlimmstenfalls nicht genehmigte Tierversuche festgestellt wurden. In solchen ungenehmigten Laboren sind die Tiere den Forschern schutzlos ausgeliefert. Wir erwarten eine lückenlose Aufklärung und harte strafrechtliche Konsequenzen für alle Beteiligten“, kritisiert Christina Ledermann, stellvertretende Vorsitzende von Menschen für Tierrechte.

Behörden besser austatten

Nach Ansicht des Bundesverbandes ist es bezeichnend, dass es wieder ein Whistleblower war, der die Behörden informierte. Dies zeige, dass eine Aufstockung der Veterinärbehörden die dringlichste Maßnahme sei. Die Veterinärbehörden müssten so ausgerüstet sein, dass sie Tierversuche zu jedem Zeitpunkt lückenlos überwachen könnten. Aktuell seien die meisten Veterinärämter aber personell unterbesetzt. Hinzu komme, dass in Forschungseinrichtungen oft zeitgleich ähnliche Tierversuche parallel liefen, sodass die Amtstierärzte Verstöße gegen Tierschutzrecht kaum entdecken können und auf Insiderinformationen angewiesen seien.

Weitere entscheidende Maßnahmen, um illegale Tierversuche zu vermeiden, sind nach Ansicht des Verbandes die Einrichtung von Schwerpunktstaatsanwaltschaften für Tierschutz und die Tierschutz-Verbandsklage. Was die beschuldigten Wissenschaftler betrifft, müsste sichergestellt werden, dass diese lebenslang keine Tierversuche mehr durchführen könnten. Zudem müsste ermittelt werden, ob weitere Personen eine Mitschuld an dem Betrieb des illegalen Labors haben.

 

 

 

 

 

Quelle: Menschen für Tierrechte

 

 


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