In Sotchi bellt ab Morgen kein Hund mehr.

Sotchis Hunde leben gefährlich  Fotocredit: © babimu - Fotolia.com

Hunde haben ab Freitag auf Sotchis Straßen nichts zu bellen                                              Fotocredit: © babimu – Fotolia.com

Sie sind unterwegs. Die Hundejägerstaffeln von Sotchi. Es wird geschossen. Morgen, wenn die Olympischen Spiele eröffnet werden soll Ruhe herrschen. Ruhe für den Sport, für Putins Russland. Bellende Hunde soll es nicht mehr geben. Bellende, häßliche Hunde. Straßenhunde. Deswegen wird geschossen. Mit Chemie. Die Hunde ersticken.

Die Humane Society hat einen Brief an Präsident Putin geschickt. Darin wurde der mächtige Mann gebeten, dass Hundemassaker in Sotchi zu verhindern. Putin sei doch selber Hundeliebhaber, schließlich sei er schon häufiger mit einem schwarzen Labrador (Putins Labrador Koni) zusammen fotografiert worden, heißt es in dem Schreiben.

Im Kreml ist es bekannt, dass es in Sotchi Probleme mit streunenden Hunden gibt. Scheinbar kann man da aber keinen Einfluss nehmen. Wie bitte? Kann nicht oder will nicht? Bereits seit vergangenem Oktober werden Hunde in Sotchi getötet. Etwa 300 jeden Monat. Das kostet pro Hund etwa 20,- Euro.

Von Seiten des Olympischen Kommittees gibt es nur abwiegelnde Aussagen. Damit folgt man dort weiter dem Prinzip des nicht Einmischens, wo aber gerade doch diese Institution die Möglichkeit dazu hätte. Sicher möchte man es sich mit Putin nicht verscherzen und sicher hängt auch sehr viel Geld daran, dass die Spiel sauber sind. Streunende Hunde passen da ncht ins Bild. Putin möchte es sauber. Sotchi will ja ein sauberes Image, um für die Zukunft als hochrangige internationale Tourimus-Destination zu punkten.

Ein russischer Millionär, Herr Deripaska, ist nun bereits seit einiger Zeit bemüht, die noch verbliebenen Hunde zu retten. Es gibt dazu ein behelfsmäßiges Outdoor-Tierheim – außerhalb von Sotchi. Das Land dazu hat die Region zur Verfügung gestellt. Dort werden die gefangenen Hunde erstmal untergebracht. Der reiche Russe hat ca. 12.000,- Euro Soforthilfe bereitsgestellt. Weitere gut 35.000,- Euro gibt es für den Betrieb für ein Jahr. Alle Hunde werden medizinisch versorgt und geimpft. Sie könnten auch adoptiert werden. Allerdings nutzt die Bevölkerung von Sotchi das „Tierheim“ wohl eher, um sich von eigenen unliebsamen Hunden zu trennen. Diese werden dann in der Nacht über den Zaun geworfen. Was langfristig mit den Hunden passieren soll, das ist ungewiss. Vielleicht müssen sie eines Tages einfach wieder frei gelassen – oder sie werden eingeschläfert. Herr Deripaska hat viel Geld in Sotchi investiert und möchte sicher, dass die Spiele ein großer Erfolg werden. Das Ultimatum zum Retten der Hunde läuft heute aus.

Spätestens zur Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele, morgen am Freitag, werden alle Hunde aus den Straßen verschwunden sein. Dann ist Ruhe.

Schau Dir dazu auch einen kurzen Artikel in der Neuen Züricher Zeitung an.

 

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Fotocredit: Beitragsfoto top breit © Anne Barth


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