Großer Erfolg: Internationaler Tierrechtskongress in Wien

 

Über 500 TeilnehmerInnen aus praktisch allen europäischen Ländern und auch aus anderen Kontinenten konnten sich vernetzen – die Tierrechtsbewegung ist nun global präsent!

Be vegan!

Der VGT-Obmann, DDr. Martin Balluch, stellte in insgesamt drei Vorträgen sein Wissen zur Diskussion.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Fotocredit: (c) vgt.at

Wien – Es war der bereits 7. Österreichische Tierrechts-kongress, der vom VGT organisiert worden ist. Bereits 2006 hat der VGT in Wien einen internationalen Kongress mit Schwerpunkt auf Ost- und Südeuropa veranstaltet und so dazu beigetragen, dass sich dort zahlreiche Tierschutz-organisationen etablieren konnten. Erstmals wurde nun von 2.-5. November 2017 eine Kombination versucht, ein internationaler Tierrechts-kongress in englischer Sprache zeitgleich mit dem 7. Österreich-ischen Tierrechtskongress auf deutsch.

Und der Erfolg gab dem VGT recht. Es gab etwa 450 Anmeldungen im Vorfeld und mehr Vortragsangebote als angenommen werden konnte. Schließlich fanden sich über 500 TeilnehmerInnen ein und hörten 80 Vortragende zum Teil parallel in 3 verschiedenen Räumen.

Zusätzlich gab es eine Tierrechtskunstausstellung: Skulpturen und Malereien von u.a. Chris Moser, Hartmut Kiewert und Roland Straller. Insgesamt waren 9 KünstlerInnen aus Österreich, Deutschland, Italien, Kanada und Belgien beteiligt.

Können auch Tiere moralisch handeln?

Als Hauptvortragende waren die Journalistin Hilal Sezgin aus Deutschland, der Universitätsprofessor Mark Rowlands aus den USA und der Universitätslektor Dan Lyons aus England geladen. Sezgin sprach über die Verbindung von Menschen- und Tierrechten, Rowlands über die Frage, ob auch Tiere moralisch handeln können – und beantwortete sie mit ja! – und Lyons wieder versuchte, Wege aufzuzeigen, wie Tierschutz in der Politik ein größeres Gewicht bekommen könnte. Unter dem Titel “Das Leben neu ausrichten” gab es ein Sprachcafé mit einem ehemaligen Rinderbauern, einem Haubenkoch und einem ehemaligen Großwildjäger, die alle mittlerweile vegan leben. Die verschiedenen Lebensgeschichten beeindruckten die ZuhörerInnen sehr. Der Haubenkoch zum Beispiel engagiert sich heute hauptsächlich in dem Projekt Vegucation, bei dem professionelle Köche und Köchinnen in die Feinheiten der veganen Küche eingeführt werden.

Verschiedene Kampagnenstrategien für vegane Expansion

Grob gesprochen gibt es 2 distinkte Vorgangsweisen, die sich in der Tierrechtsbewegung herauskristallisiert haben. Da ist einerseits der Weg, möglichst viele Menschen für eine rein pflanzliche Lebensweise zu gewinnen, weil dadurch weniger Tiere missbraucht und genutzt werden. Der andere Weg dagegen ist die Reform im Umgang mit Tieren, entweder auf gesetzlicher Ebene oder durch das Überzeugen von Firmen, auf eine tierfreundlichere Produktion umzustellen.

Global organisiert

So wurde eine weltumspannende Veganorganisation “ProVeg” gegründet, mit Sitz in Berlin, die sogar bereits in Afrika und Asien Stützpunkte hat. Immer mehr Firmen nehmen vegane Produktschienen in ihre Produktpalette auf und von den Projekten, bei denen Menschen aufgefordert werden, 30 Tage vegan zu leben zu versuchen, kommen nur positive Rückmeldungen. Vom Veggieboom, der 2009 weltweit begann, wird jedenfalls noch kein Abflauen gemeldet.

Erfreuliche Entwicklungen in einigen Ländern

Besonders beeindruckend sind auch die Erfolge bei Gesetzesreformen im Tierschutz. In Tschechien konnte in einer 2-jährigen Kampagne ein Pelzfarmverbot ohne nennenswerte Kompensation für die Farmen und mit einer lediglich kurzen Übergangsfrist bis 2019 durchgesetzt werden. In Slowenien gelangen überraschende Fortschritte in den letzten beiden Jahren, so gibt es nun nicht nur ein Pelzfarmverbot und ein Verbot der Wildtierhaltung im Zirkus, sondern auch ein Verbot, nur für den Gewinn von Pelz, Haut oder Federn zu jagen – wovon wir in Österreich noch weit entfernt sind. Dafür konnte vom Gatterjagdverbot hierzulande berichtet werden. In Kroatien ist heuer ein Verbot für die Tötung von Hunden und Katzen in Tierheimen, die nicht vermittelt werden können, erlassen worden.

Mensch-Tier Beziehung

Dazu hatte der Kongress auch eine sehr wissenschaftliche Komponente. Vor allem SoziologInnen nehmen sich momentan in Europa und Amerika den Fragen der Mensch-Tier Beziehung an. Die Ergebnisse sind für anstehende Tierschutzkampagnen vielseitig verwendbar.

Die Tierrechtsbewegung hat mit diesem Kongress bewiesen, dass sie „erwachsen“ geworden ist. Trotz verschiedenster Überzeugungen in einer Vielzahl von Organisationen arbeitet die Bewegung mittlerweile kooperativ und sehr konstruktiv an gemeinsamen Zielen. Überall auf der Welt werden im Namen der Tiere im Rahmen effektiver Kampagnen auf wissenschaftlicher Basis Menschen mobilisiert, die gemeinsam um neue pragmatische Fortschritte gegen die Tierindustrie ringen.

 

 

 

 

Quelle: VGT.at

 

 


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