Nachgefragt: Rosalie Wolff. Sie spielt als „Vicky“ die Hauptrolle in der Dramödie Los Veganeros

 

Go vegan!

Los Veganeros: Rosalie Wolff als „Vicky“ mit einem Fan.                                                                                                                                                                                                                                                      Fotocredit: (c) andy charcoal photography

Rosalie Wolff lebt vegan. Sie ist Unternehmerin und Schauspielerin. Einigen von euch wird sie aus der Soap „Verbotene Liebe“ bekannt sein. Als Unternehmerin und Gründerin betreibt sie „Smilefood“, einen Versand für vegane Produkte. Außerdem beliefert sie große Supermärkte mit ihrer Eigen-marke „Veggy Friends“. Aktuell ist Rosalie mit dem Film „Los Veganeros“ in den Kinos.


Rosalie, Du lebst schon länger vegan, wie lange genau?

Ich habe vor 13 Jahren aufgehört Fleisch zu essen und lebe seit 4 Jahren komplett vegan. Als Kind habe ich Fleisch gegessen, mochte Gyros und Frikadellen besonders gerne. Der Wandel kam mit einer Reportage, die mir bildlich klar gemacht hat, dass mein Gyros und meine Frikadellen nicht im Supermarkt wachsen. Diese Bilder von Tieren die sich gegen Bolzenschuß und Elektrozange gewehrt haben, habe ich bis heute nicht vergessen, und waren der Auslöser um nie wieder ein Stück Fleisch zu essen.

Findest Du, dass man das Fleischessen verbieten darf? Es gibt sehr viele Verbote in unserer Gesellschaft: „Das Spielen auf dieser Grünfläche ist verboten“, Parken verboten“, „Rauchen verboten“. Fleischessen schadet den Tieren, der Gesundheit, dem Planeten und wer weiß was oder wem noch alles. Es gäbe also sinnvolle Gründe.

Es gibt natürlich sinnvolle Gründe, und ich würde mir von Herzen wünschen, dass keine Tiere mehr gegessen werden. Aber jeder Mensch muss selbst entscheiden was er isst, ich möchte auch nicht gesagt bekommen was ich zu tun oder zu lassen habe. Es ist der bessere Weg aufzuklären, und andere Menschen dazu zu bewegen von sich aus kein Fleisch mehr zu essen. Dies ist für mich der richtige Weg der in den letzten Jahren gut funktioniert hat.

Aktuell spielst Du die Hauptrolle in der „Dramödie“ „Los Veganeros“. Darin geht es durchaus auch auf sehr ulkige Weise um Alltägliches und weniger Alltägliches im Leben von Veganerinnen und Veganern. Wie ist die Resonanz auf den Film?

Die Resonanz ist der Wahnsinn. Ich bin selbst völlig überwältigt und unglaublich dankbar für die vielen positiven Rückmeldungen.

Wie bist Du eigentlich an die Rolle gekommen?

Lars (Oppermann, Anm. d. Red.), unser Regisseur hat bei uns in der Firma angerufen und nach einem möglichen Sponsoring gefragt. Mein Kollege meinte, dies sei kein Problem und zudem gäbe es noch eine Chefin mit Schauspielambitionen die sicher gerne eine kleine Rolle übernehmen würde. Da das Casting für die Hauptrolle noch nicht abgeschlossen war, wurde aus der kleinen Rolle die Hauptrolle und ich war natürlich unfassbar glücklich darüber.

Go vegan!

Rosalie Wolff in der Hauptrolle als „Vicky“.                                                                                                                                                                                                     Fotocredit: (c) andy charcoal photography

Bist Du über Deine Rolle hinaus noch bei der Filmproduktion involviert?

Nein, ich habe lediglich die Vicky gespielt. Unser Team bestand übrigens nur aus 5 Personen hinter der Kamera, und wir hatten ein minimales Budget von 25.000 Euro. Die Personen-anzahl und das Budget haben andere deutsche Produktionen alleine für das Catering!

Häufig spricht man bei VeganerInnen noch abfällig von „Graslutschern“. Welches Standing hat der vegane Mensch in der heutigen, vermeintlich modernen Welt? Gerade auch Männer müssen ja immer noch mit vielen Klischees kämpfen – einige wollen aber auch genau diese Klischees bedienen. Kurz: James Bond als Veganer, wäre das denkbar?

Aus dem Alter bin ich glücklicherweise raus, in welchem ich mir noch Gedanken gemacht habe was andere Leute sagen oder denken könnten. 😉

Du bist auch Unternehmerin. Was genau machst Du? Wie lange schon?

Vor 13 Jahren habe ich smilefood gegründet, einen veganen Online-Shop. Die Idee vegane Lebensmittel zu vertreiben um damit auch andere davon überzeugen zu können, weniger Fleisch zu essen, finde ich unglaublich toll.

Wie hat sich der Markt aus betriebswirtschaftlicher Sicht in den letzten fünf Jahren verändert?

Früher war die Zielgruppe zwar kleiner, dafür gab es aber kaum Mitbewerber. Man konnte vieles ausprobieren. Heute ist das nicht mehr möglich, Fehlentscheidungen wären fatal. Wir haben neben smilefood auch eine eigene Marke „Veggy Friends“ welche an große Supermarktketten geliefert wird. Gerade in dem Bereich, wo man sich gegen große Konzerne durchsetzen muss, wird man täglich stark herausgefordert. Da ich aber nie vergesse aus welchen ethischen Motiven ich diesen Job mache, verliere ich auch nie die Motivation.

Was sind Deine unternehmerischen und privaten Pläne?

Wir haben natürlich konkrete Ziele für die Firmen, privat wäre das Ziel wie jedes Jahr : Endlich mal für ein paar Tage in die Berge zum Wandern ….

Was steht als Schauspielerin an?

Es gibt ein paar Anfragen, mal schauen was daraus wird.

Wenn Du vegan ausgehen möchtest, wohin gehst Du dann?

Ehrlich gesagt bin ich die letzten Jahre so gut wie nie ausgegangen, sitze nämlich leider Non-Stop im Büro … Wenn ich ab und an einige Drehtage habe, ist das für mich wie Urlaub und ausgehen.

Du bist aus ethischen Gründen vegan. Man wird ja sicher immer Mal wieder gefragt, warum man so lebt. Wie ist es andersherum: missionierst Du (hin und wieder)?

Ich versuche es zu vermeiden. 😉

Welches ist Dein Lieblingsrezept?

Kartoffelpüree mit „Veggy Friends“ Frikadellen und Krautsalat.

Rosalie: herzlichen Dank für Deine Antworten.

 

Webseite: Los Veganeros


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