Justiz versagt: Experten empört über erneute Einstellung von Verfahren wegen Tierschutzskandal in Niedersachsen

 

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Verfahrenseinstellung in Niedersachsen – trotz „Tiermord“.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Fotocredit: (c) Animal Equality

Berlin. In drei niedersächs-ischen Großbetrieben der Geflügelindustrie dokumentierten Ermittler der Tierschutzorganisation Animal Equality im Mai und Juni 2017 erschreckende Zustände. In den Betrieben, von welchen einer an den Marktriesen Wiesenhof, ein anderer an Rothkötter liefert, wurden Tiere regelmäßig lebendig entsorgt. Experten aus Recht und Veterinärmedizin beurteilen die dokumentierten Praktiken als mutmaßliche Straftaten.

Dennoch hat die zuständige Staatsanwaltschaft Oldenburg alle drei Verfahren wegen mutmaßlicher Straftaten eingestellt. In Zusammenarbeit mit Dr. Christoph Maisack, Richter am Amtsgericht und Erster Vorsitzender der deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht (DJGT) e. V., hat Animal Equality Beschwerde gegen die Verfahrenseinstellungen eingelegt.

Wissen sie, was sie tun?

„Der Umgang mit den Tieren ist brutal und verstößt in mehreren Punkten gravierend gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung”, so Dr. Christoph Maisack. „Es ist empörend, dass die zuständige Staatsanwaltschaft die Vorfälle nicht strafrechtlich verfolgt. Außerdem herrscht bei den zuständigen Behörden anscheinend in bestürzendem Ausmaß Unkenntnis über Tierschutz-Vorschriften.”

Der Arbeiter mit der Schaufel

Wie die Aufnahmen aus dem Wiesenhof- und dem Rothkötter-Zulieferer dokumentieren, wurden die eingesammelten Küken in den Eimern minutenlang unter ihren toten Artgenossen erstickt. Besonders schockierten Aufnahmen aus einem dritten Betrieb, die zeigen, wie ein Arbeiter mit einer Schaufel auf ein Küken einschlägt. Anschließend überließ er das Tier im Müllcontainer seinen schweren Verletzungen, wo es 12 Stunden später von Ermittlern von Animal Equality gefunden wurde.

Landesbeauftragte für Tierschutz beklagt fehlende Ermittlungen

Kritik an der Justiz übt auch die niedersächsische Landesbeauftragte für Tierschutz, Michaela Dämmrich: „Den Hähnchen wurden erhebliche langandauernde Schmerzen und Leid zugefügt, bis langsam der Tod eintrat. Die Einstellung des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft ohne Ermittlungen eingeleitet zu haben, kann ich nicht nachvollziehen.”

 

 

 

 

Quelle: Animal Equality

 

 


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