Kassel beschließt Gastspielverbot für Zirkusse mit Wildtieren – TASSO e.V. begrüßt Entscheidung

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Tasso e.V. begrüßt das Verbot von Wildtieren in Zirkussen in Kassel.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Logo: (c) TASSO

Sulzbach – Montag, 14.09.2015, hat die Stadtverordnetenversam-mlung in Kassel einem Antrag zum Gastspielverbot von Zirkus-sen mit Wildtieren zugestimmt. Der Antrag der Fraktionen SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sah auch vor, über die Gremien des Deutschen Städtetages auf die Bundesregierung einzuwir-ken, ein bundesweites Wildtier-verbot in Zirkussen umzusetzen. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. begrüßt diese Entscheidung ausdrücklich.

„Wildtiere wie Affen, Elefanten, Großbären, Giraffen, Nashörner oder Flusspferde sind in Zirkussen nicht tiergerecht unterzubringen“, weiß Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO. Dies hat auch bereits im Jahr 2003 der Bundesrat als eines der höchsten Verfassungsorgane in Deutschland festgestellt und einem Antrag aus Hessen zum Verbot bestimmter Wildtierarten in Zirkussen mehrheitlich zugestimmt.

Bundesregierung handelt nicht

„Leider hat die Bundesregierung bis heute keine Verordnung zum Haltungsverbot bestimmter Wildtierarten im Zirkus erlassen“, erläutert Mike Ruckelshaus. Erst der tödliche Unfall mit einem ausgerissenen Zirkuselefanten hat die hessische Umweltministerin Priska Hinz veranlasst, erneut einen Vorstoß im Bundesrat zum Wildtierverbot für Zirkusse anzukündigen. Bis der Bund hier eine Regelung getroffen hat, sollten die Städte und Kommunen ihre Möglichkeiten, öffentliche Plätze nicht mehr an Zirkusbetriebe mit bestimmten Wildtierarten zu vergeben, ausschöpfen. Einige Städte und Gemeinden haben dies auch bereits umgesetzt.

„Jüngst hat der Stadtrat von Viersen in Nordrhein-Westfalen mit großer Mehrheit beschlossen, Zirkussen ab sofort keine städtischen Flächen mehr für Gastspiele zur Verfügung zu stellen, wenn bestimmte Wildtierarten mitgeführt werden“, erläutert Mike Ruckelshaus weiter.

Die Widmungsbeschränkung eines Festplatzes für Zirkusse mit Wildtieren ist inzwischen auch vom Verwaltungsgericht München bestätigt worden.

TASSO empfiehlt Kommunen, die eine Nutzungseinschränkung öffentlicher Plätze für Zirkusse mit Wildtieren umsetzen wollen, als Leitfaden die Stellungnahme „Zirkusse mit Wildtieren in kommunalen öffentlichen Einrichtungen“ der Landesbeauftragten für Tierschutz des Landes Baden-Württemberg zu nutzen. Diese finden Sie hier als PDF.

 

 

Quelle: TASSO e.V