Kein Rückgang bei Tierversuchszahlen – TASSO fordert mehr Geld für Alternativforschung

 

Be vegan! Ratte muss bis zur Erschöpfung in einem Glasgefäß schwimmen.

Schwimmen bis zur totalen Erschöpfung: Carlos im Schwimmtest.                                                                                                                                     Fotocredit: (c) Ärzte gegen Tierversuche

Sulzbach / Ts. – Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat aktuell die Tierversuchszahlen für das Jahr 2015 veröffentlicht. Demnach sind im vergangenen Jahr insgesamt 2.799.961 Tiere für wissenschaftliche Zwecke verwendet worden. Das sind etwa genauso viele wie im Jahr zuvor, kritisiert die Tierschutzorganisation TASSO e.V.

Im Wesentlichen mussten Mäuse (2.005.097 Tiere) und Ratten (320.629 Tiere) für Tierversuche leiden. Darauf folgten 199.172 Fische und 107.652 Kaninchen. Bei den verwendeten Affen und Halbaffen ist zudem ein Zahlenanstieg von 2.848 im Vorjahr auf 3.141 in 2015 verzeichnen.

„Diese Zahlen zeigen noch keine Kursänderung hin zu einer tiereinsatzfreien und damit ethisch vertretbaren Forschung sondern vielmehr die Notwendigkeit für eine stärkere Förderpolitik hin zu tierleidfreien Methoden“, sagt Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO e.V.. Während derzeit Milliardenbeträge in die Tierversuchsforschung fließen, stünden für die Entwicklung von Alternativen nur ein paar Millionen Euro zur Verfügung.

Hunde und Katzen für Arzneimittel und Chemikalien

Auch 4.491 Hunde und 1.112 Katzen wurden letztes Jahr in Deutschland bei Tierversuchen eingesetzt. „Insbesondere für gesetzlich vorgeschriebene Toxizitäts- und Unbedenklichkeitsprüfungen von Arzneimitteln und Chemikalien wie Pflanzenschutzmittel z.B. müssen neben Nagetieren auch immer noch Hunde und Katzen erheblich leiden“ erläutert Mike Ruckelshaus.

Bei den Versuchszwecken liegt die Grundlagenforschung mit 58% an erster Stelle. Die Grundlagenforschung dient nur der Wissensvermehrung ohne einen konkreten bzw. therapeutischen Nutzen für den Menschen zu haben. Hier stelle sich ganz besonders die Frage nach der ethischen Vertretbarkeit von Tierexperimenten, so Mike Ruckelshaus. Aber auch der generelle Nutzen von Tierversuchen würde zunehmend von Experten bezweifelt, wie unlängst z.B. auf einem wissenschaftlichen Kongress in Köln gezeigt wurde.

Versuchsverantwortliche bewerten die Schmerzen und Leiden der Tiere

Auch zu den jeweiligen Belastungen für die Tiere im Versuch gibt die Statistik Auskunft. Demnach sind mit dem höchsten Belastungsgrad „schwer“ 4% der Versuche (über 112.000 Tiere) eingestuft worden.
„Hier gilt es zu berücksichtigen, dass die Bewertungen der Schmerzen und Leiden für die Tiere von den Versuchsverantwortlichen selber vorgenommen werden“, so Mike Ruckelshaus. Im Sinne des Tierschutzes sollte die Bewertung der Belastungen ausschließlich von neutralen unabhängigen Institutionen getroffen werden, sagt der Tierschutzexperte.

„Zudem könnten die grausamsten Tierversuche mit dem höchsten Schweregrad längst in Deutschland verboten sein, wenn die Bundesregierung 2013 die EU-Tierversuchsrichtlinie korrekt in nationales Recht umgesetzt hätte“, erläutert Mike Ruckelshaus weiter. Um dieses Verbot schwerstbelastender Tierversuche zu erreichen hat TASSO zusammen mit den Vereinen Ärzte gegen Tierversuche und dem Bund gegen Missbrauch der Tiere die Kampagne „Schwimmen – bis –zur Verzweiflung“ gestartet.

 

 

 

 

 

Quelle: TASSO

 

 


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