Kieve: Tiger verletzen Zirkusdompteure schwer

 

PETA kritisiert lasche Sicherheitsvorgaben und fordert SPD und Union auf, Wildtierverbot in den Koalitionsvertrag aufzunehmen

Be vegan!

Tiger im Zirkus: schlechte Haltung und vermutlich schlechte Behandlung: so geht das nicht.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Fotocredit: (c) PETA

Kieve / Stuttgart – Am letzten Sonntag hat ein Tiger zwei Dompteure des Circus Barley durch Prankenhiebe durch die Käfiggitter schwer verletzt. Dem Polizeibericht zufolge erlitt eine Frau Verletzungen im Gesicht, einem weiteren Zirkusangestellten wurde eine tiefe Fleischwunde am Oberarm zugefügt. Beide Dompteure befinden sich zur Behandlung im Krankenhaus. PETA übt nun scharfe Kritik an den Ordnungsbehörden für die Tolerierung der mangelhaften Sicherheit bei Tiger- und Löwengehegen in deutschen Zirkusbetrieben.

Immer wieder werden Menschen durch Tiere im Zirkus verletzt, weil die Ordnungsbehörden dem Gefahrenpotential keinerlei Bedeutung beimessen. Angesichts des erneuten Unfalls fordert die Tierrechtsorganisation die Verhandlungspartner von SPD und CDU/CSU auf, das längst überfällige Zirkus-Wildtierverbot in den Koalitionsvertrag aufzunehmen.

Gefahr von verhaltensgestörten Tieren

„Unfälle mit gefährlichen Tieren wie Tigern oder Elefanten sind im Zirkus vorprogrammiert. Sowohl die lokalen Ordnungsbehörden als auch Zirkusangestellte handeln grob fahrlässig, denn die Gefahrenproblematik ist seit Jahren bekannt“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Es sollte jedem Zirkusbesucher klar sein, dass verhaltensgestörte Tiger, die ihr Leben lang mit der Peitsche zum Gehorsam gezwungen wurden, unberechenbar sind.“

Ungeeignete Haltungsbedingungen

Unfälle und Ausbrüche von Wildtieren wie Elefanten, Tigern oder Bären aus deutschen Zirkusbetrieben sind vielfach dokumentiert. Insgesamt kam es zwischen 2009 und 2016 zu mindestens 45 Ausbrüchen von Bären, Elefanten, Flusspferden, Großkatzen, Nashörnern und Primaten aus Zirkusbetrieben in Deutschland. Dabei wurden mehrere Menschen getötet und verletzt. Auch der Bundesrat verweist in seiner Entschließung für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus (2016) auf die Gefahrensituation: „Ferner sind vermehrte Zwischenfälle mit den genannten Tierarten und Ausbrüche von Zirkustieren augenfällig, die auch die Bevölkerung immer wieder gefährden.“ Einen Grund dafür sieht die Länderkammer darin, dass die „eigentlich notwendige Einrichtung von ausreichend großen, ausbruchsicheren und artgerecht ausgestatteten Gehegen […] mit der Notwendigkeit zur fortwährenden Mobilität“ kollidiert. Zuletzt starb im August 2017 in Brandenburg ein Autofahrer nach einer Kollision mit zwei Wildrindern, die zuvor aus einem Zirkusgehege ausbrachen.

Wildtiere haben nichts im Zirkus zu suchen

Bezüglich exotischer Wildtierarten sprechen sich auch die Bundestierärztekammer sowie die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland für ein Verbot aus. Einer repräsentativen forsa-Umfrage zufolge vertreten 82 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere im Zirkus nicht artgerecht gehalten werden können. Vor diesem Hintergrund kritisiert PETA insbesondere die CDU/CSU-Fraktion, die als einzige Partei im Bundestag ihre Zustimmung zu einem Wildtierverbot verweigert.

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: PETA

 

 

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.