Kochbuch von Josita Hartanto: „VEGAN GENIAL“

A better place. "Lucky Leek" Chefin in Kochbuch-Macherin Josita Hartanto Cover: (c)neunzehn verlag

Josita Hartanto: Kochbuch-Autorin und Chefin des veganen Restaurants „Lucky Leek“ in Berlin
Coverfoto: (c) Neun Zehn Verlag Walter Unterweger

Die Ersatzesser: das wäre doch eine  treffende Bezeichnung für viele der vegan lebenden Menschen. In Supermärkten, Bioläden und in vielen Kochbüchern werden Fleischersatz-Produkte gelobt und gefeiert. Auf den Etiketten heißt es: wie Braten, wie Schnitzel, wie Wurst, wie Döner, wie Schrimps, wie Fisch. Das ist einerseits ganz in Ordnung, aber jeder weiß, wie man ein Schnitzel zubereitet – selbst die Oma weiß das. Ob da nun Fleisch liegt oder Seitan. Josita Hartanto tickt da anders. Allein schon deshalb ist mir ihr Kochbuch „VEGAN GENIAL“ gleich sympathisch gewesen.

Der Traum vom Sinnlichen

Bauch und Kopf sind bekanntlich nicht gar zu weit voneinander entfernt. Wer sich von „Ersatzprodukten“ ernährt, „tickt“ der vielleicht auch in Ersatz-Schablonen? Küche ist zum Entdecken da. Kreativ. Das braucht Zeit. Die jedoch wird in unserem eng getakteten Arbeitsalltag arg gestrafft. Essen gehen ist ja für viele Menschen schon der Standard. Für diese ist Josita Hartantos Buch „VEGAN GENIAL“ ein sehr schönes Bilderbuch, dass sie davon träumen lässt, wie schön selber kochen sein könnte. Träumen von Sinnlichem. Träumen davon, wieviel Vergnügen es bereiten könnte, leckere Zutaten einzukaufen. Zutaten, von denen die Autorin sagt, dass sie in „fast“ jedem Laden zu haben sind – ohne dass man sich nach ihnen die Hacken wund laufen muss. Die Autorin sagt auch, dass viele Dinge, die sie in den Rezepten verwendet, sowieso in „fast“ jeder Küche stehen würden.

Jetzt kommt es drauf an

Josita Hartanto lebt seit ca. 14 Jahren vegan. Sie hat klassisch Köchin gelernt, ist aber peu à peu zur veganen Köchin „migriert“. Eines Tages nahm sie ein Angebot an: sie wurde Chef-Köchin. Das war im ersten wirklich guten vegan Restaurant in Berlin: dem „La Mano Verde“. Etwa damit endete auch gesellschaftlich die Zeit, als es ein Triumph war, ein Restaurant zu entdecken, in dem es überhaupt etwas Veganes gab. Egal, wie es schmeckte und ganz ehrlich, meistens schmeckte es überhaupt nicht. Es kam aber auch nicht so drauf an. Jetzt kommt es darauf an. Seither gibt es auch immer neue vegane Restaurants mit stetig steigendem Niveau. Allerdings gibt es kaum „bodenständige“ Kochkünstlerinnen mit einem so illustren Anspruch, wie Josita Hartanto.

Küchen-Chefin und Kreativ-Chefin

Der Schritt zum eigenen Restaurant, dem „Lucky Leek“ am „Prenzlberg“ war nicht vorgezeichnet, aber konsequent. Das Motto dazu könnte lauten: natürlich experimentel. Es geht im „Lucky Leek“ und im Kochbuch um Kombinationen von einfachen und natürlichen Lebensmitteln. Das Orchestrieren verschiedenster, auch gegensätzlich wirkender – herb und mild, süß und sauer, mild und sauer…, Geschmacksrichtungen zu einem farbenfrohen, kontrastreichen Geschmacks-Universum. Josita Hartanto ist Küchen-Chefin und Kreativ-Chefin: das darf bei ihr zurecht synonym verwendet werden.

Landlust

Wer das Kochbuch „VEGAN GENIAL – aufregend anders kochen“ in die Hand nimmt, freut sich über das freundlich lächelnde Gesicht der Autorin. Die sitzt entspannt im Schneidersitz auf einem Stuhl. Eine Gemüse-Leih-Kiste voll mit frischem Gemüse steht auf einer nostalgisch angestossenen Holzablage. Ein paar Gläser. Ein wenig Geschirr. Das hat etwas von Landhaus und Landlust, mit dem duftenden Kräuter- und Gemüsegarten vor der Tür. So, wie wir es lieben.

Der tolle Job

Zu jedem Rezept gibt es ein Bild im Seitenformat. Jedes „Gericht“ ist perfekt inszeniert und fotografiert. Das Fotografieren hat, so schreibt die Autorin in Ihrer Danksagung, ihr Liebster „Subi“ erledigt. Sie dankt auch noch einigen anderen, so ihrem „Lucky Leek“ Team, dass wie sie schreibt einen tollen Job mache, aber auch einen tollen Job habe (wieder sympathisch). Das Buch hat über 220 Seiten. Die Teilen sich auf in ein Vorwort, eine Anleitung zum Sattsein (nochmal sympathisch), ein Glossar!, wichtigste Ausrüstung und nützliche Vorräte. Dazwischen findest du vier Hauptkapitel:

1. Suppen & Vorspeisen
2. Hauptgerichte
3. Snacks und kleine Sattmacher
4. Desserts

Was ist da so genial?

Ja, was ist eigentlich das Geniale an dem Buch? Die Rezepte sind sehr eigene Umsetzungen und bis ins letzte Detail stimmig. Hier tritt das Experimentelle besonders hervor. Das was hier zu einem Rezept in dem Kochbuch geworden ist, konnte nur über sehr viel Ausprobieren entstehen. Dabei sind alles einfache und natürlich Zutaten und du brauchst wahrlich kein Profi sein, wenn du die Rezepte jetzt selber umsetzen möchtest. Das ist alles gut machbar und praktisch. Praktisch heißt hier, du kannst sehr vieles aus dem Kochbuch in relativ kurzer Zeit zubereiten und zwar auch im Alltag. Freitag: Deftiger „Zwiebelkuchen“, Montag: „Süßkartoffel Saté“ und Donnerstag absolut köstliche „Linsen Plätzchen“. Da kommt Freude auf und die beginnt schon mit dem Entschluss: das gönne ich mir.

Kochen macht Freude

Vielleicht gibt es Donnerstag aber doch lieber einen „Avocado Apfel Tatar, mit Wallnussbonbon“. Mmmmmh. Samstag gibt es hinterher auf jeden Fall eine „Knusprige Erdbeerlasagne“. Ja, Kochen macht auch Mühe, die wird aber in jedem Augenblick belohnt. So ist das mit Leidenschaften. Kochen macht Freude, gesund (bei richtigen Zutaten) und glücklich. Für all die, die immer noch nach viel Arbeit lieber in das Restaurant gehen: Kochen, so ist meine Meinung, kann auch sehr gut vor „Burn-out“ schützen.

Josita Hartanto tickt zumindest in ihrer Küche wirklich anders. Wahrscheinlich ist es die Liebe zu dem, was sie dort tut. Ihre Liebe zu dem, was die Erde, die Natur uns an Gemüsen, Kräutern, Obst und Getreiden alles „schenkt“. Josita Hartanto hat ein sehr schönes Buch gemacht. Natürlich, delikat-köstlich, phantasievoll.

 

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Coverfoto: © Neun Zehn Verlag Walter Unterweger


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