Legehennen und Puten: NRW will Schnabelstutzen ab Ende 2016 verbieten

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Der Schnabel bleibt dran.                                                                                                           Fotocredit: By Bodlina (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landestierschutzverband Nordrhein-Westfalen unterstützen die Pläne des nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministers Johannes Remmel, wonach das Schnabelkürzen ab Ende 2016 bei Legehennen und Puten verboten werden soll. Andere Bundesländer sollten diesem Beispiel folgen, fordern die Tierschützer.

Anstatt die Haltungsbedingungen zu verbessern und den natürlichen Bedürfnissen der Tiere nach Platz, Bewegung und Beschäftigung nachzukommen, werden die Tiere in der intensiven Landwirtschaft schmerzhaft zurechtgestutzt: Legehennen, Puten und Moschusenten wird der Schnabel gekürzt, um Federpicken und Kannibalismus zu verhindern. Dabei werden jedoch lediglich die Auswirkungen der Verhaltensstörung abgemildert, nicht aber die Ursachen behoben. Dafür müssten die Stallsysteme angepasst werden und die Landwirte dabei unterstützt und beraten werden.

Letztes Mittel ist gängige Praxis

Das Schnabelkürzen soll eigentlich nur als letztes Mittel und mit einer Ausnahmegenehmigung eingesetzt werden, tatsächlich ist es aber gängige Praxis. Statt dieser Teil-Amputation des Schnabels sollte die Haltung mehr Freiraum und Beschäftigung bieten, damit die Vögel ihr natürliches Verhalten ausleben können.

Die Tiere sind gestresst, leben in drangvoller Enge ohne Beschäftigungsmöglichkeiten und richten infolgedessen ihr natürliches Pickverhalten gegen Artgenossen. Die Ursache von Verhaltensstörungen wie Federpicken und Kannibalismus sind in erster Linie tierwidrige Haltungssysteme mit zu hohen Besatzdichten und werden durch das Schnabelkürzen nicht gelöst. Der Schnabel ist ein wichtiges Tastorgan. Durch die Kürzung ist die Tastmöglichkeit gestört oder fehlt sogar gänzlich. Bei zu starker Kürzung ist der Schnabelschluss nicht mehr gewährleistet, was zu Problemen bei der Futteraufnahme und der Gefiederpflege führt.

Auch Puten und Moschusenten werden die Schnäbel gekürzt

Puten kürzt man in der Regel den Schnabel am ersten Lebenstag mit dem sogenannten Biobeaker, einem Gerät, das einen Lichtbogen wie bei einem Schweißgerät, erzeugt. Der Lichtbogen schießt quer durch den Oberschnabel des Eintagskükens. Die Puten bluten nach außen und in die Schnabelhöhle und nach etwa einer Woche fällt der vordere Teil des Oberschnabels ab. Moschusenten kürzt man den Schnabel mit einer zweiseitigen Schere oder Amboßschere. Alle Methoden zerstören Gewebe und Nerven des Schnabels und verursachen starke akute, teils chronische Schmerzen.

 

Quelle: Deutscher Tierschutzbund


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