Maikätzchenschwemme verhindern – TASSO e.V. unterstützt Kommunen bei der Einführung von Katzenschutzverordnungen

 

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Maikätzchenschwemme: bundesweit gibt es im Frühjahr Nachwuchs von Streunerkatzen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             Fotocredit: (c) TASSO e.V. / Silke Steinsdörfer

Sulzbach/Ts. – Der Mai ist da, und damit auch eine jährlich wiederkehrende Tierschutz-problematik: Die sogenannte Maikätzchenschwemme. Besonders im Frühjahr bringen deutschlandweit Streunerkatzen tausende Junge zur Welt, die ohne menschliche Fürsorge kaum Überlebenschancen haben und teilweise entsetzlich leiden. Um das Elend der Tiere einzudämmen, setzt sich die Tierschutzorganisation TASSO e.V. dafür ein, dass Städte und Gemeinden Katzenschutzverord-nungen auf Basis des Tierschutzgesetzes erlassen.

In Deutschland leben in etwa zwei Millionen sogenannte Streunerkatzen. Es sind entlaufene, ausgesetzte oder zurückgelassene Hauskatzen und ihre Nachkommen, die nun verwildert sind. Ein Leben draußen allein auf sich gestellt ist für sie sehr beschwerlich. Sie sind häufig krank, unterernährt und von Parasiten befallen. Verschlimmert wird ihr Elend dadurch, dass unkastrierte Freigängerkatzen sich mit den Streunerkatzen paaren. Diese gebären dann Junge, die ebenfalls nur unzureichend versorgen werden können, krank und unterernährt aufwachsen und mit wenigen Monaten wiederum selbst geschlechtsreif werden. Katzen vermehren sich ganzjährig, doch gerade im Frühjahr geraten durch besonders viele hilfsbedürftige Jungtiere alljährlich auch Tierheime an ihre Belastungsgrenze.

Katzenschutzverordnungen in Kommunen

Zahlreiche Kommunen in Deutschland haben daher bereits Katzenschutzverordnungen erlassen, in denen geregelt ist, dass Hauskatzen mit unkontrolliertem Freigang kastriert werden müssen. Viele Verordnungen sehen zudem vor, dass die Tiere gekennzeichnet und in einem Register wie zum Beispiel TASSO angemeldet werden.

„Nur wenn die unkontrollierte Vermehrung der Tiere verhindert wird, kann das immense Katzenelend langfristig gemindert werden“, weiß Dr. Cristeta Brause, Tierärztin und Tierschutzreferentin bei TASSO. Sie steht in Kontakt mit zahlreichen Kommunen, die eine entsprechende Regelung einführen möchten, berät sie und spricht sich deutlich für den Erlass von Verordnungen auf Grundlage des § 13 b Tierschutzgesetz aus.

Kastrationsverordnungen als Alternative

Alternativ ist eine Regelung zur Kastration freilaufender Katzen auch auf Basis des Ordnungsrechts im Rahmen der Gefahrenabwehr möglich. Auch diese Verordnungen begrüßt TASSO natürlich, aus Tierschutzsicht bevorzugt werden jedoch Verordnungen auf Basis des § 13b Tierschutzgesetz, unterstreicht Dr. Cristeta Brause und erklärt: „Diese Regelungen, die seit der Novellierung des Tierschutzgesetzes 2013 anwendbar sind, haben im Gegensatz zu den rund 400 bereits bestehenden ordnungsrechtlichen Kastrationsverordnungen den Schutz der freilebenden Katzen als Ziel und stellen den Tierschutzgedanken in den Vordergrund. Das Leid der Tiere wird hierdurch endlich anerkannt und die Katzen werden nicht länger nur als Krankheitsüberträger und Bedrohung wahrgenommen.“ Neun deutsche Bundesländer haben diese Ermächtigung bislang durch Rechtsverordnung auf ihre kommunalen Behörden übertragen, und mehr als 20 Städte und Gemeinden haben bereits entsprechende Regelungen getroffen. „Wir rufen weitere Städte und Gemeinden dazu auf, dem Katzenelend verantwortungsbewusst zu begegnen und ebenfalls Katzenschutzverordnungen zu erlassen“, betont Dr. Cristeta Brause.

Tiere registrieren lassen

TASSO empfiehlt den Kommunen, zusätzlich zur Kastration die Kennzeichnung und Registrierung der Tiere in der Verordnung festzulegen. „Wir raten jedoch davon ab, ein eigenes Register einzuführen und bieten die Zusammenarbeit mit TASSO an“, sagt TASSO-Leiter Philip McCreight. „Das bedeutet weniger Verwaltungsaufwand für die Kommunen und hat viele Vorteile für die Halter. Immerhin sind wir mit mehr als acht Millionen registrieren Tieren Europas größtes Haustierregister. Und unsere Hilfe ist kostenlos. Wenn ein Tier verloren gegangenen ist oder gefunden wurde, sind wir für die Tierhalter da, und unsere Notrufzentrale ist täglich 24 Stunden erreichbar. Das ist ein Service, den kein kommunales Register leisten kann.“ Im Gegenteil: Durch die Registrierung im kommunalen Register wähnen sich die Halter in falscher Sicherheit. Dass dort keine Hilfe bei der Suche und der Rückvermittlung geleistet werden kann, erkennen sie im Vermisstenfall erst zu spät. Und: Auch reine Wohnungskatzen sollten bei TASSO registriert werden, denn auch sie können schneller entwischen, als die Halter meinen.

Weitere Informationen, den Inhalt des § 13b sowie eine Liste der Städte und Gemeinden mit Katzenschutzverordnung finden Sie unter www.tasso.net/Kastration-von-Katzen.

 

 

 

 

 

 

Quelle: TASSO

 

 


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