Martin Balluch: Die Kontinuität von Bewusstsein (seit 2005)

Beitrag BalluchDie Kontinuität von Bewusstsein. Das naturwissenschaftliche Argument für Tierrrechte, ein Buch von Martin Balluch.

Aus dem Vorwort: „20 Jahre meiner theoretischen Überlegungen und praktischen Erfahrungen zu Tierrechten stecken in dieser Schrift. Ich denke, das Argument ist rational konsistent und überzeugend. Es scheint mir keine Lücken zu haben. In einer rationalen Welt dürfte einem ernsthaften Versuch in unserer Gesellschaft, Tierrechte umzusetzen, jetzt nichts mehr im Wege stehen.

Martin Balluch hat in Wien studiert: Mathematik, Physik/Astronomie und Philosophie.
Er war danach viele Jahre an den Universitäten in Heidelberg und Cambridge als Universitätsassistent tätig und er beschäftigt sich seit 1984 mit den philosophischen und naturwissenschaftlichen Aspekten des Tierrechts.

„Ich habe Bewusstsein. Selbst, wenn alles nur Illusion ist, ist es doch die Illusion meines eigenen Bewusstseins.“ Martin Balluch untersucht unter anderem, wie und was Bewusstsein ist und wie es vom Physischen abhängig ist und selbst als wissenschaftlich fassbares Phänomen messbar ist. Das gelingt ihm anhand von Fallbeispielen, in denen Auswirkungen von Gehirnschädigungen auf das Bewusstsein beobachtet wurden. Er betont dazu, dass er bei der Formulierung seiner Beobachtungen bewusst nicht „menschliches Bewusstsein“ beschrieben hat. Das soll jegliche Vorverurteilung und Kategorisierung in diesem Stadium seiner Argumentation ausschließen. Es könnte sich also in jedem Fall bei den untersuchten Fallbeispielen durchaus auch um nichtmenschliche Tiere gehandelt haben. Sein Ziel ist ja, darzustellen, dass Tiere genau wie Menschen über ein Bewusstsein verfügen und da wäre es äußerst hinderlich, wenn er mit dem Begriff „menschlich“ schon aus einer, determinierten Sicht, nämlich der menschlich sozialisierten an seine Aufgabe heran ginge.

In insgesamt 16 Kapiteln geht Martin Balluch auf das gesamte Spektrum der Tierrechtsdiskussion ein. Er bedient sich dabei der Erkenntnisse aus Neurobiologie, Ethologie, Evolutionsbiologie und Physik. Weitere Schwerpunkte: „Mensch – Tier, zwei soziale Konstrukte; Bewusstsein bei verschiedenen Wesen; Argumente anderer; Grenzen des Bewusstseins; das ethische Ideal.

Dort, wo die Argumente oft im Abstrakten entstehen, bleibt eine gewisse Willkür, eine Beliebigkeit, nicht aus. In der Diskussion über Tierrechte und Tierschutz nutzt das eher dessen Gegnern. Da ist es von größtem Nutzen, wenn zum Thema „Bewusstsein bei nichtmenschlichen Tieren“ als Aspekt der Tierrechtsdiskussion jetzt endlich ein naturwissenschaftlich rational fundiertes Buch vorliegt.

Taschenbuch: 410 Seiten
Verlag: Guthmann-Peterson; Auflage: 1 (Mai 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN 978-3-900782-48-1
30,- Euro


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