Bioladen kennzeichnet „vegane“ Produkte

vegane MAiswaffeln

Veganes Produkt leicht erkennbar

Am Montag habe ich in meinem Bioladen neue Preisschildchen an den Regalen entdeckt. Weiß-grüne Schildchen, die auffallen. Die üblichen Preisschildchen sind schlicht weiß – weiterhin. Bei den neuen Schildchen steht auf der weißen Hälfte in schwarz die Produktbezeichnung und der Preis, auf der grünen Hälfte steht in weißer Schriftfarbe „vegan“. Ich habe die Angestellten und den Geschäftsinhaber gleich gelobt. Das kam natürlich gut an.Die veganen Produkte können jetzt auf einen Blick als solche erkannt werden. Aber Vorsicht. Welche Informationen liegen vor, die besagen, das ein Produkt „vegan“ ist? Von wem stammen diese Informationen? Was ist also die Grundlage dafür, dass Produkte mit „vegan“ gekennzeichnet sind? Auf wessen Sachkunde beruht die Einteilung? Hat es Produktanfragen bei den Produzenten gegeben? Haben die Unternehmen ensprechend geantwortet und wie präzise haben sie Auskunft gegeben? Womöglich habe die Angestellten des Bioladens – die selbst nicht vegan leben, die Inhaltslisten „studiert“ und nach bestem Wissen und Gewissen die „vegan“ Schildchen vergeben. Aber stimmt das auch, sind die Produkte tatsächlich vegan.

Erstmal ist das Ganze natürlich eine schöne Sache. Du fühlst dich als vegan lebender Kunde schon sehr wahrgenommen. Es ist auch eine „ausgezeichnete“ Werbung für das vegane Leben. Jeder Mensch, der in einem solchen Laden einkaufen geht, nimmt die „vegan“ Schilchen wahr und wird mehr oder weniger zu dem Thema informiert, aufgeklärt.
Aufklärung ist immer ein Fortschritt.

Allerdings. Jeder vegan lebende Mensch muss für sich selbst entscheiden, welche Kriterien er anlegt, damit ein Produkt für ihn tatsächlich als vegan gilt (z.B. wenn produktionsbedingt Spuren von Milch enthalten sind, was so z.B. auch bei manchen Maiswaffeln der Fall ist). Denn nur solche möchtest du in den Einkaufskorb legen, bezahlen, mit nach Hause nehmen und essen. Es ist also in jedem Fall nötig und wichtig, im Laden zu erfragen, welche Kriterien für die Kategorie „vegan“ dienen. Sind diese strenger, als die eigenen, dann sind die „vegan“ Etiketten sehr hilfreich. Entsprechen jene nicht den eigenen, fallen also hinter diese zurück, bleibt einem nichts anderes übrig, als den eigenen, „selbst entwickelten Produktkatalog“ weiter als verlässliche Referenz zu nutzen: selbst Produktanfragen an Produzenten zu verschicken, auf das „Vegan“-Label (zuforderst das der „Vegan Society“:) zu achten und die Inhaltslisten zu lesen. Das ist in jedem Fall die sicherste Variante.

Zu guter letzt noch die Frage, warum sind diese „vegan“ Etiketten jetzt eingeführt worden. Erstens einmal ist veganes Leben populär. Die Leute sprechen darüber und suchen vegane Produkte. Zweitens gibt es deswegen immer mehr rein vegane Einkaufsläden – so auch in direkter Nachbarschaft zu meinem Bioladen. Konkurrenz belebt das Geschäft, bzw. lockt eigene Kunden weg. Das ist hier schon wahrscheinlich. Aber genau auf diese Weise wird sich der vegane Lebensstil immer mehr etablieren. Die Wegbereiter (Pioniere) erarbeiten sich eine Nische (sehr idealistisch, wenig lukrativ), der Mainstream entdeckt die Nische für sich. Die Pioniere haben es dann schwerer, aber der Mainstream ist erreicht. Handelt es sich bei dem Ganzen um eine Modeerscheinung, sind die Produke nach spätestens ein paar Jahren wieder aus dem Mainstream oder ganz verschwunden. Das Thema „vegan“ genauso. Handelt es sich aber um einen echten Wertewandel in der Gesellschaft, kommen immer neue Produkte und Angebote und es entwickelt sich ein veritabler Markt, der der neu belebten Lebensart in allen Bereichen gerecht wird und Bedürfnisbefriedigung bietet: Lebensmittel, Informationen, Medien, Kultur, Kunst, Soziales, Reisen und weiteres mehr. Die Unternehmen können auf diesem Markt mit „vegan“ Geld verdienen. Das ist etwas, wovon langfrisitg auch die Tiere am meisten profitieren.

 

©Guido Barth/veggy-post.de


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