Nach Dialog mit Albert Schweitzer Stiftung: Dr. Oetker geht beim Tierschutz voran

 

Be vegan! Porträtfoto von Mahi Klosterhalfen, Geschäftsführer der Albert Schweitzer Stiftung.

Mahi Klosterhalfen – Geschäftsführer der Vorstand der Albert-Schweitzer-Stiftung.                                                                                                                       Foto: (c) Timo Stammberger

Berlin. Dr. Oetker kündigte heute an, seinen Bezug von Hühnerfleisch bis 2026 vollständig auf strengere Standards umzustellen. Diese Erklärung geht auf einen intensiven Austausch mit der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt in den vergangenen Wochen zurück. Die Stiftung konnte das Unternehmen dafür gewinnen, in einer öffentlichen Stellungnahme bekannt zu geben, in Europa die Tierschutzstandards für seine Masthühner deutlich anzuheben. Jetzt fordert die Stiftung von anderen Unternehmen, dem Vorbild von Dr. Oetker zu folgen.

»Wir freuen uns über diesen wichtigen Schritt«, sagt Mahi Klosterhalfen, Geschäftsführer der Albert Schweitzer Stiftung. »Das führt zu weiterer Bewegung in der Branche und wird dazu beitragen, dass andere Unternehmen dem Beispiel von Dr. Oetker folgen werden.«

Das Unternehmen führt mit dem Schritt seine 2016 eingeführten Maßnahmen für höhere Tierschutzstandards konsequent weiter. Es wird bis spätestens 2026 für seine Produktion in Europa den Bezug von Hühnerfleisch von bislang 20 % vollständig auf höhere Standards umstellen. Ab diesem Zeitpunkt wird Dr. Oetker nur noch Hühnerfleisch einkaufen, das den Kriterien der Europäischen Masthuhn-Forderung entspricht. Darauf hat sich das Unternehmen mit der Albert Schweitzer Stiftung verständigt. Die Mindestkriterien der Europäischen Masthuhn-Forderung tragen 28 Tierschutzorganisationen mit, um die größten Probleme in der Hühnermast maßgeblich zu verringern. In den USA haben bereits über 100 Unternehmen angekündigt, vergleichbare Kriterien umzusetzen; jetzt kommen zunehmend europäische hinzu.

In den Niederlanden bezieht Dr. Oetker schon jetzt für Produkte wie die Pizza »Ristorante Pollo« das Hühnerfleisch von Erzeugern, die den Beter-Leven-Standard erfüllen. Dieses vom Unternehmen als Leitlinie festgelegte Tierschutzprogramm geht in einzelnen Bestimmungen wie Besatzdichte, Auslauf sowie Aufzuchtdauer sogar über die bisherigen Kriterien der Europäischen Masthuhn-Forderung hinaus. In anderen Punkten setzt sich Dr. Oetker für eine Angleichung dieser und weiterer Standards ein. Dadurch sollen Züchter und Betriebe die Standards leichter umsetzen können.

In Deutschland ist Dr. Oetker einer der Marktführer bei Tiefkühlpizzen. Nach eigenen Angaben produziert das Bielefelder Unternehmen täglich bis zu zwei Millionen Tiefkühlpizzen und nutzt hierfür das Fleisch von zwei Millionen Masthühnern pro Jahr.

Die öffentliche Stellungnahme von Dr. Oetker finden Sie hier.

Hintergrund

Die Kriterien der Masthuhn-Forderung greifen die wichtigsten Problembereiche wie Überzüchtung (»Turbo-Wachstum«), Mangel an Platz und Beschäftigungsmaterial sowie Fehlbetäubungen bei der Schlachtung auf. Das soll das Leid für die Masthühner wesentlich mindern; zudem ist ein deutlich geringerer Antibiotikaeinsatz möglich. Eine artgerechte Haltung müsste zwar noch weit mehr erfüllen, die Forderung ist jedoch ein für alle Unternehmen gangbarer erster Schritt mit zumutbaren Mehrkosten, der in der Regel keine Stallumbauten notwendig macht.

 

 

 

 

 

Quelle: Albert Schweitzer Stiftung