Nach gebrochenem Versprechen: IKEA gibt Tierschutzpreis zurück

 

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Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt fordert von IKEA höhere Standards für Masthühner umzusetzen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Logo: (c) Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt.

Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt zeigt sich enttäuscht über IKEAs Rückgabe eines Tierschutz-preises. Das Unternehmen hatte 2011 für seine Restaurants die Auszeichnung »Good Chicken Award« (»Das werte Huhn«) der internationalen Tierschutzor-ganisation Compassion in World Farming (CIWF) erhalten. Damals hatte IKEA versprochen, das Leben seiner Masthühner binnen fünf Jahren deutlich zu verbessern. Diese Ankündigung hat IKEA jedoch bis heute nur in Teilen umgesetzt.

»Wir waren sowohl überrascht als auch enttäuscht, dass IKEA seinen Tierschutzpreis zurückgegeben hat, anstatt die Anforderungen wie versprochen zu erfüllen«, sagt Mahi Klosterhalfen, Geschäftsführer der Albert Schweitzer Stiftung. »In einer Online-Petition fordern wir das Unternehmen auf, höhere Standards für Masthühner umzusetzen.« Über 33.000 Menschen haben die Petition auf der Website der Stiftung bereits unterzeichnet.

IKEA hat die meisten Versprechen nicht eingehalten

Vor einigen Jahren galt IKEA noch als Vorreiter beim Tierschutz: Der Möbelgigant, der auch zu den größten Restaurantbetreibern Deutschlands gehört, wollte mehr Platz für seine Hühner schaffen, die grundlegenden Probleme der schnell wachsenden Rassen bewältigen und den Tieren Beschäftigungsmöglichkeiten bieten. Diese Schritte versprach das Unternehmen in zahlreichen Ländern bis spätestens Ende 2016 umzusetzen. Doch sogar ein Jahr nach der selbst gesetzten Frist hat IKEA sein Versprechen in den meisten Fällen nicht eingelöst.

IKEA gibt Tierschutzpreise auch in anderen Ländern zurück

Außer in Deutschland hat IKEA auch in Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Portugal, Slowakei, Tschechien und Ungarn seine Auszeichnungen wieder zurückgegeben. Lediglich IKEA Italien und IKEA Schweiz haben ihre Versprechen erfüllt und behalten die Auszeichnungen.

Als Reaktion auf die Kritik hat IKEA jetzt eigene Tierschutzprogramme angekündigt, unter anderem auch für seine Masthühner. Doch die Richtlinien dieser sogenannten »Better«-Programme bleiben bislang vage. »Die Rückgabe des Tierschutzpreises legt für uns nahe, dass die neuen Anforderungen nicht mal an die ehemaligen Zusagen von IKEA heranreichen«, sagt Mahi Klosterhalfen.

Organisationen haben inzwischen neue und höhere Standards entwickelt

Die Kriterien des Tierschutzpreises sind mittlerweile veraltet. Inzwischen haben CIWF und viele andere Organisationen eine europäische Mindestforderung an die Haltung von Masthühnern entwickelt. Diese geht etwas über die Kriterien des damaligen Tierschutzpreises hinaus, wird aber bereits von vielen Unternehmen umgesetzt. »Auch für IKEA muss es möglich sein, diese Forderungen zeitnah zu erfüllen«, so Klosterhalfen.

 

 

 

 

 

 

Quelle: Albert Schweitzer Stiftung