Nach Hungerstreik: „Guitarist Ira Black back on track“

 

Guido Barth spricht mit: Ira Black, Hardcore Gitarrist (2009)

vegan guitarist Ira Black

Ira Black, vegan american guitarist of many bands. Most famous with Lizzy Borden                                   Fotocredits: (c) Chad Bowar

Der vegan lebende Metal Rockmusiker Ira Black saß im Januar für zwei Wochen in Los Angeles im Gefängnis. Das Ex- Mitglied der legendären Metalband Lizzy Borden hat dort aufgrund seiner langen Haare und seiner Ernährungsweise eine, im wahrsten Sinne des Wortes, bedrohliche Odyssee erlebt. Ira Black meint, das sei ganz klar ein Fall von Menschenrechtsverletzung.

Ira, vor einigen Wochen ging die Meldung um die Welt:
„Metal Rocker Ira Black im Hungerstreik“. Du warst wegen einer unbezahlten Ordnungswidrigkeit verhaftet worden und im Gefängnis wurde Dir veganes Essen verweigert. Warum?

Ich lebe seit 15 Jahren vegan. Das hat bei mir ganz klar ethische Gründe und genau da liegt der Haken. Im Gefängnis bekommst Du spezielle Essenswünsche erfüllt, wenn Du religiöse oder gesundheitliche Gründe geltend machst, aber nicht bei ethischen.

Du hast zuerst mehr oder weniger nur Obst und etwas Gemüse gegessen und bist dann in den Hungerstreik getreten. Was war der Grund für diesen, doch recht harten, Schritt?

Ich bin von Anfang an ziemlich ruppig behandelt worden, schon wegen meiner langen Haare. Von Mitgefangenen, die wahrlich keine Lämmer waren und meistens war ich mit mehreren Dutzend von denen in einer großen Zelle.  Aber auch von den Aufsehern. Die haben andere Insassen regelrecht gegen mich aufgehetzt. „Der hat wohl keine Eier“ waren noch eher harmlose Kommentare. Aus Protest gegen die Behandlung und das verweigerte vegane Essen, habe ich mir auf ein Schild „hungerstrike“ geschrieben und mir das um den Hals gehängt. Die „Guards“ sind da völlig ausgerastet. Die sind zu mehreren in die Zelle und haben mich gewaltsam gepackt und mir das Schild vom Hals gerissen.

Hast Du Hilfe von außen bekommen?

Ja, meine Freundin hat sich gleich an die Medien gewandt, die haben das auch aufgenommen, aber wirklich passiert ist nichts. Bis lokale Organisationen auf meinen Fall aufmerksam wurden und geholfen haben, waren schon viele Tage vergangen. Ich wurde in der Zeit weiter schikaniert und musste für alles Anträge ausfüllen, worüber sich alle lustig gemacht haben, weil jeder wusste, dass solche Anträge oft wochenlang „unterwegs“ sind. Oder Du hörst überhaupt nichts wieder.

Wie ging das weiter?

Ich bin in der Zelle häufig attackiert worden und hatte zeitweise richtig Angst. Eine Schwarzen- und eine Latinogang ist von den Aufsehern angestiftet worden, mich zu vermöbeln. Kontakt zu den Wärtern habe ich von da an nur noch über Mittelsmänner gehabt. Ich habe nicht mehr direkt mit denen gesprochen. Irgendwann konnte ich dann mit dem Priester und dem Gefängnisarzt sprechen und wir haben vereinbart, dass ich veganes Essen bekomme. Das haben mir dann später die Wärter gebracht. Reis mit Bohnen. Ich wollte mit dem Löffel in der Hand schon loslegen, ich hatte einen riesen Hunger; gerade noch rechtzeitig habe ich den Schinken gerochen, der da zwischen Reis und Bohnen steckte.

Hast Du dann Deinen Hungerstreik fortgesetzt?

Ja. Obwohl die Situation für mich in der Zelle immer schlechter wurde. Ich bin der Meinung, dass die Leute die vegetarische und vegane Lebensweise als ernsthafte Sache akzeptieren müssen. Zum Glück konnte ich ein paar Tage später wieder raus. „Das ganze ist für mich ein krasser Fall von Menschenrechtsverletzung“ und das hat bestimmt noch ein Nachspiel.

Ira, herzlichen Dank für das Gespräch.

 

©Guido Barth
Fotocredits: ©Chad Bowar


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