Nach PETA-Anzeige: DMK Group stoppt Milchannahme von Landwirt aus Papenburg

 

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Aufnahme aus dem Februar 2017: Das tote Rind wurde auf dem Papenburger Hof inmitten von Unrat „entsorgt“.                                                           Fotocredit:  © PETA Deutschland e.V.

Papenburg / Stuttgart – Nachdem PETA Aufnahmen der dramatischen Zustände auf einem Milchbetrieb in Papenburg veröffentlichte, stoppt die Deutsches Milchkontor GmbH (DMK Group) nun die Milchannahme von diesem Betrieb. PETAs Frage, wie das Unternehmen künftig sicherstellen möchte, dass bei anderen Zulieferern nicht ähnliche Zustände herrschen, blieb bislang jedoch unbeantwortet. Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass die Herstellung von Milchprodukten selbst dann unweigerlich mit immensem Tierleid verbunden ist, wenn alle gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden.

„Es freut uns sehr, dass die DMK Group die Milchannahme von dem Landwirt aus Papenburg gestoppt hat“, so Lisa Wittmann, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Am tierquälerischen System der Milchindustrie wird diese Entscheidung jedoch wenig ändern. Daher appellieren wir an die Verantwortlichen, künftig ausschließlich pflanzliche Produkte herzustellen.“

Reaktion erst auf öffentlichen Druck hin

Die DMK Group vertreibt ihre Milchprodukte unter anderem unter der bekannten Marke Milram. Wenngleich die abrupte Reaktion ein großer Erfolg ist, war diese Entscheidung auch die einzig mögliche, da Verbraucher innerhalb kurzer Zeit einen enormen Druck auf das Unternehmen ausgeübt haben. Zudem sollen die Zustände allen Beteiligten schon seit Monaten bekannt gewesen sein; dennoch reagierte die DMK Group erst, nachdem PETA die von Whistleblowern gemeldeten Missstände öffentlich bekannt machte.

Nach erbrachter Leistung ins Schlachthaus

Aus Tierschutzsicht ist die Milchwirtschaft grundsätzlich kritisch zu betrachten. Kühe müssen ihr Dasein in engen Ställen auf harten, rutschigen Böden und ohne bequeme Liegemöglichkeiten fristen. Diese Haltungsbedingungen führen häufig zu Abszessen und Liegeschwielen. Zudem werden die Tiere nicht selten ohne ausreichende Betäubung enthornt. Dass sie auf Hochleistung hin gezüchtet werden und ein Vielfaches der natürlichen Milchmenge produzieren, kann unter anderem zu Unfruchtbarkeit oder Klauen- und Stoffwechselerkrankungen führen. Kühe in Milchbetrieben sind jedoch auch psychisch immensem Stress ausgesetzt: Kurz nach der Geburt werden Kuhmütter und Kälber getrennt. Die Jungtiere sind auf die Nähe und die Milch ihrer Mutter angewiesen, leben stattdessen jedoch meist alleine in einer engen Box. Durchfallerkrankungen und eine hohe Sterblichkeitsrate können eine Folge sein. Nach einem Leben voller Entbehrungen und Leid werden Kühe in der Milchwirtschaft durchschnittlich nach weniger als fünf Jahren im Schlachthaus getötet.

PETA dankt allen Menschen, die Missstände melden – nur dadurch ist es möglich, das Leid in Zucht- und Mastbetrieben aufzudecken und den Tieren zu helfen.

 

 

 

 

 

Quelle: PETA

 

 


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