Nach tödlichem Elefantenunfall im Zirkus: 10 Verbände fordern sofortiges Wildtierverbot von Bundesagrarminister Schmidt

Organisationen warnen in gemeinsamem Schreiben vor weiteren Unfällen

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Trostloses Dasein im Zirkus: hier im Circus Luna.                                                                                                               Fotocredit: (c) PETA Deutschland e.V.

Stuttgart – Politik in der Pflicht: Nach dem tödlichen Elefantenausbruch aus dem Circus Luna im baden-württembergischen Buchen haben zehn deutsche Tier- und Artenschutzverbände Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt in einem gemeinsamen Schreiben aufgefordert, die Haltung und Zurschaustellung von Wildtieren im Zirkus umgehend zu verbieten.

Neben Dutzenden Ausbrüchen von bzw. Unfällen mit verhaltensgestörten gefährlichen Tieren in deutschen Zirkusbetrieben argumentieren die Verbände – darunter auch die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. – vor allem mit der systembedingten Tierquälerei, die mit der Haltung exotischer Tiere in reisenden Zirkusbetrieben einhergeht.

„Gefährliche Wildtiere wie Tiger, Elefanten und Bären sind durch die mangelhaften Haltungsbedingungen im Zirkus schwer verhaltensgestört. Weitere Unglücke sind nur eine Frage der Zeit, wenn die CDU/CSU weiterhin ihre Blockadepolitik betreibt“, so Wildtierexperte Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA Deutschland e.V.

Tierquälerische Haltung

Neben PETA beteiligen sich der Deutsche Tierschutzbund, Vier Pfoten, Pro Wildlife, Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner, animal public e.V., Eurogroup Against Bird Crime, der Deutsche Naturschutzring, der Bundesverband Tierschutz e.V. und der Bund gegen Missbrauch der Tiere an dem Schreiben. Die Verbände bemängeln vor allem die langen Transporte und Standzeiten auf Lkws, die erzwungene Vorführung tierschutzwidriger Kunststücke, tierquälerische Dressurmethoden sowie die extrem beengte Unterbringung in Transportwagen und in provisorischen Gehegen.

Schon vor der tödlichen Elefantenattacke in Buchen kam es in den letzten Jahren allein bei Circus Luna zu mindestens zehn Vorfällen mit dem Elefanten, wobei vier Menschen zum Teil schwer verletzt wurden. Insgesamt listet PETA auf ihrer Internetseite pro Jahr etwa 20 Ausbrüche oder Unfälle mit Tieren aus deutschen Zirkusbetrieben auf, darunter Elefanten, Tiger, Bären und Löwen – die Dunkelziffer dürfte erheblich höher liegen.

Mehrheit gegen Wiildtierhaltung

PETA fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus, denn die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod. Bezüglich exotischer Wildtierarten wie Elefanten, Tiger oder Affen sprechen sich auch die Bundestierärztekammer und der Bundesrat für ein Verbot aus, ebenso wie die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Einer aktuellen repräsentativen Forsa-Umfrage vom Mai 2014 zufolge vertreten 82 % der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere nicht artgerecht im Zirkus gehalten werden können. 18 europäische Länder wie beispielsweise Belgien, Österreich und Griechenland haben bereits bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus verboten. PETA übt in dem Zusammenhang scharfe Kritik an der CDU/CSU-Fraktion, die als einzige Partei im Bundestag ihre Zustimmung zu einem Wildtierverbot verweigert.

Das Schreiben der Tier- und Artenschutzverbände steht hier zum Download bereit.

 

Quelle: PETA


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