Am Start: Studie zu veganer Ernährung im Ausdauerleistungssport

Go vegan!

Initiatorin und Koordinatorin der Studie: Dr. Katharina Wirnitzer                                       Fotoquelle: Dr. Katharina Wirnitzer, adventureV.com

Der genaue Titel der Studie lautet: „Vergleichende Studie: Gesundheitsstatus und sportliche Leistungsfähigkeit veganer Läufer im Vergleich zu Vegetariern und Mischköstlern“. Die Studie wurde von Dr. Katharina Wirnitzer initiiert und sie leitet die internationale, interdisziplinäre Studie. Das Forscherteam stammt aus: Österreich, Belgien, Schweiz und Deutschland.

Studie: international (Forscher aus 4 Nationen) und interdisziplinär (3 Wissenschaftsdisziplinen)

Forscherteam:

Prof. Dr. Claus Leitzmann, BRD – Ernährungswissenschaften
Prof. Dr. Beat Knechtle, CH – Medizin, Sportmedizin
Prof. Dr. Peter Clarys, BE – Sportwissenschaften
Dr. Markus Keller, BRD – Ernährungswissenschaften
Dr. Katharina Wirnitzer, AUT – Sportwissenschaften

Disziplinen: Medizin, Ernährungswissenschaften, Sportwissenschaften

Studienziel: Vergleich von Gesundheitsstatus, Level körperlicher Aktivität und Laufleistung/Laufzeit im Wettkampf (Labor- und Feldtests), etc. von omnivoren, vegetarischen und veganen (Marathon-)Läufern

Probanden:

Läufer

Phasen der Studie:

Phase 1 (ca. 2014):          Studien-Design, experimentelles Set-up, etc.
Phase 2 (ca. 2014-15):   Tests und Datenerhebung: Labor- und Feldstudie
Phase 3 (ca. 2015-17):   Analyse, Auswertung und Publikationen

Kooperationspartner der Studie:

VEBU, VGÖ , SWISSVEG

Projektleitung/Studienkoordination: 

Dr. Katharina Wirnitzer, Pädagogische Hochschule Tirol

Hintergrund und Motivation:

Die Anzahl vegetarisch und vegan lebender Menschen wächst weltweit (American Dietetic Association, 2009; The Vegetarian Resource Group, 2011).

The American Dietetic  Association (2009) schätzt, dass sich die Anzahl der Vegetarier und Veganer bis 2020 verdoppeln wird.

The Vegetarian Rescource Group (2011) hat aufgezeigt, dass die Zahl der Vegetarier und Veganer sich bereits seit 2009 verdoppelt hat.

Europa (EVU – European Vegetarian Union): 5 % ≡ 37 Millionen Vegetarier gesamt
Deutschland (EVU, VEBU):                            9 % ≡ 7 Million Vegetarier & 800.000 Veganer
Österreich (IFES-Studie, 2013):                      9 % ≡ 760.000 Vegetarier & 80.000 Veganer

Die Zahl der vegetarischen und veganen Sportler steigt weltweit deutlich an. Einige herausragende Elite- und Profi-Läufer wie z. B. Scott Jurek (Ultra-Marathon), Michael Arnstein (Marathon) oder Fiona Oakes (Marathon) ernähren sich rein pflanzliche Ernährung. Diese und viele andere Ultra-Ausdauerathleten liefern mit ihren sportlichen Erfolgen (Weltrekorde, Siege, Ultraleistungen) verlässliche Anhaltspunkte für die „Leistungsfähigkeit“ der veganen Ernährung. Grundsätzlich wird erkennbar, dass Hochleistungssport im Ausdauerbereich mit einer rein pflanzlichen Ernährung gut machbar ist. Die Annahme, dass die vegane Ernährung für sportliche Höchstleistungen gut geeignet ist, ist also gerechtfertigt.

Obwohl die Zahl der vegan lebenden Menschen weltweit zunimmt, ist es schwierig eine Gruppe veganer Läufer, die am selben Wettbewerb teilnehmen, für eine Studie mit einem größeren Stichproben-Umfang zu finden.

weltweit 1. vegane Ernährungstaktik im Ausdauerleistungssport

32 Jahre nachdem die rein pflanzliche (vegane) Ernährung 1982 erstmals in der Wissenschaftsliteratur als optimale Ernährungsstrategie für Ausdauersportler empfohlen wurde (speziell Läufer, Radfahrer und Triathleten), veröffentlichte die Tiroler Sportwissenschaftlerin Dr. Wirnitzer gerade die weltweit 1. vegane Ernährungstaktik im Ausdauerleistungssport (Januar 2014) in einem US-Wissenschafts-Journal:

Wirnitzer KC & Kornexl E (2014). Energy and macronutrient intakte of a female vegan cyclist during an 8-day mountain bike stage race. Proc (Bayl Univ Med Cent); 27(1):42-45

Diese Fallstudie gilt als Grundstein der neuen Studie – darauf gilt es nun aufzubauen. Um fundierte wissenschaftliche Aussage treffen zu können und Empfehlungen für Sportler geben zu können, ist allerdings eine größere Stichprobenzahl an Probanden nötig. Diese neue vergleichende Laufstudie zielt darauf ab, ein breites Fundament für wissenschaftliche Aussagen und eine verdichtete Beweislage zu Gesundheitsstatus und sportlicher Leistungsfähigkeit bei Mischkost, sowie vegetarischer und veganer Ernährung zu schaffen. Dr. Wirnitzer hat deshalb dieses internationale Forscherteam vereint (4 Nationen: Belgien, Deutschland, Schweiz, Österreich), um die interdisziplinäre (Medizin, Ernährungswissenschaften, Sportwissenschaften) Studie auf den Weg zu bringen.

Kurzbiografien der teilnehmenden Wissenschaftler

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Prof. Dr. Claus Leitzmann                             Fotoquelle: Prof. Dr. Claus Leitzmann, PRIVAT

Prof. Dr. rer. nat. Claus Leitzmann (* 6. Februar 1933) ist Europas führender Ernährungswissenschaftler. Er studierte an der Capital University in Columbus/Ohio Chemie (1962 Bachelor of Science), anschließend an der University of Minnesota/Minneapolis Mikrobiologie (1964 Master of Science) und promovierte dort 1967 in Biochemie. Von 1967-69 arbeitete Prof. Leitzmann an der University of California in Los Angeles mit dem späteren Nobelpreisträger Paul Boyer zusammen, war von 1969-71 Dozent an der Mahidol Universität in Bangkok. Anschließend war er bis 1974 Leiter des Laboratorium am Anemia and Malnutrition Center in Chiang Mai/Thailand. Ab 1974 arbeitete Prof. Leitzmann am Institut für Ernährungswissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen, wo er 1976 habilitierte und 1978 zum Professor für „Ernährung in Entwicklungsländern“ berufen wurde. Von 1990-95 war Prof. Leitzmann Direktor des Instituts für Ernährungswissenschaft. 1998 wurde er emeritiert.
Seine Forschungsschwerpunkte sind unter anderem die internationale Ernährung, Ernährung in Entwicklungsländern, Vollwert-Ernährung, Vegetarismus und Ernährungsökologie. Aus seiner Forschungstätigkeit entstanden zwischen 1965 und 2012 über 700 internationale Wissenschaftspublikationen und 31 Buchpublikationen. Mit 81 Jahren ist Prof. Leitzmann als Ernährungs-Experte ein international gefragter Berater in vielen Wissenschaftsgremien zu vegetarischen Ernährungsformen und anderen gesellschaftsrelevanten Fragen der Ernährung, in Stiftungen und Institutionen mit ernährungsrelevanten Schwerpunkten, und ist darüber hinaus gefragter Gesprächspartner von internationalen Medien.

Der deutsche Ernährungswissenschaftler – häufig als „Ernährungspapst“ bezeichnet – wurde im September 2013 in die Liste der „Living Legends“ der International Union of Nutritional Sciences aufgenommen. Diese Ehrung erhalten Persönlichkeiten, die sich um die Ernährungswissenschaft verdient gemacht haben.

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Prof. Dr. Peter Clarys           Fotoquelle: Prof. Dr. Peter Clarys, PRIVAT

Prof. Dr. Peter Clarys (* 3. Juli 1962) gehört zu den führenden Sport- und Biomediziner. Der Belgische Sportwissenschaftler studierte Bewegungswissenschaften (Master 1985) und Biomedizin (Master 1987). Er promovierte 1994 in Biomedizin und 2012 in Bewegungswissenschaften (Brüssel). Prof. Clarys ist Professor an der Faculty of Physcial Education and Physiotherapy der Vrije Universiteit Brussel und dort Vorstand des Department Human Biometry and Biomechanics, sowie Koordinator der Masterausbildung “Physical Activity, Fitness and Health” – Master Physical Education and Movement Sciences. Sein Forschungsschwerpunkt ist seit 1997 der Vegetarismus im Zusammenhang mit Gesundheit und Lebensstil, Bewegung und Sport, körperliche Leistungsfähigkeit und Fitness, Säure-Basen-Stoffwechsel, sowie Kindern und Jugendlichen. Aus seiner Forschungstätigkeit entstanden bisher über 100 internationale Wissenschaftspublikationen.

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Prof. Dr. Beat Knechtle                                   Fotoquelle: Prof. Dr. Beat Knechtle, PRIVAT

Prof. Dr. med. Beat Knechtle (* 26. Mai 1964) gehört zu den führenden Sportmediziner und Leistungsphysiologen. Der Schweizer Privatdozent studierte an den Universitäten Fribourg, Basel und Zürich Medizin (1986-91) und war anschließend als Assistenzarzt (1992-2002) und  Allgemeinmediziner (2002-2004) tätig. Seit 2004 ist der Leistungssportler und erfolgreiche 10fach-Triathlet am Gesundheitszentrum St. Gallen als Facharzt für Allgemeinmedizin beschäftigt, unter anderem mit den Tätigkeitsschwerpunkte Herz-Kreislauf-System, Bewegungsapparat und Stoffwechsel mit spezifischem Schwerpunkt Energiestoffwechsel. Nach seiner Forschungstätigkeit (1998-2003), speziell im Bereich Leistungsphysiologie an der ETH Zürich und der Universität Zürich, habilitierte Prof. Knechtle 2009. Seither forscht er an der  Universität Zürich am Institut für Hausarztmedizin. Aus seiner Forschungstätigkeit entstanden bisher über 220 internationale Wissenschaftspublikationen.

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Dr. Markus Keller         Fotoquelle: Dr. Markus Keller, IFANE

Dr. oec. troph. Markus Keller  (* 1966) studierte Ökotrophologie an der Universität Gießen, wo er auch promovierte (2007). Im Jahr 2010 gründete er das Institut für alternative und nachhaltige Ernährung (IFANE) in Gießen, das 2013 von der Deutschen UNESCO-Kommission als Offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet wurde. Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit sind die Themen Vegetarismus/Veganismus, alternative Ernährungsformen, sowie nachhaltige Ernährung. Zu diesen Themenbereichen hält der Deutsche Ernährungswissenschaftler zahlreiche Vorträge und Seminare, gibt TV-, Radio- und Presse-Interviews. Der passionierte Läufer (Halbmarathon) leitet seit 2011 die Abteilung Wissenschaft und Forschung im Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung (UGB) und ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Vegetarierbund Deutschland (VEBU), sowie der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt. Aufgrund seiner vielfältigen Tätigkeit publiziert Dr. Keller laufend in einschlägiger Fachliteratur, und ist darüber hinaus Co-Autor unter anderem der Fachbücher „Alternative Ernährungsformen“ (2005) und „Vegetarische Ernährung“ (2013).

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Dr. Katharina Wirnitzer                                Fotoquelle: Dr. Katharina Wirnitzer, adventureV.com

Dr. rer. nat. Katharina Wirnitzer (* 14. Februar 1974) studierte Physik und Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln und der Universität Innsbruck (Sponsion 2002). 2003-2007 forschte die leidenschaftliche Outdoor-Sportlerin am Institut für Sportwissenschaften an der Universität Innsbruck zur Mountainbike Transalp Challenge und promovierte 2009. Sie war die weltweit erste, die i) einen Moutainbike-Marathon, ii) ein Mountainbike-Etappen-Rennen, iii) weibliche Mountainbike-Athleten auf Etappen-Rennen, und iv) eine rein pflanzliche Ernährungstaktik im mehrtägigen Ausdauerleistungssport untersuchte.
Die Buchautorin und Wissenschaftspublizistin hat sich auf rein pflanzliche Ernährung im Ausdauerleistungssport spezialisiert. Zu ihrem Forschungsschwerpunkt hält sie europaweit Vorträge. Sie gibt als Expertin für vegane Ernährung im Sport Interviews für nationale und internationale Print-, Radio- und Fernseh-Medien.

Seit 2005 entstand aus ihrer Forschung eine Vielzahl an Wissenschaftspublikationen, Fachartikeln, sowie die Mitarbeit an wissenschaftlichen Buchprojekten. 2009 wurde ihr Fachbuch über extreme mehrtägige Ausdauerbelastungen im Mountainbike-Sport veröffentlich (bikeeXtreme – Performance determining factors and vegan nutrition pattern to successfully complete the Transalp Challenge).

Dr. Wirnitzer ist seit 2012 Dozentin für Sportwissenschaften an der Pädagogischen Hochschule Tirol.
Die Pädagogische Hochschule ist ein Zentrum der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Pädagog/innen in Tirol. Die Pädagogische Hochschule Tirol (PHT) bildet Lehrer/innen für den österreichischen Pflichtschulbereich aus, darunter Lehrpersonen für die Fächer „Bewegung und Sport“ und „Ernährung und Haushalt“. Darüber hinaus findet auch die Ausbildung von Ernährungspädagog/innen für Berufsbildende mittlere und höhere Schulen und Berufsschullehrer/innen, welche Lehrlinge in den ernährungsbezogenen Fächern unterrichten, an der PHT statt. Die Pädagogische Hochschule Tirol stellt ein Kompetenzzentrum für Schul- und Unterrichtsforschung dar und beteiligt sich als Kooperationspartner an  internationalen Forschungsprojekten.

Die Kooperationspartner

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VGÖ Obmann Mag. Felix Hnat                   Fotoquelle: VGÖ, Felix Hnat

VGÖ – Vegane Gesellschaft Österreich

„Die geplante Studie ist in ihrer wissenschaftlichen Qualität einzigartig – Aspekte aus ganzen drei Disziplinen (Medizin, Ernährungswissenschaften, Sportwissenschaften) werden beleuchtet. Deshalb begrüßen und unterstützen wir als Verein die Durchführung sehr. Die Ergebnisse werden endlich zeigen wie sich Ernährung auf die sportliche Leistungsfähigkeit auswirkt.“ (Mag. Felix Hnat, VGÖ-Obmann)

 

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Sebastian Zösch                                                                     Fotoquelle: VEBU, Fotocredit: (c) Robert Kresse

VEBU – Vegetarierbund Deutschland

„Vegetarisch-vegane Ernährung und gesundheitsorientierter Sport sind gleichermaßen in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Durch ihre interdisziplinäre Ausrichtung verspricht die geplante Studie fundiert die Zusammenhänge zwischen Ernährung und sportlicher Leistungsfähigkeit zu beleuchten. Viele vegetarisch und vegan lebende Leistungssportler erzielen schon seit langem beeindruckende Erfolge. Der VEBU (Vegetarierbund Deutschland) unterstützt die Pläne des internationalen Expertenteams, das wissenschaftliche Fundament dieser Leistungsfähigkeit zu untersuchen.“ (Sebastian Zösch, VEBU-Geschäftsführer)

 

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Renato Pichler                Fotoquelle: SWISSVEG, Renato Pichler

SWISSVEG – Informationsstelle für eine pflanzenbasierte Lebensweise

„Immer wieder zeigen vegane Spitzensportler Höchstleistungen. Dennoch ist in der Öffentlichkeit das Vorurteil „Fleisch gibt Kraft“ noch weit verbreitet. Swissveg begrüsst deshalb diese wissenschaftliche Studie, die den Zusammenhang zwischen Ernährungsweise und Leistungsfähigkeit interdisziplinär untersucht.“ (Renato Pichler, SWISSVEG-Präsident)

 

 

Quelle Logos: jeweils die entspechende Organisation